
@:MEDIEN_INFRA
Dieser Abschnitt soll sich mit den Möglichkeiten und Problemen der
technologischen MM-gestützten Infrastruktur befassen. Der Fokus ist auf
die inhärenten Probleme sowie auf bisher wenig bekannte oder genutzte
technische und kognitive Aspekte der Technologie.
->:
diskur04.htm#SOCIAL_COMPUTER
@:HYPERMEDIA_KONTAKT
Ausgangstexte:
Neil Postman, Harold Innis, Marshall McLuhan, Demokratie und Medien.
J.P. Chester: Towards a human information society, People issues in the
implementation of the EU framework V Programme, HUSAT, Loughborough 1998
(URL)
http://atwww.hhi.de/usinacts.html
Media influence
(URL)
http://www.aber.ac.uk/~dgc/influ.html
(CD-Version)
(URL)
file:0NA/BRIEFS/MEDI-THE/Na0.htm
Theories of Media Influence
(URL)
http://www.aber.ac.uk/~dgc/influ05.html
(CD-Version)
(URL)
file:0NA/BRIEFS/MEDI-THE/NA7.HTM
An Internet Full-Text Miscellany
(URL)
http://lrs.stcloud.msus.edu/cim/courses/im645/idiosyncbibl.html
(CD-Version)
(URL)
file:0NA/BRIEFS/ONL/NA0.htm
Computer-Mediated Communication Magazine
(ISSN 1076-027X) reports about people, events,
technology, public policy, culture, practices, study, and applications related
to human communication
and interaction in online environments.
(URL)
http://www.december.com/cmc/mag/
(CD-Version)
(URL)
file:0NA/BRIEFS/CMC/NA0.htm
Kim Veltman, The Perspective Unit
(URL)
http://www.sumscorp.com/
->:
diskur07.htm#SUMSCORP
Howard Rheingold
(URL)
http://www.well.com/user/hlr/tomorrow/
(URL)
http://www.rheingold.com/
(CD-Version)
(URL)
file:0NA/BRIEFS/RHEINGO1/NA0.htm
(CD-Version)
(URL)
file:0NA/BRIEFS/rheingo2/NA23.htm
->:
diskur07.htm#RHEINGO1
The Alertbox: Current Issues in Web Usability
Bi-weekly column by Dr. Jakob Nielsen, Principal, Nielsen Norman Group
(URL)
http://www.useit.com/alertbox/
Community is Dead; Long Live Mega-Collaboration
(URL)
http://www.useit.com/alertbox/9708b.html
(CD-Version)
(URL)
file:///0NA/BRIEFS/NIELS/NA32.HTM
Das System Bill Gates
(URL)
http://viadrina.euv-frankfurt-o.de/~sk/gates/
(CD-Version)
(URL)
file:0NA/BRIEFS/GATS1/NA0.htm
2. IMD-Kongress 12./13.6.1998: Machtfragen der Informationsgesellschaft
(URL)
http://staff-www.uni-marburg.de/~rillingr/imd/IMD98/98programm.htm
(CD-Version)
(URL)
file:0NA/BRIEFS/GATS1/NA24.htm
--
2. IMD-Kongress - Abstracts
(URL)
http://staff-www.uni-marburg.de/~rillingr/imd/IMD98/98abstracts.htm
--
2. IMD-Kongress - Texte
(URL)
http://staff-www.uni-marburg.de/~rillingr/imd/IMD98/98texte.htm
Stefan Krempl: Texte - Publikationen
(URL)
http://viadrina.euv-frankfurt-o.de/~sk/Pub/texte.html
Dr.
Klaus Tochtermann, FAW Ulm
->
(URL)
mailto:tochterm@faw.uni-ulm.de
->
Peter J. Nürnberg, Dept. of Computer Science, Ny Munkegade, Bldg 540, DK
8000 Aarhus C, Denmark
(URL)
mailto:pnuern@daimi.aau.dk
(URL)
http://www.daimi.aau.dk/~pnuern
@:WISS_ORG
-> TUM Lehrstuhl Angewandte Informatik - Verteilte Systeme, Prof.
