
Grundlegende
Werke zu Information: Die Klassiker Norbert Wiener,
Shannon,
Brillouin,
Philosophisches bei Raffael Capurro,
Methodisches bei Rainer Kuhlen, Rainer Hammwöhner, Klaus Kornwachs,
F.-J. Radermacher.
Gesellschaftliches bei Coy, Kittler, Kamper, Mihai Nadin, George Landow, Robert
Artigiani. Forschung und Ausblicke: Tom Stonier, FIS conference proceedings.
Als Einführung: Ditfurth (1969)
Die WWW-Site von Rainer Hammwöhner enthält Links auf andere
Lehrstühle und Forschungsstellen der Informationswissenschaft.
(URL)
http://rsls8.sprachlit.uni-regensburg.de/KHS-Docs/IW/Lehre.html
Weitere Links:
Friedrich Kittler,
Humboldt Uni, Berlin
(URL)
mailto:friedrich.kittler@rz.hu-berlin.de
SFB 511, Konstanz ->
(URL)
http://www.sfb511.uni-konstanz.de/
der Telepolis-Diskurs
bei Heise
-> Seite: 33
(URL)
http://www.heise.de/tp/deutsch/special/default.html
->
(URL)
http://www.heise.de/tp/deutsch/archiv/default.html
(CD-Version)
(URL)
file:0NA/BRIEFS/HEISE/NA0.htm
der Lehrstuhl Information Design Bazon Brock
in Wuppertal:
->
(URL)
http://www.uni-wuppertal.de/FB5-Hofaue/Brock/
Soziale Themen im das ForSozTec,
Welf Schröter
:
->
(URL)
http://www.forsoztec.dgb-bw.de/
Information
zum augenblicklichen Stand der wissenschaftlichen Diskussion zum Thema
"Information" ist bei der FIS Virtual Konferenz
zu erhalten.
(URL)
http://fis96.htu.tuwien.ac.at/info/welcome.html
Zur Subscription der laufenden Diskussion ->:
diskur08.htm#SUBSCRIBE_FIS
@:KOMM_INFRASTRU
->:
diskur04.htm#HYPER_INFRASTRU
Harold Innis (eher bekannt durch seinen Schüler McLuhan) hat in seinen
bahnbrechenden Arbeiten die entscheidende Rolle der Kommunikationstechnologien
in der Entwicklung der menschlichen Kulturen der letzten 5000 Jahre aufgezeigt.
Diese Arbeit wurde von verschiedenen Institutionen weitergeführt, u.a.
McLuhan Institute, und SUMScorp:
-> Kim Veltman
(URL)
http://www.sumscorp.com/
(URL)
http://www.sumscorp.com/articles/art49.htm
In Deutschland wurde diese Arbeit u.a. von Kittler aufgegriffen. (z.B. Kittler,
Tholen: Arsenale der Seele, p. 187-202).
Weitere Dokumentation zu dem Thema unter: SFB 511, Konstanz
(URL)
http://www.sfb511.uni-konstanz.de/
Ein wesentlicher Faktor, der in den letzten 100 Jahren die Rolle der
Kommunikationstechnologien entscheidend verstärkt hat, ist die
Geschwindigkeit und die Kanalkapazität des Nachrichtentransports. In der
"guten alten Zeit" konnte eine Nachricht auch nicht schneller transportiert
werden als eben das schnellste Schiff, oder der schnellste Bote. Es gab zwar
schon in der Antike schnelle optische / akustische Techniken (Havelock:
"Communication arts in the ancient world"), aber erst Napoleon setzte diese
systematisch ein[21], und seine
Schlachtenerfolge sind bisher kaum auf diesen Technologievorsprung hin
untersucht worden. Kittler hat den Einfluß der Signaltechnologie im
zweiten Weltkrieg dargestellt. Die Ars Electronica AEC hat sich 1998 das
verdienstvolle Ziel gesetzt die latente und immer präsente
miltärische Verwendung von IuK ins Rampenlicht zu rücken[22].
Aber vor den Breitbandmedien hatten diese schnellen Kanäle nicht
genügend Kanalkapazität, um eine größere oder
weitreichendere Auswirkung zu haben, und so blieben diese Medien meist auf das
Militär oder die Diplomatie beschränkt. ->:
diskur05.htm#WAFFE_INFO
@:INFORMATION
Hier wollen wir uns mit dem Kernfaktor, sozusagen dem Zentralmythos unserer
heutigen technologischen Zivilisation, beschäftigen. Es sollen hier
bewußt kontroverse Thesen angeboten werden, um einen Kontrapunkt zu
gängigen industrienahen Standpunkten zu setzen.
