
@:SYMBOLIK
Dieses Thema wird detaillierter in der Schrift ->:
symbol.htm
behandelt.
->:
symbol07.htm#HYPERMEDIA_INTERACT
->:
symbol07.htm#OUTLINE_FOLDING
->:
symbol07.htm#ESSENTIAL_OVERVIEW
->:
ESSENTIAL_SPEED
->:
symbol08.htm#HUM_INTF
Wir
können hier ein eisernes Faktoren-Dreieck für die Information
einführen:
"Information"
im Sinne von Multi-Megabytes von Daten, die wir so-und-so-schnell in unseren
Computer einschleusen können, nützt uns als solche überhaupt
nichts, wenn wir sie nicht irgendwie zu Wissen verarbeiten können. Wissen
ist essentiell von Ordnung abhängig, und jede Art von Ordnung ist ein
Hierarchie-Schema. Ein "wissenschaftlicherer" Begriff für "Ordnung" ist
"Klassifikation".
Das kennt man spätestens seit Aristoteles und das wird auch
selbstverständlich in der Wissenschaft so eingesetzt. Allerdings ist zu
bemängeln, daß kaum einer der heutigen Wissenschaftsschreiber an den
Stil und das Vorbild an die Gliederung von John Locke's "Essay on human
understanding" heranreicht. Im Datenbank- Design ist der Faktor der
Hierarchisierung ebenfalls als Balanced B-Trees und ähnliche Techniken
bekannt. Dafür hat man es umso gründlicher im WWW vergessen. Das WWW
kennt nur Vernetzung, und das ist der Grund, warum der "Satz vom Hammer"
eingeführt wurde ->:
diskur04.htm#LAW_HAMMER
->:
diskur04.htm#HYPER_PROBLEM.
Das WWW sollte besser MUDDL genannt werden: "Mazes of hyper-linked Unstructured
Dynamic Data that are Large" ->:SYMBOL.DOC:MUDDL_PROBLEM. Die Hyper-Links
fungieren nur als Vernetzungsinstrument, aber über ihre Anordnung waltet
der Zufall oder der (schlechte) Geschmack. Mit dem WWW ist man kaum in der
Lage, über (das Design von) Hierarchien nachzudenken.
Glücklicherweise gibt es sehr gute Hierarchie-Tools, und eins der besten
ist in einem Produkt von Microsoft enthalten. (So daß ich die Firma nicht
nur als schlechtes Beispiel heranzuziehen brauche). Microsoft Word hat in dem
Gliederungsmodus eins der besten Hierarchie-Editier-Systeme der Industrie, fast
so gut wie der schon wieder völlig vergessene Thinktank ->:
diskur04.htm#THINKTANK.
Eine Möglichkeit, die Thinktank aber bot, welche in heutigen Standardprogrammen nicht mehr zu finden ist, ist das Führen multipler Hierarchien durch Headline cloning[31]. Diese elegante Funktion realisiert ein implizites Hypertext-Prinzip, in dem der unter den Headlines liegende Text von völlig verschiedenen Ansichten und Strukturierungen verfügbar war, wenn man verschiedene Headline Hierarchien aufbaute. Der gewaltige Vorteil dieses Schemas ist, daß es einen großen Hyper-Link Aufwand, und damit undurchdringliche Hyper-Netze vollkommen erübrigt, und immer hierarchische Zugangspfade bietet.
Über Vernetzung brauchen wir nicht viel zu sagen, da wir das ja zur Genüge aus dem WWW kennen. Wissenschaftlich nennt man das auch "Assoziation". Das menschliche Denkvermögen besteht im wesentlichen aus diesen Faktoren: Assoziation (im menschlichen Kontext auch "Erinnerung" genannt, da man nur mit etwas schon Erlebten, also Vergangenem, assoziieren kann), und Hierarchisierung, auch als Teilbereich des logischen Denkvermögens bekannt. Das WWW als Infrastruktur-Technologie unterstützt die Assoziation, und vernachlässigt die Hierarchisierung. Auf einem Bein kann man schlecht laufen.