Schlichter,
Frau Prof. Dr. Brueggemann-Klein (SGML) , Dr. Koch
(URL)
http://www11.informatik.tu-muenchen.de/
-> ISKO-Tagung Wissensorganisation 7.-10.10.1997, Humboldt-Uni Berlin
(URL)
http://userpage.fu-berlin.de/~angela/isko97/praes1.htm
-> Prof. Dr. W. Umstätter ,
(URL)
http://www.ib.hu-berlin.de
-> Prof. Dr. Hans Czap ,
(URL)
http://www.wi.uni-trier.de
-> Peter Ohly, IZ Sozialwissenschaften ,
(URL)
mailto:oh@bonn.iz-soz.de
Systematische Informationsbeschaffung und -verteilung im Internet
(URL)
http://www.bonn.iz-soz.de/pub/outgoing/isko-tut.htm
-> Dr. Bies, FU Berlin
Vortrag auf ISKO-Tagung Wissensorganisation
Memoria: Synonym für kulturelle Leistungen, Medialität der
Speicher
-> Revolution des Buchdrucks, Elisabeth Eisenstein / Michael Giesecke
-> Aby Warburg
(URL) http://www.ks.com/ht98/69.html
@:HYPER_INFRASTRU
->:
diskur05.htm#KOMM_INFRASTRU
In der Gesellschaft der Zukunft wird MM die Rolle als entscheidende
Infrastruktur zur Verarbeitung des Wirtschafts- und Kulturfaktors "Information"
spielen. Sie wird die konventionellen Infrastrukturfaktoren wie Energie,
Materialen, und Arbeitskraft ergänzen, und an Wichtigkeit z.T.
überholen. Daher ist besonders darauf zu achten, daß nicht schon bei
ihrer Installation schwere Design-Fehler gemacht werden, die bei einer
allgemeinen Durchdringung kaum noch zu korrigieren sind.
[^]
Es sollen hier bewußt kontroverse Thesen angeboten werden, um einen
Kontrapunkt zu gängigen industrienahen Standpunkten zu setzen.
@:SOCIAL_COMPUTER
Hier soll eine Sicht der Computer- / Telematik-Nutzung formuliert werden, die
neue und alternative Möglichkeiten zu den herkömmlichen Strukturen
der politischen Willensbildung und Entscheidung bieten, sowie für
gesellschaftliche Diskurse geeignet sind.
Diverse
Aspekte gesellschaftlicher Infrastrukturen und IuK sollen hier gelistet
werden:
Eine Kernfrage der sozial adäquaten Nutzung von IuK ist der
öffentliche Zugang der Ressourcen im Sinne einer zivilisatorischen
Infrastruktur[15], aber dann auch die
Nutzbarkeit. Dies ist erstens die Hardware-Infrastruktur, also den physischen
Zugang zu Ressourcen, sowie die darauf folgende Nutzbarkeit, nämlich die
Soft- und Brainware-Infrastruktur.
Nach
dem "Personal Computer" steht die Erfindung des "Social Computer" noch aus. Der
"Personal Computer" ist ein Lieblingskind der Shareholder Value driven Computer
Industrie, der nicht daran gelegen ist, die Gruppen- / Netzwerkbildung /
Solidarisierung von lokalen Interessengruppen / und Gruppen-Nutzung des
Telematik-Potentials zu fördern, wenn mehr Geld damit zu verdienen ist,
vereinzelten und vereinsamten Personen ihre Omnipotenz-Gefühle
vermittelnden Informationsmaschinen anzudienen.
-> Suchtpotential der Informationstechnologie: Info-Speed ->:
diskur03.htm#AUTOKATALYSE.
-> Computer- / Hacker/ Nerds / Sozialpathologie / als Symptome von
Negativ-Effekten der "informierten" Gesellschaft.
Die Frage ist, inwieweit diese Versorgung dem "Spiel der Kräfte des
Marktes" überlassen werden soll, und/oder ob eine Beteiligung der
öffentlichen Hand erfolgt. Cyber-Cafes sind z.B. schon Ansätze des
Marktes, die auf den Bedarf reagieren. Eine Versorgung durch die
öffentlichen Träger (z.B. Bibliotheken) hat in Deutschland den
gravierenden Nachteil, daß alle diese Institutionen genau dann
geschlossen sind, wenn der tagsüber arbeitende Normalbürger auch die
Zeit hätte, sie zu nutzen. Bei der jetzigen, und sicher auf absehbare Zeit
nicht zu ändernden Netz-Situation, in der Tags nur noch Dauerstau auf der
Datenautobahn herrscht, müßte da strukturell eine völlig andere
Herangehensweise gefunden werden. Da zudem auch noch immer mehr Bibliotheken
geschlossen werden, sieht es nicht so aus, als ob dies der Weg der Zukunft
ist.
Eine wesentliche Problematik der bisherigen Ansätze öffentlichen
Zugangs ist, daß so gut wie keine Möglichkeit besteht, die
Ergebnisse einer Recherche auf eigenen Datenträger zu sichern.