Das Wort "Information"
ist einer der am meisten mißverstandenen und mißbrauchten Begriffe
unserer heutigen Zeit. Was z.B. in der populären Presse (und dann leider
auch in der Politik) zum Thema Information gesagt wird, hat kaum etwas mit dem
wissenschaftlich-technischen Informations-Begriff (-> Shannon,
->Brillouin)
zu tun. Der volkstümliche Begriff "informiert sein" ist nicht mit dem
technischen Begriff zu verwechseln. Im Hinblick auf das, was heute auf dem WWW
und in den weltweit verfügbaren Datenbanken lagert, ist der Begriff Daten
passender: das Internet bietet uns Multi-Terabytes technisch dargestellter
Zeichen. Aber was wir in unseren heutigen, von vielfältigen
Herausforderungen, Umbrüchen und Bedrohungen, hin- und hergerissenen
Gesellschaften brauchen, das sind nicht Daten, sondern, es ist Wissen[23]. Und Wissen ist etwas, das die
Menschen im Kopf, und zu ihrem weisen Handeln bereit haben sollten. Wir
können ein essentielles Dreieck von: Wissen,
Können,
und Handeln
skizzieren. Dieser feine Unterschied wird leider zu oft in den Diskussionen zur
Informationsgesellschaft übersehen. Wissen
ist etwas, das sehr schwierig zu erlangen, und noch schwieriger an andere
Menschen weiterzugeben ist.
Für mehr philosophisch orientierte sei hier auf den 7. Brief von Plato
verwiesen, wo das Problem schon vor 2400 Jahren genau auf den Punkt gebracht
wurde. ->:
@default.htm#SIEBTER_BRIEF.
Da ist es schon einfacher, Datenverarbeitungsmaschinen (sprich: Computer) in
Massen in jede Schule zu stellen, und Fortschritt im "Erziehungs"-System danach
zu bemessen, wieviele Computer statistisch pro Schulklasse verfügbar
sind.
Die Gretchenfrage jeder "Informations-" Technologie, somit auch die
Entscheidungsfrage der heutigen "Informationsgesellschaft"
ist: wie wird "Information" zu Wissen,
also wie kommt etwas aus dem Datenspeicher in unser aktives
Denk- und Vorstellungsvermögen, und wie erlaubt es
uns dann, mit Vorbedacht und Überlegung (und hoffentlich:
Weisheit) zu Handeln? Leider finden heutige Diskurse um die
"Informationsgesellschaft"
oft genug ohne solche Erwägungen statt. Hier sind nämlich die
entscheidenden Faktoren zu finden. Und hier lohnt es sich sehr, die Forschung
der Geschichte der Medien zu betreiben, die ja nun schon seit Altamira
und Chauvet
etwa 50,000 Jahre alt ist, und erst in den letzten 5,000 Jahren die heutigen
Formen des Staats, der organisierten Priesterschaft, und der gesellschaftlichen
Institutionen angenommen hat, und dann erst in den letzten 500 Jahren mit dem
Buchdruck und der westlichen Wissenschaft und Technologie "so richtig in Fahrt
gekommen ist".
Unter dieser Perspektive können wir erkennen, daß das, was auf den
Wänden von Altamira
steht, viel mehr mit unserem zukünfigen MM-Zeitalter zu tun hat, als das,
was in den letzten 5000 Jahren mit der Schrift gemacht wurde, und daß die
Entwicklungen der letzten 500 Jahre zwar für unser heutiges
Bewußtsein entscheidend sind, aber das sagt nichts darüber aus,
daß die 50,000 Jahre Menschheitsgeschichte davor nicht ebenso relevant
sind.
@:WAFFE_INFO
Samuel Huntingdon
(The clash of civilizations), Howard Bloom
(The Lucifer principle) und aus deutschen Landen Heiner Mühlmann
(Die Natur der Kulturen) haben uns sehr beunruhigende Analysen der
Hintergrundfaktoren der menschlichen Kulturentwicklung gegeben, deren
Lektüre besonders denen zu empfehlen ist, die sich aus politischen
Gründen (Multi-Kulti-Adherenten) lieber auf einem weltanschaulichen
Antipoden dieser Meinungsträger ansiedeln. Denn hier werden einige hart zu
ertragende Faktoren vorgetragen, von denen zu hoffen ist, daß sie nicht
ganz so schrecklich, wie dargestellt, zu nehmen sind, aber wehe uns, wenn sie
wahr sind! Mehr dazu unter ->:
diskur03.htm#KULTURTHEORIEN.