Ebenfalls
seit Aristoteles wissen wir, daß Kategoriensysteme der essentielle
Basisfaktor jeder Hierarchienbildung sind. Dies wird vor allem im Gebiet der
Wissensorganisation behandelt, und ich verweise daher auf dieses Fachgebiet
->:
diskur04.htm#WISS_ORG.
Als Einführungsliteratur ist empfohlen: Knowledge Organzation, Ergon
Verlag ISSN 0943-7444. Als repräsentativer Artikel: Satija (1998).
Als ein Paradebeispiel eines schlechten Kategoriensystems könnte man
Borges' berühmte "Klassifikation von Tieren aus einer chinesischen
Enzyklopädie" nennen, ob das nun je in einer solchen gestanden hat oder
nicht.
Nun
kommen wir zu dem Geheim-Element erfolgreicher
Informations-Wissens-Transformation, der Zeit. Wie schon gesagt, ist die Zeit
so etwas wie ein Tabu-Thema unserer heutigen IuK Revolution. Keiner hat sie,
jeder glaubt, sie mit noch mehr Computer Power sparen zu können, und
verschwendet sie doch endlos mehr mit jedem weiteren Upgrade-Zyklus, den man
sich von der Industrie aufschwatzen läßt. "We are all suckers for
the yearly upgrade cycles of the computer industry" (Douglas Rushkoff, AEC 1998
Symposion). Es ist ein offenes Geheimnis, daß jeder, der wirklich schnell
arbeiten will, entweder DOS-Win 3 oder Linux benutzt, und das möglichst
mit dem Command-Line Interface.
Während die oben genannten Faktoren zu der Struktur gezählt
werden, ist Zeit ein Faktor der Dynamik (oder umgekehrt) ->:
diskur05.htm#DYNAMIK.
Dies ist wirklich so etwas wie ein Geheimrezept, denn jeder, der es erfolgreich
einsetzt, behält das besser für sich, um gegenüber der
Konkurrenz auch weiterhin mit der Nase ein wenig vorn bleiben zu können.
Das ist aber der Überlebensfakter par excellence in unserer heutigen Zeit
geworden. Und deshalb lernt man in der Schule und auf der Universität auch
so wenig darüber, aber ein wenig mehr auf den Militärakademien.
Michael Ende läßt grüßen.
Wie in der Diskussion um das WIMP-Interface erwähnt ->: diskur04.htm#WIMP_SYNDROM, ist Zeit, und damit verbunden, das menschliche Kurzzeitgedächtnis, einer der am stärksten vernachlässigten Ergonomie-Faktoren der heutigen MM-Technologie. Der hierbei vernachlässigte Faktor ist die unkritische Übernahme der Desktop-Idee, nämlich, daß ca. 2-4 Quadratmeter physikalischer "Desktop" (plus noch etwa 10-100 qm Ablagefäche auf Regalen, Stuhlsitzen, Fußboden, in Aktenordnern, etc. etc.) eines typischen Informationsarbeiters durch so etwas Lächerliches wie einen 30*30 cm Bildschirm mit Klicksymbolen zu ersetzen seien. Das geht nur in einer Sachbearbeiter-Situation bei einer großen Bank oder Versicherung, die aber schon durch das alter 3270-Terminal recht gut bedient war[32].
Eine reale Ablagefläche stellt insgesamt einen mehrere hundert qm großen Informationsraum dar, der mit händischen Verfahren durchsucht werden kann, aber in seiner Räumlichkeit noch eine extrem wertvolle Positions-Information lieferte, die leider bei den frei verschiebbaren und überdeckbaren Ikonen auf dem Bildschirm völlig verloren gegangen ist. Dies ist erstmal ein Raum- und kein Zeitproblem. Es läßt sich in gewissen Grenzen aber Raum mit Zeit eintauschen, so daß ein Bildschirm Desktop wieder Sinn macht, wenn man genügend schnell und genügend gut sortiert darauf zugreifen kann. Aber dieser Zeitfaktor läßt sich nur innerhalb der Spanne des menschlichen Kurzzeit-Gedächtnisses ausnutzen, denn wenn man länger suchen muß, hat man buchstäblich vergessen, wonach man sucht, bevor man sein Ziel gefunden hat. Damit ist einer der Problemfaktoren angesprochen, den die Virtualisierung auf dem Bildschirm nicht ersetzen kann, nämlich dem Gedächtnisfaktor der räumlichen Ablage, der wichtiger ist, als man meist vermutet. Weitere Diskussion unter ->: hum_intf.