Abschreckendes Paradebeispiel ist hier die Bayerische Staatsbibliothek, die
'zig Computer aufgestellt hat, aber ohne Diskettenlaufwerke, oder sonstige
externe Anschlüsse. Das wohlbegründet mit der Vorsicht vor
Virenverseuchung, aber es sieht ganz so aus wie eine typisch deutsche Version
von "Spiegelei ohne Ei": Telematik - natürlich, aber nicht so daß
sie auch sinnvoll nutzbar wäre!. Der Amtsschimmel wiehert, und Sankt
Bürokratius lacht sich ins Fäustchen. Technisch läßt sich
das mit etwas Aufwand an Grips ohne weiteres durch einen write-only
Disketten-Dump installieren. Aber ob das unter Win95 auch programmierbar ist,
das wissen nur die Götter, und BillyBoys Heerscharen, was fast dasselbe
ist.
Eine alternative Möglichkeit wäre eine gemischte Organisation, wie
sie z.B. die Post schon mit ihren Filialen erprobt. Als Alternative zu
zentralen obrigkeitsverwalteten Systemen wären Informations- /
Telematik-Kioske als Anlaufstelle für lokale Telematik-Bedürfnisse
denkbar. Damit verbunden wäre eine Förderung des lokalen
kleinbetrieblichen, dezentralen, also subsidiären, Telematik-Potentials.
Diese könnten eine Miet-Unterstützung erhalten, um sich in ansonsten
völlig untragbaren Inner-City Lagen zu halten, was sonst nie kostendeckend
möglich wäre. Als Betreiber kommen technisch bewanderte
Informatiker/Techniker in Frage, die besonders die Soft- und
Brainware-Infrastruktur anbieten können.
Die
Hauptaufgabe subsidiärer Telematik ist die Soft- und
Brainware-Infrastruktur. Dringende Aufgabe ist eine Re-Humanisation der
Telematik: Verlagerung der Expertise von der Software in die persönliche
Unterstützung vor Ort und in die Gemeinde.
Das Lieblingskind der PC-Industrie, der "alleskönnende" PC, führt zu
dem Syndrom der "eierlegenden Wollmilchsau", auch Featuritis-Syndrom genannt,
und Win95/98 kann als das beste nur mögliche abschreckende Beispiel
angeführt werden. Es ist eine grundsätzliche ökonomische und
gesellschaftliche Problematik, Computer- / Informations- / Systeme zu
konstruieren, die für alle Benutzerklassen gleichartig zu gebrauchen sind,
wie heute der Fall ist. Dies ist eine große Geld- und
Ressourcenverschwendung. Man muß mit der "one size fits all" Solution
heutiger "general purpose" Software "mit Kanonen auf Spatzen schießen".
So etwas nützt nur der Computerindustrie, bzw. zentralisierenden und
monopolisierenden Anbietern, wie Microsoft und Intel (die WIntel Koalition).
Lokale, bedarfsgerechte Anpassbarkeit der Software erfordert eine spezielle
SW-Infrastruktur, die die "Big Vendors" lieber nicht installieren wollen, weil
das auf Kosten ihrer Profite und die der Hardware-Vendors geht. Hier ist eine
Emanzipation von dem gängigen Techno-Hype der Computerindustrie dringend
nötig. Computing Ressourcen sind genau wie Luft und Wasser zum
gesellschaftlichen Überlebensmittel geworden, und die sollte man nicht
allein den Interessen der Finanzierungsimperien überlassen.
Es
hat in der Unix-Welt einen langen Kampf um das Open Betriebssystem Interface
gegeben. Win NT ist der Ansatz / Angriff von Microsoft, diese Normierung wieder
rückgängig zu machen und wieder in proprietäre Hände zu
führen ->:
diskur05.htm#WAFFE_INFO.
Ebenfalls verfolgt Microsoft mit dem Visual Basic Interface die Politik, den
User-Schnittstellen-Standard auf alle Zeiten zu monopolisieren. Wie bei
Asterix, so gibt es ein kleines Häuflein Unverzagter, die standhaft dem
Ansturm des Imperiums widerstehen: Die Linux-Gemeinde. Zwar ist diese
zahlenmäßig nicht so gering, sondern einige Millionen, aber da
praktisch die gesamte Wirtschaft der Devise folgt: "Hundert Millionen Fliegen
können nicht irren, auch wir nehmen Win95/98/NT", ist hier eine
finanzielle Gewichtung nach Kapitalumsatz pro System-Installation zu machen,
was den Faktor etwa auf 1:1,000,000 skaliert. Es ist ein Gebot der Stunde, eine
Alternative, vor allem aber offene User-Interface-Definition zu schaffen. Mit
dem LPL-Interface ist ein solcher Ansatz vorgestellt worden.