Kritische Stimmen zum Stand und den Perspektiven der
"Informations-Gesellschaft" finden wir bei:
-> Ars Electronica Symposion 1998: Info War: "Information.Macht.Krieg"
(URL)
http://www.aec.at/infowar/NETSYMPOSIUM/
Das Kernthema der Ars Electronica Symposions 1998 ist:
"Information.Macht.Krieg". Diese vieldeutige Formulierung unterstreicht die
schillernde Rolle der Information[24] als
Waffe in einem anscheinend schon viele tausend Jahre währenden Kulturkampf
der Menschheit. Ganz im Gegensatz zu ihren sonstigen Gepflogenheiten hat die
Ars Electronica für dieses Jahr kaum einen der gehaltenen Vorträge im
gedruckten Programm vorliegen. Eine praktische Anwendung der "Waffe
Information", um das Exempel zu statuieren? Besonders erhellend (???) war der
Vortrag von Prof. George Stein, seines Zeichens "Member of the faculty of the
USAF Air War College and Chairman of the Department of Future Conflict
Studies". Stein erging sich in seinem Vortrag in Andeutungen[25]. Er stellte das OODA-Model des Informationskrieges vor:
Observation, Orientation, Decision, Action. Das effizienteste Vorgehen ist das
Eindringen in den feindlichen "Orientation-" Prozess, was soviel heißt:
das Beeinflussen der Bewertungsgrundlagen. Es gibt zwei Kategorien des
Informationskrieges: den indirekten und den direkten. Alle technischen
Varianten, die man sich vorstellen kann, wie z.b. Chiffres, Geheimcodes,
Stören und Zerstören feindlicher Informationsanlagen, etc., sind nur
den indirekten und sekundären Kategorien zuzuordnen. Der direkte, und
damit auch wirkungsvollste Informationskrieg ist der, von dem der Gegner nicht
einmal ahnt, daß er stattfindet. Als unscheinbares Beispiel nannte Stein
den konfessionellen religionsgebundenen Schulunterricht, der die Kinder auf das
Werte- und Wahrnehmungssystem der jeweiligen Denomination einschwört, ohne
daß diese das merken. (-> memetik) Wir können daraus folgern,
daß es (sehr hypothetisch formuliert) einen immerwährenden
Kulturkampf der Menschheit im Informationskrieg der herrschenden Kreise,
Cliquen, Klassen, und Schichten gegen die gerade beherrschten geben könnte
(???), und der besteht hauptsächlich darin, daß die beherrschten
eben nicht merken, auf welchen Ebenen und mit welchen Mitteln dieser Krieg
geführt wird...
Dazu Douglas Rushkoff in seinem Vortrag: "Communications is made for
controlling the governed, to program the governed populations into accepting
the pre-programmed views..."
Telepolis
Telepolis bringt eine kritische Übersicht aktueller Themen im Bereich
Internet etc.
(URL)
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/
-> Clifford Stoll:
Wüste Internet, (Rezension, c't 9/95, s. 260), (u.a. das Fernsehen als
größtes kulturelles Medien-Desaster der letzten 50 Jahre[26]).
-> Stephen Talbott:
The Future does not compute
(URL)
http://www.oreilly.com/~stevet/index.html
-> David Shenk:
Data Smog
-> di Luciano Floridi
Brave.Net.World: The Internet as a Disinformation Superhighway?
(URL)
http://www.well.com/user/hlr/texts/disinfo.html
-> Saul Wurman: Information Anxiety
... sowie Neil Postman,
McLuhan,
etc. etc.