@:ZUSAMMENBRUCH
Ein wesentlicher, heute noch kaum verstandener Faktor, der hauptsächlich
zur Destabilisierung der heutigen Menschheitssituation beiträgt, ist der
Zusammenbruch unseres dominanten symboltechnischen Mediums, der Schrift, die
die Kommunikations- und Herrschaftsformen der Zivilisationen der letzten 5000
Jahre getragen hat. Wir merken diesen Zusammenbruch meist nicht direkt, weil
wir alle noch unsere Bücher und Zeitungen lesen können, aber denen,
die versuchen, sich über ein breiteres Spektrum des Menschheitswissens zu
informieren[33], ist klar, daß dies
menschenunmöglich geworden ist. Allein die täglich hinzukommende
Datenmenge übersteigt das Verarbeitungs- und Fassungsvermögen eines
Menschen[34]. Besonders hart trifft es aber
diejenigen, die der vollen Wucht der Massenkommunikation ausgesetzt sind.
Der Anthropologe H.P. Dürr[35] (Uni Bremen) hat einmal anekdotisch vermerkt, daß man daran merkt, daß ein deutscher Akademiker auf C3-Professorenstatus aufgestiegen ist, wenn er es nicht mehr nötig findet, briefliche Anfragen zu beantworten
Seite: 45
Dies ist sicher eine etwas überspitzt und verkürzt
formulierte Feststellung, die bei genügend sachlicher Abwägung und
ausgewogenerer Meinungsfindung wohl etwas anders formuliert werden
müßte, und dem hart arbeitenden und durch Studentenschwemme sowieso
überlasteten deutschen Professorenstand sicher nicht ganz gerecht wird.
Die Haupt-Arbeit der Korrespondenz besteht im Briefe-Lesen und
Briefe-Schreiben, und ein deutscher C4-Professor muß sich meist eine
einzige Sekretärin mit 5 oder 6 anderen deutschen C4-Professoren teilen,
und das ist (nach meinen eigenen empirischen Feldforschungen, ich kann die
Feld-Daten für weitere wissenschaftliche Forschungen auf Anfrage zur
Verfügung stellen) oft mit erheblichen Reibungsverlusten verbunden. Und
ein C3-Professor hat überhaupt erst gar kein Anrecht auf eine
Sekretärin. Sein Korrespondenz-Pensum nimmt aber mit dem Aufstieg
exponentiell zu. Und so weit sind wir auch noch nicht, daß alle deutschen
Professoren schon wüßten, wie man mit einem PC umgeht, und Papier in
den Laserdrucker einlegt, was die unabdingbare Voraussetzung zum
eigenständigen Schreiben von Briefen wäre. Dazu müssen wir
abwarten, bis die heutige Generation von Computer Kids in den C4-Stand
nachgerückt ist.
->:
diskur05.htm#COMPUPHOBIE
p. 37.
. Dies ist sicher etwas zu polemisch und überspitzt formuliert, und
wesentlich auch auf die dürftige Infrastruktur-Ausstattung der
Universitäten zurückzuführen sein, aber ich kann aus meinen
eigenen anthropologischen Feldforschungen bei "den Eingeborenen der
nord-westlichen weißen Rassen" (nach Popper
1962, ->:
diskur15.htm#POPPER_LOGIK)
feststellen, daß solches durchaus nicht nur von deutschen Professoren
gesagt werden kann, sondern daß dies mittlerweile zu einer Art
"Volkssport" in unserer ach so effizienten Kommunikationsgesellschaft, vor
allem aber im Internet geworden ist. Wir erleben es gehäuft, daß
besonders diejenigen, die gerade die Wortführer moderner
Telekommunikationsmethoden sind, die Planer und Strategen, deren email Adresse
immer an vorderster Stelle jede Visitenkarte und Webseite ziert, am
allerwenigsten dazu kommen, ihre emails auch zu beantworten.