->:
lpl08.htm#INTERACTOR
->:
lpl09.htm#ACSH_DOC
->:
lpl10.htm#LPL_HYP
->:
TLSI_DOC
Wir
fassen den Begriff "Hyper" vorerst in Anführungszeichen um eine
grundsätzliche Fragwürdigkeit des Begriffs und der Kräfte, die
ihn vermarkten, zu unterstreichen. Die heutige weltweite Verbreitung des WWW
als paradigmatische "Hyper"-Media Anwendung überdeckt gravierende
strukturelle Probleme. Zudem ist das WWW im Vergleich mit anderen, schon
früher gemachten Hypermedia-Entwicklungen eher als technologischer
Rückschritt anzusehen. Da es aufgrund der Neuigkeit der Technologie nicht
abzusehen ist, was ihre bisher ungenutzten Potentiale und ihre verdeckten
Nachteile sind, ist es oft schwer, informationstechnische und
Benutzungs-Nachteile der Technologie zu identifizieren.
Das Wort "Hyper"-text wurde von Ted Nelson (Xanadu) eingeführt, und hier
bewahrheitet sich die oft gemachte Beobachtung "Nomen est Omen" auf das
fatalste. Der Bereich der Technologien, deren Namen mit "Hyper-" anfängt,
ist in weiten Bereichen leider ein Tummelfeld für alle Arten von "Hype"
(engl. für: windige Versprechungen, Marketing-Gags, auch Vaporware
genannt). Ted Nelsons Xanadu (=Never-Never Land) ist z.B. schon seit 20 Jahren
"fast fertig". Die heutige Anwendung des "Hyper"text-Prinzips (so. z.B. im WWW)
steht unter diesem schlechten Omen, das man anders auch mit folgendem
Aphorismus ausdrücken kann. (Auch als das Gesetz des Hammers bekannt):
In
der heutigen "Hyper"-Text Technologie, und besonders in der Browsertechnologie,
sind folgenschwere Fehlkonstruktionen, sozusagen Geburtsfehler enthalten, die
einmal in der Basistechnologie gemachte computational design Fehler in alle
Ewigkeit weiter zu perpetuieren drohen, und immer neue
Improvisationslösungen (engl: kludges) erzwingen. Die Notwendigkeiten
vieler Layout-Spezifika von WWW-Seiten sind eine Folge solcher nicht
getroffener Design-Entscheidungen auf der Browser- und Web-Designer-Seite. Eins
der entscheidendsten und gravierendsten Folgebprobleme falschen WWW-Designs ist
die Mißachtung der eisernen Regeln des Informations-Design, welches auf
den Faktoren Hierarchie, Vernetzung, und Zeit beruht. Da dies einer tieferen
theoretischen Diskussion bedarf, sei auf den entsprechenden Abschnitt
verwiesen:
->:
diskur06.htm#SYMBOLIK
Die heutigen WWW-Browser Marktführer, Netscape Navigator, Microsoft Explorer, etc. sind Produkte, die sich vor allem dem kommerziellen Verwertungsinteressen anpassen müssen, wobei andere, nicht so profit-trächtige Aspekte, eher vernachlässigt werden. Einführende Artikel dazu, z.b. c't 1997,4,226: "König Kommerz", Time, 1997, May 19, 46-49: "The man who invented the web / Tim Berners-Lee started a revolution, but it didn't go exactly as planned". Das WWW mag zwar in seinen Inhalten völlig anarchisch sein, aber es ist in seiner Struktur ein hierarchisches Anbieter-Konsumer System. Time, p. 49: "There's one point that puts the data out, and you are just a consumer". Tim Berners-Lee hatte sich das WWW als einen Ort für soziale Aktivitäten vorgestellt, aber die Marktmächte sind nicht an sozialer Vernetzung der Menschen interessiert (was ihre Konsumbereitschaft verringern könnte), sondern an der optimalen Vermarktung zentralisierter Angebote. ->: diskur04.htm#SOCIAL_COMPUTER. Eine Hauptproblematik des WWW ist, daß HTML modifikations-unfreundlich ist. Cailliau bezeichnet das Web als "just another publishing medium" (Time, a.a.o., p. 49). Das englische Wort "Browser" für die Standard WWW-Lesesoftware impliziert eine passive, zufallsgesteuerte, und ziellose Arbeitsweise des Benutzers, also des typischen "dummen Konsumenten" der nur darauf wartet, von irgendwelchen verlockenden Angeboten verführt zu werden. Und deshalb ist z.B. Netscapes Produkt gerade kein "Navigator", denn zum Navigieren fehlen die aller-essentiellsten Navigationsinstrumente, die eben für den Konsumenten nicht vorgesehen sind. Es muß klar sein, daß die Finanzierungsimperien hinter Netscape und Microsoft immer dieselben sind, und daher müssen die Programmierer hier wie dort auch immer einen Code schreiben, der den von den Finanziers bestimmten Design-Regeln folgt. Hier sollen alternative Design-Prinzipien aufgestellt werden.