->
(URL)
http://www.aber.ac.uk/~dgc/influ.html
Information, oder besser: Des-Informationstechnologien, sind auch die
wirksamsten Waffen im Kampf der Kulturen um die Vorherrschaft auf diesem
Planeten. Ein großes Problem der heutigen Diskussion um
"Informations"-Technologien besteht darin, daß man es oft genug mit
Des-Informationstechnologie zu tun hat, deren Verbreitung im Sinne bestimmter
Interessenskoalitionen geschieht. Das Internet ist nach Meinung einiger
Kritiker auf dem besten Wege, das Fernsehen als größte
Des-Informationstechnologie der Menschheitsgeschichte überhaupt zu
überholen. (Die im Sept. 1998 laufenden "Informations"-Kampagnen über
des Sexualleben des US-Präsidenten Clinton mögen ein Beispiel
dafür bieten.) Zwar ist diese "Information" keine Fälschung, aber der
soziale und ethische Wert dieser Angebote ist äußerst zweifelhaft.
Die technischen Faktoren, wie Multi-Mega-Mips Prozessoren, und Multi-Mega-Baud
Leitungen, werden nichts zu einer qualitativen Verbesserung solcher
Zustände beitragen.
Die
grundsätzliche Schwierigkeit, zwischen Informationstechnologie und
Des-Informationstechnologie unterscheiden zu können, ist die Neuigkeit und
soziale Unerprobtheit der heutigen Multimedia-Technologien, sowie ihr soziales
Veränderungspotential. Um diese Faktoren einschätzen zu können,
ist sowohl eine tiefgehende technische wie auch eine eine kultur- und
medien-geschichtliche Fundierung nötig, die in dieser Kombination leider
heute kaum gelehrt wird, weil das Wissen dazu zu sehr auf die
gegensätzlichen akademischen Lager von Technik-/Natur-Wissenschaften
(Informatik, Elektrotechnik, Wirtschaftswissenschaft) und die
Geistes-Wissenschaften aufgeteilt ist. Es genügt nicht, daß man als
Geisteswissenschaftler die Computer-Fachpresse lesen kann (so wie Norbert Bolz
mit Vorliebe aus der c't zitiert), sondern man muß in der Lage sein, den
"Hype-" Filter scharf stellen zu können, und aus der systematischen
Des-Information gegen die Intentionen (und unbewußten Programmierungen)
der technischen Schreiber die "Information" herauszufiltern, die den Schreibern
sofort ihre Stelle kosten würde, wenn sie sie direkt veröffentlichen
wurden. So ist eine radikal kritische Berichterstattung kaum von einer
Computerpresse zu erwarten, die essentiell von den Anzeigen der
Computerindustrie abhängig ist.
Um aber die Potentiale der Technologie einzuschätzen, vor allem aber
ungenutzte Entwicklungsmöglichkeiten zu erkennen, die die von
Venture-Kapital, Shareholder Value[27] und
Monopolisierungstendenzen (Microsoft) getriebene Computerindustrie nicht
wahrnehmen kann oder für profitabel hält, dazu ist eine andere
Qualifikation erforderlich: Daß man selber an der Front der Technologie
mitarbeitet und mit- aber vor allem GEGEN-denken kann.
Die Qualifikation zum neutralen Einschätzen der MM-Technologie schwer zu
bekommen. Allein bei der Technologie auf dem Laufenden zu bleiben, ist schon
eine Vollzeit-Lebensaufgabe. Das läßt dann kaum Kapazität oder
Lebensenergie mehr für geisteswissenschaftliche oder politische Exkurse
zu. Und daher ist es kaum ein Wunder, daß der verheiratete durchschnitts-
{Ingenieur / Softwaretechniker / Technikjournalist} mit Familie und einem
(schnell auch mal) kündbaren Job zu diesen Themen meist wenig zu sagen
hat.
@:COMPUPHOBIE
Umgekehrt ditto. Es ist sattsam bekannt, daß zumindest in Deutschland die
Experten aus den Geistes-Wissenschaften meist immer noch
Berührungsängste und Mißtrauen gegenüber dem Computer
haben. Hier hat sich das verbreitete akademische System der Spaltung der
Wissenschaften (C.P. Snow:
Die zwei Kulturen) in eine Falle manövriert. Dies wird zwar von vielen
(und allerhöchsten) Seiten bemängelt (z.B. Wolfgang Frühwald,
DFG, und Jürgen Mittelstraß)
aber es wird für lange Zeit keine Lösung dafür geben, weil das
deutsche Universitätssystem in seiner Struktur nicht im Schnellverfahren
zu renovieren ist. Wenn eine Lösung kurzfristig bereitgestellt werden
soll, so muß dies aus Bereichen kommen, die schneller reagieren
können als das allgemeine Universitätssystem.
