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0. Projekt-Kurzbericht - Managementsummary


0.1. Ausgangspunkt und Zielsetzung

Der Ausgangspunkt für die Projektarbeit war das Ziel der Erarbeitung eines medien- und kulturtheoretischen Hintergrunds zu den im Raum Ulm und Baden-Württemberg stattfindenden Diskursen zur Telematik-Infrastruktur einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Wirtschaftsregion. Hierfür sollte ein Hypertext-basiertes Informations-, Präsentations-, Navigations-, und Argumentationssystem konzipiert und entwickelt werden und mit entsprechenden Inhalten gefüllt werden. Wesentliches Design-Kriterium war die Verwendung von möglichst einfacher und damit für weiteste Nutzerkreise verwendbarer Technologie, die im Sinne der Nachhaltigkeit also geringe Ansprüche an die technische Ausstattung stellt, und z.B. in Dritte-Welt-Situationen leicht zu verwenden ist.
Die Originalfassung des Projektantrags ist an folgender Stelle zu finden:
->: diskur14.htm#DISK_PLAN

0.2. Ergebnisübersicht

Ergebnis der Projektarbeit sind die folgenden Elemente:

0.2.1. Inhaltliche Arbeit

Die Inhaltliche Arbeit umfaßte eine WWW- und Literatur-Recherche, die Systematisierung, Ordnung und Kommentierung des Materials zu den Ausgangs- und Nebenbedingungen der heutigen gesellschaftlichen Umbruchsprozesse beim Übergang in die Informationsgesellschaft. Hierbei wurde vor allem versucht, einen Überblick zu relevanten Kultur-, Sozial-, Wirtschafts- und Medientheorien zu bieten.
Siehe dazu: ->: diskur02.htm#KULTUR_ASPEKTE.
Der Unterpunkt 3) des Projektplans: "Die Rolle der Stadt als Kommunikationszentrum und Informationsmarkt" (->: diskur14.htm#DISK_PLAN) wurde durch die WWW-Konversion und -Präsentation der Kongressmaterialien des Kongresses "Stadt der Zukunft - Zukunft der Stadt" im wesentlichen abgedeckt.
Als Ergebnis des kulturellen Teils der Studie ist erkennbar, daß für eine Verbesserung der Bürger-Partizipation ->: diskur14.htm#INTERESSE mit Hilfe von Telematik die technische Infrastruktur in Form von MIPS und BAUD nur einen Teil der Erfordernisse darstellt. Eine Hauptaufgabe besteht in der kulturellen Integration und Adaptation der technischen Mittel durch eine lokale Technologie- / Kommunal-IuK-Struktur, also einer technologischen Subsidiarität. Wie bei den oben genannten Erscheinungen stehen aber die Konzentrations- und Monopol-Tendenzen der Industrie einer solchen lokalen Adaptation diametral entgegen und es wird eine Zukunftsaufgabe der Politik und der Legislation sein, hierfür die entsprechenden Rahmenbedingungen auch gegen den Druck der Industrie durchzusetzen. Hauptproblematik der politischen Willensbildung ist aber die hinter technischen Argumenten verkleidete (macht-) politische Weichenstellung, deren Hinter- und Untergründe von den technisch leider nicht bewanderten politischen Entscheidungsträgern kaum hinterfragt werden können.
Besondere Beachtung müßte weiterhin die soziale und ökonomische Ausgewogenheit des Zugangs zu den Telematik-Infrastruktur-Ressourcen finden. Die von der Industrie bevorzugte Lösung in Form eines (überdimensionierten, für den Normalbürger kaum bedienbaren) PC in jedem Hause dient anscheinend eher den Industrie-Interessen, als den Bedürfnissen der Basis. Hauptproblemfaktor der Basis ist aber nicht die Hardware, sondern die Expertise der Nutzung. So besteht meist ein ungeheures Mißverhältnis zwischen installierten Funktionen eines PC und den tatsächlich (aufgrund von mangelndem Wissen, Einarbeitungszeit, Spieltrieb etc.) auch genutzten. Dies resultiert z.B. in enormen brachliegenden Kapazitäten von zwar bezahltem, aber nie genutzten Plattenspeicher auf Hunderten von Millionen PC's weltweit. Hier liegt eins der Hauptprobleme einer aus den Wurzeln völlig unnachhaltig agierenden Computerindustrie und dem Einsatz ihrer Produkte für eine nachhaltige Zukunft.
Weiterhin erscheint wünschenswert, daß ein langfristiger Rahmenplan zur Gestaltung einer menschenwürdigen nachhaltigen Zukunftszivilisation eine Abstraktionsmöglichkeit von den Kulturmustern der augenblicklich dominanten Systeme enthält. Ansonsten wäre die Gefahr gegeben, daß das Potential einer Multimedia-Infrastruktur gestützten Zivilisation nach der Optik des vergangenen Schriftzeitalters gemessen würde. So sollte nicht nur die inzwischen allseits dokumentierte Druckrevolution vor 500 Jahren, deren Auswirkungen ja eine Potenzierung der Möglichkeiten des Alphabets darstellen, zur Vergleichsgrundlage herangezogen werden, sondern auch die vor- und außeralphabetischen Traditionen der Menschheit, da gerade unserere alphabetisch orientierte Wissenschaftskultur möglicherweise (unwissentlich) kulturzentristische Bilder projiziert, die bei der neutralen Bewertung der Potentiale hinderlich wären. Mihai Nadin's Buch "Civilization of Illiteracy" stellt z.B. einen alternativen Ansatz dar.
Mit dem vorliegenden Projekt wurde angestrebt, eine Verbindung der Erforschung der Erfordernisse und Auswirkungen von technologischer und sozialer IuK-Infrastruktur zu schaffen, und damit einen Beitrag zur Überwindung des C.P. Snow'schen Grabens zwischen Geistes- (Kultur-) und Natur- (Technik-) Wissenschaften bei der Gestaltung der zukünftigen Informationsgesellschaft zu leisten. Ein wesentliches weiterführendes Ergebnis der Projektarbeit ist daher der Katalog der "Design-Anforderungen an eine sozial optimierte Hypermedia-WWW-Infrastruktur" ->: diskur04.htm#DESIGN_WWW.