@:WIMP_SYNDROM
Der grundlegendste Problematik der WWW-Technologie ist das WIMP-Syndrom. Die
WIMP-Technologie mag zwar die millionenfache Verbreitung von Computern
wirtschaftlich ermöglicht haben, aber die verborgenen Kostenfaktoren sind
bisher zuwenig dokumentiert, und noch weniger an entscheidende Stellen
vorgedrungen. Die genaue Symptomatik des WIMP-Syndroms wird anderswo behandelt
(->:HUM_INTF), weil sie mittlerweile die gesamte Computerindustrie
erfaßt hat, und die inherenten Probleme dieser Technologie schon als
Normalfall angesehen werden, und deshalb kaum an Gegenmaßnahmen zu denken
ist, solange ein Problembewußtsein dazu fehlt[16].
->:
symbol08.htm#WIMP_UIT
Zeit,
und damit verbunden, das menschliche Kurzzeitgedächtnis ist einer der am
stärksten vernachlässigten Ergonomie-Faktoren der heutigen WIMP
Computer-Technologie. Im Interesse der möglichst breiten Anwendbarkeit des
Computers hat die Industrie mit dem WIMP-Interface einen erheblichen
Geschwindigkeitsverlust in die Systeme eingebaut. Win95/98 läuft
fatalerweise in dem besonders kritischen User-Interface Loop erheblich
langsamer als Win-3 auf DOS-Basis, so daß man sich "magischerweise" wie
mit einer Zeitmaschine in die seligen Zeiten der IBM-Großcomputer mit
3270 und TSO zurückversetzt fühlt[17]. Das scheint seltsamerweise aber bisher niemandem
aufgefallen zu sein, oder alle Zeitschriftentester benutzen immer den neuesten
Pentium XYZ mit mindestens 200 MHz, und mindestens 64 MB RAM, bei denen das
System wohl auch schnell genug läuft. For "all the rest of us", die einen
Pentium unter 100 MHz (ganz zu schweigen von x486) benutzen, sieht es damit
schlecht aus.
WIMP bevorzugt den "dummen User", den Konsumenten, und benachteiligt
systematisch den "Power user" und den Experten. WIMP ist ein "Tradeoff", es
erkauft Bequemlichkeit mit:
1) Computing Resources (gut als Verkaufsargument der Industrie),
2) Benutzer-Zeit, und
3) mit nervlichem Streß.
Der Kostenfaktor, daß ein Mausklick (inclusive Maus suchen und
positionieren) ungefähr zehnmal länger dauert als ein Tastendruck,
ist anscheinend noch nicht in das Bewußtsein der Benutzer gedrungen, und
daß sie damit zusammengerechnet mittlerweile einen beträchtlichen
Teil ihres eigenen Lebens mit Mausklicken verschwenden. Aber es kommt noch
schlimmer: Was den meisten noch überhaupt nicht aufgegangen ist (wie
sollte es denn auch, die Technologie ist ja erst etwa zehn Jahre alt, und die
meisten Benutzer sind unter 30), ist daß WIMP ein besonderer
Streßfaktor für das Nervensystem ist, der mit zunehmenden Alter
immer problematischer wird, das WIMP-RSI[18].
Um es kraß zu sagen, könnte man WIMP als ein systematisch erzeugtes Parkinson-Syndrom bezeichnen. Die Quittung wird sein, daß in ca. 10-20 Jahren millionenfach rätselhafte nervliche Krankheiten auftreten werden. Wer das Verhalten und den nötigen Konzentrationsaufwand beim WIMPen aufmerksam beobachtet, wird feststellen, daß es einen großen nervlichen Belastungsfaktor darstellt, erst einmal mit der Hand die Maus herumzubewegen, dann auf dem Bildschirm nach den kleinen Klickpunkten zu suchen, und dann immer mit demselben Finger zu aktivieren. Das ist nervliche Energie, die nicht unbegrenzt zur Verfügung steht. Und sie geht für produktivere Arbeit verloren.