Auch
in vorliegenden Fall ist es vorteilhaft, einen geschichtlichen Blick in die
früheren Einsätze der "Waffe Information"
zu gewinnen, und was das Neue an ihren heutigen Einsatz ausmacht. In den Zeiten
des Industriekapitalismus waren technische Verfahren, Patente, und Absatz- und
Vermarktungs-Strukturen (Kartelle, Monopole) die hauptsächlichen
Prozeduren. Ihren globalen Einsatz kennt man unter dem Stichwort
"Kolonialismus", in dem von Europa und Nordamerika aus (im wesentlichen:
England, USA, Frankreich, Deutschland) der gesamte Rest der Welt beherrscht
wurde.
In der heutigen Informationstechnologie dreht es sich um Schnittstellen
und Standards,
und wer diese diktieren kann. Sowie um verfügbare Kanal- und
Verarbeitungs- Bandbreiten,
Speicherkapazitäten,
und Chiffrierungs-
und Codierungsverfahren.
Die augenblickliche "Schlacht der WWW-Browser"
zwischen Netscape
und Microsoft
ist die aktuellste Front dieses Kampfes, wobei man aber nicht übersehen
sollte, daß es sich hier im einen Kampf der Finanzierungsimperien
dreht, die sowohl hinter Netscape und Microsoft stehen, aber auch hinter den
Hardware-Giganten wie Intel und Motorola. Wir müssen auch hier zwischen
Informationstechnologie
und Des-Informationstechnologie unterscheiden. Das, was in der Tagespresse
erscheint, muß sorgfältig auf den letzteren Faktor geprüft
werden. Was sind die kulturtheoretisch zugrundeliegenden
"Tiefenströmungen" dieser Entwicklung? (anderswo auch als die
"Morphologie" bezeichnet, ->:
morph-cm.htm
, 1997).
Literatur:
Die Zeitschrift c't enthält neben technischen Artikeln auch viele
Beiträge mit wichtigen Informationen zur Wechselwirkung mit sozialen
Aspekten. Hier sind die Seitenzahlen einiger relevanter Beiträge
gelistet.
->
(URL)
http://www.heise.de/ct/inhverz/
-> c't 12-97: p. 16 / p. 86 / p. 144-158
-> c't 11-97: p. 34 / p. 136 / p. 124 / p. 134 / p. 376
-> c't 9-97: p. 128 / p. 182
-> c't 8-97 , p. 58 / p. 248 / p. 115 / p. 122 / p. 128 / p. 148
Die Situation der Informationstechnologie in Deutschland ist dadurch
geprägt, daß aufgrund der Altlasten des Fernmeldemonopols die
Kanalkosten wesentlich höher sind als z.B. in den USA, und die BRD damit
an diesem Faktor benachteiligt ist. Es ist zwar die gleiche Basistechnologie
vorhanden wie in USA, aber keine Massennutzung wie in den USA zu gleichen
ökonomischen Bedingungen.
Eine ähnliche Situation kann man in der Geschichte ausmachen, etwa vor den
Zeiten des Buchdrucks, als ein Informationsmonopol der Institutionen, die die
meisten Schreibermanufakturen unterhielten (z.B. die Kirche, der chinesische
Staat) möglich war. Erst die Drucktechnologie schuf die Voraussetzung zur
explosionsartigen Verbreitung von Büchern und der Massenkommunikation
durch Periodika. (McLuhan, Eisenstein, Giesecke)
Dieser unscheinbare Faktor der unterschiedlichen Kanal-Ökonomie wirkt sich
z.B. darin aus, daß man in USA bedenkenlos einen 10-mal höheren
Kommunikations-Kanal-Faktor in Kauf nehmen und ökonomisch rationalisieren
kann, als hier, womit ganze Wirtschaftszweige hier nie entstehen können.
WWW-Technologie ist vor allem eins: Channel-Bandwidth-Hogging
(Deutsch: Mit Fernmelde-Kanal-Bandbreite
saumäßig aasen gehen). In Ländern wie Deutschland waren von der
Geschichte her die Kommunikationskanäle
aber immer ein Vorrecht derer, die "gleicher waren als die gleichen", also
Militär, Politik, Hochkapital, etc., und dies war auch der politische und
ökonomische Hintergrund des Fernmeldemonopols.