Wir könnten sogar eine neue Klausel[36]
zu dem Fundus der Murphy-schen Gesetze hinzufügen, und speziell für
die moderne Telekommunikation formulieren:
Das Internet ist so etwas wie eine Datenautobahn mit eingebauten Treppenstufen. Leider liegen diese Stolperschwellen weniger in den Multi-Mega-Baud und -Mips Leitungs- und Prozessorkapazitäten, die man immer wieder ausbauen muß, um den ständig wachsenden Leitungsverkehr vom Dauerstau wenigstens auf ein Stop- and Go zu bringen. Nein, die große Stolperschwelle des Internet, das ist der Mensch. Was nützen uns Multi-Mega-XYZ technische Kapazitäten, wenn wir dann doch durch unsere rudimentäre 50-Zeichen pro Sekunde Lesekapazität immer wieder auf das erbarmungsloseste ausgebremst werden?
Hauptfaktor
dabei ist die, verglichen mit den heute technisch verfügbaren und
darstellbaren Datenmengen, extrem geringe Kanalkapazität der menschlichen
alphanumerischen Symbolverarbeitungs-Systems: Gerade etwa 50 Zeichen pro
Sekunde können wir lesend aufnehmen. Dabei sind unsere biologischen
Sinnes-Systeme in der Lage, Datenmengen von ungeheurer Größe zu
verarbeiten: Das visuelle System allein verarbeitet mehrere GByte[37] pro Sekunde. Und über alle
Sinneskanäle des menschlichen Körpers zusammen verarbeiten wir noch
etwa das Tausendfache, also im Terabyte-Bereich. Hier sind wir wieder etwa in
der Größenordnung der Datenmengen, die die ganze Menschheit auf dem
Internet und in den Datenbanken gelagert hat. Man sieht also: die
Informationsverarbeitung des Körpers ist von ihrer
Größenordnung durchaus in der Lage, die Datenmengen zu verarbeiten,
die die Menschheit in all ihrer Geschichte erzeugt hat, nur sind sie in der
falschen Form für uns dargestellt. Der alphanumerische Kanal ist das
langsamste Medium der menschlichen "Informations"-Verarbeitung.
->:
symbol02.htm#VISUALIZATION
Unter
diesem Aspekt kann MM-Technologie einen Ausweg bieten. MM-Technologie ist ein
diskontinuierlicher Schritt in der Entwicklung der menschlichen Symbolsysteme,
und die vermutlich größte symboltechnische Neuerung seit der
Erfindung der Schrift vor 5000 Jahren und der Drucktechnologie vor 500 Jahren.
Wenn wir den zivilisatorischen Impakt dieser neuen Technologie erfassen wollen,
müssen wir verstehen lernen, welche Medienkulturen die Menschheit in ihrer
Vergangenheit aufgebaut hat, und wie sich diese Medien auf den Fortgang der
Zivilisationsgeschichte auswirkten. Besonders wichtig ist der Zentralfaktor der
Schrift, der die Basis der sozialen Organisationsform des Staates, und damit
der großen Zivilisationen in den letzten 5000 Jahren gesetzt hat. Um aber
ein vollständiges Bild der Entwicklung zu erhalten, müssen wir
unseren Blick noch viel tiefer in die Menschheitsgeschichte richten, denn die
Multimedia-Geschichte der Menschheit ist uns am deutlichsten in den Zeugnissen
von Altamira, Lascaux, und Chauvet erhalten. Wir sollten nicht dem
Trugschluß verfallen, daß, bloß weil nur diese stummen Zeugen
in Form von Wandbildern erhalten sind, daß alle anderen Sinne und
Ausdrucksformen, also Klang, Geruch, Geschmack, Bewegung, etc., keine Rolle
gespielt hätten. Das zeigt uns schon ein kurzer Seitenblick in die
Kulturanthropologie der sog. primitiven Völker, die bis in unsere heutige
Zeit ein reichhaltiges Repertoire multimedialer Tradition erhalten haben. Daher
müssen wir mindestens die letzten 50,000 Jahre Menschheitsgeschichte in
unser Blickfeld mit aufnehmen. Einige wesentliche Aspekte dieser Entwicklung
sollen im folgenden Abschnitt referiert werden, wobei aus Platzgründen
hier im wesentlichen auf weitere Literatur verwiesen werden muß.