0.2.2. Technische Arbeit

Das Ergebnis des technologischen Teils der Studie ist ein sehr einfaches und flexibles Interpreter-System auf Basis einer adaptierten Java-VM, das LPL-System. Dieses Prinzip soll nach den Vorstellungen von SUN Microsystems zukünftig als ubiquitous computing facility weltweit nicht nur in Computern, sondern auch in allen Arten von technischen Geräten Einsatz finden. Damit stellt die Java-VM einen ernsthaften Ansatz für eine computerisierte Gesellschafts-Infrastruktur dar.
In der speziellen Implementation des LPL-Systems wurde für das Projekt MM-Diskurs eine WWW-kompatible Hypertext Infrastruktur entwickelt, die es erlaubt, komplexe und tiefe WWW-Verzweigungstrukturen in einem Diskursraum als elektronische kommentierte Hypertext-Bibliothek für den Benutzer optimal anzupassen. Insbesondere werden die mächtigen Struktur- Editierungs- und Navigations-Möglichkeiten von WinWord für das WWW-Environment genutzt, und damit eine Möglichkeit der HTML Strukturierung geschaffen, die ähnlich, aber mächtiger als das Netscape Bookmark Schema ist, und somit "das beste aus zwei Welten verbunden". Aufgrund der Low-Technology Ausrichtung, die rückwärtscompatibel auch auf 3.-Welt-Hardware (PC 386, Win-3) optimal lauffähig ist, kann hiermit eine "Enabling Technology" Basis-Infrastruktur konzipiert werden, und für lokale Bedürfnisse adaptionsfähige WWW-Informations-Ressourcen und Data Mining zur Verfügung gestellt werden. Da die Basis hierfür in Texthaltungs-Daten Repositories liegt, die mit den WinWord-Strukturmöglichkeiten organisiert werden, und durch RTF-Filter zu HTML konvertiert werden, erübrigt es die implementierte Lösung, den wertvollen Datenbestand der Einweg-Lösung spezialisierter HTML-Authoring Systeme anzuvertrauen. Dies ist wegen der Rückschrittlichkeit des HTML-Standards und der großen Probleme der Adaptation und Modifikation von Daten, die einmal in diesem Format sind, zu empfehlen. So ist diese Lösung auch eine kostengünstige Alternative zu den Datenbank-basierten Lösungen (etwa mit Oracle), die wiederum in Situationen wie {3.-Welt-/ Privat- / Uni-Instituts-} Anwendungen eine kaum zu vertretende Infrastruktur-Investition erfordern. Insbesondere wird der Geschwindigkeitsvorteil ausgenutzt, den die Win-3 Plattform gegenüber Win95/98 bietet, da letztere zum komfortablen Arbeiten grundsätzlich immer die neuste, schnellste, und teuerste (meist Intel-Pentium) PC-Plattform benötigen.
Das in der Recherche gefundene und gespeicherte Datenmaterial von mehreren hundert Megabytes stellt eine wertvolle Informationsressource für lokale Projekte dar. Auch wenn die gespeicherten Daten prinzipiell im WWW verfügbar sind, ist es dennoch empfehlenswert, lokale Zwischenspeicher in Form von themenzentrierten "added value" aufbereiteten elektronischen Bibliotheken anzulegen, weil aufgrund der WWW-Situation in Deutschland (hohe Telecom-Kosten, langsame Verbindungen) es auf absehbare Zeit kaum effektiv ist, den Download-Aufwand viele Male zu duplizieren.
Siehe dazu: ->: diskur02.htm#TECHNO_ASPEKTE


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