(Wesentlich darauf zurückzuführen, daß das preußische
Militär, ebenso wie später Hitlers Wehrmacht, die
Kommunikationskanäle immer als strategische Waffe betrachtet hatten, deren
Gebrauch man folglich auch lieber reserviert wissen wollte. Siehe auch: ->:
diskur11.htm#ZIVIL_DYNAMIK
)
Schwieriger einzuschätzen ist aber die Situation der (quasi-)
Monopolisierung der Software- und User-Interface Schnittstellen durch die
US-Computerindustrie. Es wurde zwar in der Presse einiges über die
"geheimen Schnittstellen" in Windows und anderen Microsoft-Produkten bekannt,
aber das ganze Ausmaß der entscheidenden Faktoren dieses Einsatzes der
"Waffe Information" ist (wohl aus guten Gründen) nirgendwo
veröffentlicht worden. Ein wesentlicher weiterer Faktor sind die
"impliziten Standards". So ist z.B. das Windows-Icon-Mouse-Pointing-Interface
(WIMP)
seit dem Mac
und MS-Windows
von 1984 zum allgemeinen, nie hinterfragten Standard der Computerindustrie
geworden, dessen Relevanz (zum Wohl und Wehe) der zukünftigen
MM-Gesellschaft wohl ebenso entscheidend ist, wie die Felsbilder von Altamira
und die Entwürfe der Schreiber von Mesopotamien
und Ägypten
für die gesamte zivilisierte Menschheitsgeschichte. Was das in seiner
Konsequenz bedeutet, wird aber selten irgendwo diskutiert. Diesem Manko soll
hier ein wenig Abhilfe geschaffen werden, und diese Faktoren sollen in den
nächsten Abschnitten weiter behandelt werden.
@:DYNAMIK
Wir können uns über den Aphorismus von Heraklit:
"Der Krieg ist der Vater aller Dinge" streiten, aber es ist sicher
unzweifelhaft, daß das Militär schon seit der Steinzeit immer zu den
ersten und eifrigsten Benutzern jeglicher Technologie gehört hat, und
heute mehr denn je bahnbrechend ist. Wir brauchen uns nur erinnern, daß
das heutige Internet ein Teil des Kommando-Arsenals für den Atomkrieg war,
das in den 70er Jahren vom US-Militär unter dem Namen ARPA-Net
geschaffen worden war[28].
Kriegführung ist nicht zuletzt eine medientechnologische Angelegenheit,
denn man braucht ein irgendwie geartetes schriftähnliches System, um die
Aushebung, Organisation, und die Verpflegung der Truppe zu gewährleisten
(Die Logistik), sowie ein gutes Signalsystem, um diese Masse im Feld zu
steuern. (Bzw. man muß dafür sorgen, daß man ein besseres als
der Feind hat, siehe Hitlers Panzer- und Stuka-Koordination über Funk,
welche den Blitzkrieg ermöglicht hat).
-> Havelock:
Communication arts of the ancient world, ->McLuhan,
->DeLanda:
War in the age of intelligent machinery.
Beim Militär kennt man seit mindestens 5000 Jahren, seit die ersten
Großkriege mit Massenarmeen
und Technologie-Unterstützung
im alten Ägypten und Mesopotamien geführt wurden (->:
diskur15.htm#FERRILL_WAR
p. 42, 44) eine alles entscheidende Balance von Faktoren, die den Wert einer
Waffenkombination bestimmen:
Heute
kommt es nicht mehr darauf an, irgendetwas zu können, was Nachbar XYZ auch
macht, sondern es schneller machen zu können. Und so ist der Kampf der
Zivilisationen ein Kampf um die Zeit (-faktoren) geworden. (Siehe dazu auch
Michael Ende:
Momo). Computer sind Zeitmaschinen, auch wenn wir das anders verstehen
müssen, als H.G. Wells
es in seinem Roman gemeint hat. Interessanterweise finden wir sehr selten in
den Computer-Testberichten der Massenzeitschriften den Produktionsfaktor Zeit
als wesentliche Position der Wertung. Es ist, als ob die Industrie sich einem
geheimen Tabu verschrieben hat, daß der Faktor Zeit immer durch noch
schnellere Hardware zu bewältigen ist, nicht aber durch besseres
Programm-Design. (Michael Ende hat mit "Momo" eine Vision dieser Problematik
skizziert). Sehen wir das aber unter dem Aspekt der
Des-Informationstechnologie, so wird die Sache klar. Es wird systematisch
unterschlagen, daß wir hier einer Milchmädchenrechnung nach dem
Muster:
CTHEORY
magazine:
(URL)
http://www.ctheory.com/
(CD-Version)
(URL)
file:///0NA/BRIEFS/ONL/NA1200.htm
Drug Hysteria: U.S.A., Critical Art Ensemble.