Die schlimmste WIMP-Falle stellen Scroll-Bars dar. Es erfordert eine große Konzentration und Feinmotorik, um eine Scroll-Bar zu finden, und sie zu aktivieren. Fatalerweise ist nämlich da, wo man sie am meisten braucht, bei langen Texten nämlich, die Scroll-Bar am schwierigsten zu aktivieren, weil sie auf die Dicke eines Strichs zusammengeschrumpft ist. Deshalb macht niemand gerne einen Scroll. Aber die WWW-Lösung, den Text auf kleine Häppchen zu verteilen, die noch auf einer Seite darstellbar sind, ist gar keine Lösung, weil man dann nur noch von Text-Häppchen zu Text-Häppchen klickt, und so zum Maus-Klick-Idioten degeneriert wird. Für einen Gelegenheits-User vielleicht kein Problem. Für einen professionellen Informationsarbeiter aber auf die Dauer ein Fall fürs Nerven-Sanatorium.
Das
englische Wort für Notlösungen ist "Kludges". Heutiges WWW-Design ist
voll von cleveren "Kludge"-Lösungen.
Da den Browsern jede Funktionalität zum Navigieren von Hypertext fehlt,
versucht man, das durch Einfügungen in die WWW-Seiten nachzubessern. Dort
ist es aber an der falschen Stelle plaziert. Ein gutes Beispiel, wie man dann
versucht, eine fortschrittlichere Technologie an den schlechten Standard
anzupassen, ist das KHS System in Konstanz und Regensburg.
(URL)
http://rsls8.sprachlit.uni-regensburg.de/KHS-Docs/
Das KHS-System blendet in jede dargestellte Seite einen Header und Footer ein,
dessen Funktionalität eigentlich zur Standard-Ausstattung des Browsers
gehören sollte. Die essentiellen Kontext- und
Struktur-Navigationsmöglichkeiten, die die Browser nicht haben,
müssen so nachgeliefert werden.
@:DESIGN_WWW
Die Standard-WWW- und Browser-Technologie dient im wesentlichen kommerziellen
Interessen. Hier soll eine Liste von Anforderungen erstellt werden, die das WWW
zu einer ausbaufähigen sozial optimierten Infrastruktur machen.
Design-Kriterien sind:
Letzteres ist auch eine Frage der gesellschaftlichen Bewertung geistiger Produkte, die hier eine andere Lösung als das bekannte Copyright der Druckprodukte erfordern würde. Schon aus diesem Grunde wird sich kaum eine der konventionellen Finanzierungsinstitutionen für eine solche Funktionalität finden lassen. Alternative: GNU-Lösung, Evtl. Anpassung des Netscape Mozilla Browsers über GNU License.
Steuerung
aller Browserfunktionen durch eine Macro-Skriptsprache, ähnlich EMACS
(Ist z.B. in Microsoft IExplorer in Visual Basic Form vorhanden)
Trennung aller Browserfunktionen in separat aus dem User-Interface aufrufbare
und kombinierbare Module, ähnlich EMACS, ähnlich Java-Skript
Maus- / Keyboard Transparenz: alle Funktionen müssen wahlweise von Maus
oder Keyboard
aufrufbar sein. Auch die in den WWW-Seiten enthaltenen, die jetzt nur über
Maus anwählbar sind.
Vollständige Steuerung aller Browserfunktionen durch Keyboard / Hotkeys
und Skripte[19]
Vollständig mit standard ASCII-lesbaren Konfigurationsdateien
parametrierbare Funktionalität, Menus, und Keybindings, Menu- und
Helptexte
Keyboard gesteuerte Cursor-Funktion in allen WWW-Seiten
Folding-Funktionen für WWW-Seiten nach Headlines
Ansprung von HREF-Verzweigungen nach next-link / former-link / top-link /
bottom-link
Computed GOTO-Link: Für eigene Referenzen auf remote WWW Seiten muss ein
Browser eine Funktion für computed GOTO-Link bieten, also Kontext-Search
für Punkte, die der originale Autor einer WWW-Seite nicht vorgesehen
hatte. Dies ist in jedem Fall eine günstigere Lösung, als (wie in
HyperWave) beim WWW-Anbieter eine komplexe Infrastruktur zur Verwaltung von
externen Verweisen auf die angebotenen Seiten zu unterhalten.