John Strausbaugh and Donald Blaise, eds., The Drug User: Documents 1840-1960
New York: Blast Books, 1991.
(URL)
http://www.public.iastate.edu/~lmonke/
(CD-Version)
(URL)
file:0NA/BRIEFS/CNFR-TEC/NA0.HTM
Netfuture Archives Page Includes past issues of Netfuture; Computerized
Technology and Human
Responsibility FAQ; Portions of "The Future Does Not Compute"...
(URL)
http://www.ora.com/staff/stevet/netfuture/
(CD-Version)
(URL)
file:0NA/BRIEFS/CNFR-TEC/NA3.HTM
Annotated Reading List From Mumford and Ellul to Postman, Noble and Winner;
From "Computer
Power and Human Reason" to "The Future Does Not Compute"; a still growing list
of print resources.
(URL)
http://www.public.iastate.edu/~lmonke/books.html
Online Documents "Technological Determinism", "Informing Ourselves To Death",
"The Web and the
Plow" and other on-line documents exploring the value of technology and its
relationship to human purposes.
Related Links Selected sites dedicated to investigating the human/computer
relationship. Check out
the Utopian Visions web site and CRITT
Boyers,
R. ed.: Laing and anti-psychiatry, Penguin, Harmondsworth 1971
Chorover, Stephan L. Die Zurichtung des Menschen, Campus, Ffm. 1982
From genesis to genocide
Szasz, Thomas: Die Fabrikation des Wahnsinns
"Liefert die Psychiatrie Einstiegsdrogen?", Österr. Gesellschaft zum
Schutz vor Verstößen der Psychiatrie gegen Menschenrechte,
Pressemitteilung vom 27.11.1980
Cooper, David: Psychiatrie und Anti-Psychiatrie
Keupp / Zaumseil: Die gesellschaftliche Organisation psychischen Leidens
Dr. Thea Bauriedl,
Vortrag im Haus der Begegnung, Ulm 27.11.1997.
Joseph Weizenbaum:
"Die Macht der Computer..."
Steven Levy:
"Hackers".
Die Aufsätze Heideggers zum Thema Technologie.
Andreas Schäfer:
Drogen und Krieg, in: Kittler,
Tholen:
Arsenale der Seele, p. 151-170
Muensterberger, ed.: The psychoanalytic study of society, Int'l universities
press, NY
[21] Semaphoren-Systeme, Brieftauben, etc.
[22] Ich glaube zwar, daß das
Standard-AEC Publikum mit diesem Thema nicht optimal etwas anfangen konnte
(siehe die email Diskussion dieses Themas auf dem aec server), aber das kann
man ja nicht den AEC Veranstaltern anlasten. Ich habe jedenfalls immens dabei
gelernt.
[23] -> Prof. Dr. Dr. A. Grünert:
"Lehren - Lernen - Praktizieren" in: Klinikarzt Nr. 7/26 (1997), S. III:
Die rasante Wissensvermehrung in allen Lebensbereichen und so auch in der wissenschaftlichen Medizin ist ein beliebtes Dauerthema in der aktuellen "Kommunikations- und Informations-Publizistik". Was tatsächlich meßbar ist und ungeheuer an Umfang zunimmt, sind die verfügbaren Daten aus allen Bereichen der Wissenschaft, die aber letzten Endes erst über einen komplizierten Prozeß in fragestellungsorientiertes Wissen transferiert werden können.
[24] oder: bestimmter Ansichten zum Thema Information. Die
mathematische Informationstheorie von Shannon und Weaver ist damit sicher nicht
gemeint.
[25] wahrscheinlich, um einen "Future
Conflict" wegen zu großer Offenheit mit seinem Arbeitgeber (und der CIA
etc.) zu vermeiden. Als einfacher Zivilist ist er selbstverständlich nicht
in die "top secret" Informationskanäle des Militärs eingebunden, aber
kraft seines Spezialwissens kann er auch mit durchgefilterten Nachrichten
einiges selber dazu denken.