Wesentliches
Manko der heute verwendeten WWW-Browser ist die nicht-existierende
Möglichkeit der WWW-Graph-Navigation (Hypertext-Link-Struktur). HyperWave
aus Graz (Hermann Maurer, Frank Kappe, Keith Andrews ...) bietet einen Ansatz,
wie WWW-Graph-Navigation installiert werden kann.
fkappe / kandrews / amadeus / -@iicm.tu-graz.ac.at
(URL)
http://hyperg.iicm.tu-graz.ac.at
(URL)
http://Hyperwave.iicm.tu-graz.ac.at
(URL)
ftp://ftp.tu-graz.ac.at/pub/Hyperwave/
Germany:
(URL)
ftp://elib.zib-berlin.de/pub/InfoSystems/HyperWave/
(URL)
ftp://ftp.ask.uni-karlsruhe.de/pub/infosystems/Hyper-G
(URL)
ftp://ftp.novell.de/pub/unsupported/Hyper-G
(URL)
ftp://ftp.go.dlr.de/pub/infosystems/Hyper-G
Hypertext-Link-Struktur
Navigation direkt über die Link-Struktur, extrahiert aus den
HTML-Texten.
Freie Definition von "preferred" Einsprung-Knoten in der Link-Struktur.
History-Funktion mit Link-Struktur Navigation, die über unbeschränkt
viele Sitzungen erhalten bleibt.
Flexibel
steuerbare und konfigurierbare lokale Mirror-Speicherung einer Website oder
eines Ausschnitts davon, mit Struktur-Mirror[20].
z.B. wget UNIX-Tool
Jede lokal abgespeicherte Seite muss alle Verweis-Informationen auf die
originale Seite erhalten, um update / upgrade / dokumentation zu
ermöglichen (Copyleft a la GNU).
Zwecks lokaler Weiterverarbeitung in Textsystemen sollte eine Konversion HTML -> RTF vorhanden sein.
Für eine gemeinsame Datenbasis von Texten ist HTML wenig geeignet. Es sollten Konverter existieren, die ein Textverarbeitungsformat wie RTF in HTML-Trees umwandeln können. Besonders wichtig sind individuelle Einstellmöglichkeiten der Extraktion auf verschiedene HTML-Files, subdirs etc. sowie Einbindung externer Resourcen. In Alternative zu den mausgesteuerten kommerziellen Lösungen soll eine Skript-gesteuerte Lösung gesucht werden.
Parametrierbare Extraktfunktionen von Teilen von WWW-Seiten, z.B. extraktion von Headers, Footers, Werbung. Merge von vielen Seiten auf eine: z.B. Altavista Recherchen.
Structural
Computing ist ein neuer generischer Begriff für Informationsmodelle, die
heute im wesentlichen unter der Bezeichnung Hypertext und Hypermedia
geführt werden. Dieser Begriff ist (hoffentlich) wertfreier und
unbelasteter als die mittlerweile schon ziemlich abgegriffene "Hyper"-Hype bzw.
technlogisch motivierte Propaganda.
Weiter im englischen Text.
Da die WWW-Diskussion heute in der Standardsprache Englisch geführt wird,
ist es so etwas wie ein Luxus, eine nationalsprachliche WWW-Extrasuppe zu
kochen, weil man sich damit automatisch von dem Potential von
xxx-hundert-millionen fachkundiger englischlesender WWW-Teilnehmer
ausschließt. Und für technische Themen gibt es in Deutschland
einfach nicht genügend Ansprechpartner. Solange das Geld für die
zeitgleiche Übersetzung der Texte nicht zur Verfügung steht,
muß man sich daher entscheiden, welche Interessenten man mit
Priorität ansprechen möchte.
Sorry for the inconvenience for our German-only readers.
@:LAW_HAMMER
Many current applications of the hypertext principle as exemplified in the WWW
seem like a perfect example of the Law of the Hammer:
Proteus
was a Greek mythological character who had the gift of prophesy but changed
into the most atrocious and fear-provoking forms to evade being questioned
about the future. The wishful enquirer had to brave these horrors before he
could get an answer from Proteus.
Polymorphic := property of {something / a structure} to appear under many
forms.
monomorphic:= limitation of {something / a structure} to appear in one form
only.
Polymorphic or Protean Structural Computing is a term here used to denote a
generic set of data structures and procedures that can take different forms
depending on the application and the requirements of the user.
The WWW format defines a frozen monomorphic structure. The current browser
technology is extremely unflexible to accomodate to professional and
informational requirements of sophisticated information researchers. The
investment capital for the large players in the browser technology goes into
storefront-solutions that cater commercial aims, and neglect information
professional concerns.