[26] Clifford Stoll, c't 12/96, p. 88c.:
Verdummung und Analphabetisierung durch Fernsehen, das Internet wird uns noch
weiter verblöden. 90% des Dateninhalts des Internet ist Müll, ab und
zu ein Goldstück. Das aufzufinden, ist Bergwerksarbeit.
Zu Fernsehen: Mark Crispin Miller: Boxed in: The culture of TV.
[27]-> Viviane Forrester: Terror der
Ökonomie
[28] Siehe dazu auch Heise Telepolis, und AEC
Infowar für reichlich Material in diese Richtung.
Douglas Rushkoff,
(URL)
http://www.aec.at/infowar/NETSYMPOSIUM/ meint, daß ARPA aber nur das
schon bestehende UNIX- (TCP- etc.) Netzwerksystem der Universitäten
adaptiert hat.
[29]Hierzu ein witziger Beitrag aus den
Newsgroups:
(
(URL)
news:ulm.uni.wohnheim.general)
Bei einer Computermesse letztens (auf der ComDex) hat Bill Gates die Computer Industrie mit der Auto-Industrie verglichen und das folgende Statement gemacht: "Wenn General Motors (GM) mit der Technologie so mitgehalten haette wie die Computer Industrie, dann wuerden wir heute alle 25-Dollar-Autos fahren,die 1000 Meilen pro Gallone Sprit fahren wuerden." Als Antwort darauf veroeffentlichte General Motors (von Mr. Welch selbst) eine Presse-Erklaerung mit folgendem Inhalt: -=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-= Wenn Gerneral Motors eine Technologie wie Microsoft entwickelt haette, dann wuerden wir heute alle Autos mit folgenden Eigenschaften fahren: 1. Ihr Auto wuerde ohne erkennbaren Grund zweimal am Tag einen Unfall haben. 2. Jedesmal, wenn die Linien auf der Strasse neu gezeichnet werden wuerden, muesste man ein neues Auto kaufen. 3. Gelegentlich wuerde ein Auto ohne erkennbaren Grund auf der Autobahn einfach ausgehen und man wuerde das einfach akzeptieren, neu starten und weiterfahren. 4. Wenn man bestimmte Manoever durchfuehrt, wie z.B. eine Linkskurve, wuerde das Auto einfach ausgehen und sich weigern, neu zu starten. Man muesste dann den Motor erneut installieren. 5. Man kann nur alleine in dem Auto sitzen, es sei denn, man kauft "Car95" oder "CarNT". Aber dann muesste man jeden Sitz einzeln bezahlen. 6. Macintosh wuerde Autos herstellen, die mit Sonnenenergie fahren, zuverlaessig laufen, fuenfmal so schnell und zweimal so leicht zu fahren sind, aber sie laufen nur auf 5% der Strassen. ;-) 7. Die rl-Kontroll-Leuchte, die Warnlampen fuer Temperatur und Batterie wuerden durch eine "Genereller Auto-Fehler" Warnlampe ersetzt. 8. Neue Sitze wuerden erfordern, dass alle die selbe Gesaess-Groesse haben. 9. Das Airbag-System wuerde fragen "Sind sie sicher?" bevor es ausloest. 10. Gelegentlich wuerde das Auto Sie ohne jeden erkennbaren Grund aussperren. Sie koennen nur wieder mit einem Trick aufschliessen, und zwar muesste man gleichzeitig den Tuergriff ziehen, den Schluessel drehen und mit einer Hand an die Radioantenne fassen. 11. General Motors wuerde Sie zwingen, mit jedem Auto einen Deluxe Kartensatz der Firma Rand McNally (seit neuestem eine GM Tochter) mit zu kaufen, auch wenn Sie diesen Kartensatz nicht brauchen oder moechten. Wenn Sie diese Option nicht warnehmen, wuerde das Auto sofort 50% langsamer werden (oder schlimmer). Darueberhinaus wuerde GM deswegen ein Ziel von Untersuchungen der Justiz. 12. Immer dann, wenn ein neues Auto von GM vorgestellt werden wuerde, muessten alle Autofahrer das Autofahren neu erlernen, weil keiner der Bedienhebel genau so funktionieren wuerde, wie in den alten Autos. 13. Man muesste den "Start"-Knopf druecken, um den Motor auszuschalten.
[30] Nach dem Motto: "To get a bigger bang for the buck"