In order to accomodate Protean Structural Computing, a flexible data base model
has to be provided.
->:
symbol08.htm#DATABASES
Very important is the implementation of multiple hierarchic access paths (see:
->THINKTANK p. 32).
Some existant approaches are:
-> Hyperwave:
(URL)
ftp://ftp.tu-graz.ac.at/pub/Hyperwave/
-> Microcosm
->:
diskur04.htm#HYPERMEDIA_KONTAKT
->:symbol.htm
, Infix Verlag, Sankt Augustin, 1998
This project defines technical and noetic requirements for future generation MM
systems that will utilize their hitherto unrecognized potential.
->:
symbol02.htm#SYNAISTHESIS
Alternative possibilities for mathematical thinking: The still underrepresented
role of the arts in Multimedia development. The revival of the Leonardo
approach becomes possible with Multimedia. Comp Sci education world wide favors
the mathematical approach. Some approaches from the field of Aisthesis and
Kinesis domain to MM:
-> Mihai Nadin: The Logic of the Senses, Aesthetic structuring of Knowledge.
Lehrstuhl Computational Design
(URL)
http://www.uni-wuppertal.de/FB5/code/welcome.html
-> Ralph Abraham: Visimath; The Orphic Trinity,
(URL)
mailto:abraham@vmi.vismath.org
(URL)
mailto:rha@pacweb.com
(URL)
http://www.well.com/user/suscon/esalen/participants/Abraham/
(URL)
http://redwood.pacweb.com/rha/professional/courses/
-> Dan Sandin and Ars Electronica: The Cave.
(URL)
http://www.aec.at/
Seite: 31
Wolfgang Roscher , Poly-aisthesis
Lord Jehudi Menuhin and musical education
Maturana, Verden-Zöller: Liebe und Spiel
Hermann Hesse: Glasperlenspiel (Magister Ludi)
Harmonics/Music Anthropology: Pythagoras, Kepler, Hans Kayser; Rudolf Haase,
Marius Schneider;
Hertha v. Dechend: Hamlet's Mill;
Frances Yates and the Renaissance tradition, Giordano Bruno; Blasius of
Parma
Siegbert Hummel, Proto-altaic languages, agglutinizing language models, and
information system command and retrieval codes. The Aymara initiative for a
common intermediate query language. How to encode universal sets of categories
in retrieval languages.
How to encode world knowledge
-> Project CYC
-> Cycorp, Inc.:
(URL)
http://www.cyc.com/
@:THINKTANK
The technology of folding / fish-eye / structure editing, as exemplified by the
Microsoft WinWord outline edit facility, was fully developed with a more
advanced implementation and fuctionality in the (by now antediluvian)
Thinktank®. This, a program from the heyday of character-keyboard based
MS-DOS computers, provided a very efficient implementation of multiple
hierarchic access that would be essential to make hypertext access more
functional and offset many fundamental problem factors of currently popular
WWW-technology.
Forward-fetch,
Promethean Information processing
->:
symbol06.htm#PROMETHEAN_DP
Structure extractors on-demand
Ein
kritischer Beitrag zur Rolle der Telematik in der Verkehrsentwicklung, z.B. bei
Verkehrsleitsystemenist das Buch:
Zängl, Wolfgang: Der Telematik-Trick, Raben, München
[15] Siehe dazu Leopold Kohrs Ansätze
[^]
[16] Zum Beispiel: Wenn es in einer
Gesellschaft die soziale Norm ist, daß alle Menschen einäugig sind,
so wird denen, die zufällig (noch) zwei Augen haben, eben eins
ausgestochen, damit alles wieder seine Norm hat. Die Kulturanthropologie bietet
tausendfach Beispiele für solches Verhalten aus anderen Völkern, aber
auch bei uns sind solche Situationen die Norm und nicht die Ausnahme.
[17] Die meisten heutigen Win95 Nutzer merken
das halt nicht, weil sie zu diesen Zeiten noch in den Windeln waren.
[18] Ich muß dabei aus eigener
leidvoller Erfahrung sprechen, da ich selber WIMP-RSI geschädigt bin. Ich
hatte zeitweilig eine Lähmung im rechten Arm, so daß ich kaum noch
am Computer arbeiten konnte.
[19] Keyboard-Steuerung ist ca. 10 mal
schneller als Maus-Steuerung
[20] Die Cache-Funktion der herkömmlichen
Browser verwischt die originale Site-Struktur.