Um eine Gesamtsicht der früheren Medienkulturen im Vergleich zum Potential
der MM zu erhalten, ist es wichtig, auch die Vorgänger der MM in
früheren Ansätzen nichtverbaler, nicht-begrifflicher
Wissensdarstellung finden. Besonders für die geschichtliche Orientierung
Ulms als ehemals freie Reichsstadt (-> Ulmer Schwörbrief) ist das Thema
der Architektur als MM-Technologie, da besonders der Kathedralenbau, von dem
Ulm eines der bedeutendsten Zeugnisse besitzt. (->:MEDIUM_MESSAGE). Im
Zusammenhang mit den Ansätzen zu "Wissenschaftsstadt Ulm" ist der
Kathedralenbau ebenfalls wesentlich, da die Baukunst ein wesentlich
nicht-schriftlich tradierter Wissensbereich war, der sich außerhalb der
sichtbaren schriftbasierten "Wissenschaften" bewegte und erhielt. Der für
uns heute wesentlichste Faktor ist die Frage, ob es eine Form von Wissen gibt,
das sowohl für den Fortbestand der menschlichen Gesellschaften essentiell
ist, und sich nur schwer oder garnicht in das konventionelle Format der Schrift
einfügen läßt. Diese Thematik wird ja bekanntermaßen in
dem blühenden Wirtschaftssektor der Konsum-Esoterik[38] sehr breit und blumig, wenn auch dem "Ding" völlig
unangemessen, behandelt. Es handelt sich hier um den berühmten "Versuch
des Schwanzes, mit dem Hund zu wackeln", also eine Prinzipfrage, oder ein a
priori, wie es in der Philosophie heißt. Das wird in dem Artikel "Die
Kultivation des Unsichtbaren und der Multimedia-Diskurs" weiter erläutert
->:UNSICHTBAR. Das "Unsichtbare" wird eben nicht dadurch sichtbarer, indem
man es mit Millionen von Worten beschreibt. Es ist ein Prinzip des
"Unsichtbaren", daß es in anderen Dimensionen existiert, als solchen, die
verbal, konzeptuell, (und damit alphabetisch, in Büchern) beschreibbar
sind. Hier soll kurz eine Skizze angeboten werden, wie man sich ein
"esoterisches" Wissen vorstellen könnte, das durchaus mit
Wissenschaftlichkeit compatibel ist, aber nicht Schwarz auf Weiß
alphabetisch zwischen Buchseiten zu pressen ist.
Wir müssen feststellen, daß fast alles, was uns an kulturellem Erbe
der Menschheit in Bibliotheken und Museen zur Verfügung steht, statisch,
gefroren, und als Totes, übermittelt wird. Es hat nach den Anfängen
der Wissenschaft im alten Griechenland noch fast 2000 Jahre gedauert, bis es
eine brauchbare Darstellung dynamischer Themen in Form der
Newtonschen/Leibnizschen Differential- und Integralrechnung gab. Diese lange
Verzögerung lag u.a. auch an dem langen Beharren
autoritätsgläubiger Traditionen auf der falschen Aristotelischen Idee
der Bewegung. Die einzige Kulturtradition der westlichen Zivilisationen, die
eine direkte dynamischen, bewegte Tradition pflegt, ist der Tanz (und das
Theater). Deren Inhalte werden aber, gesamtgesellschaftlich gesehen,
völlig ignoriert. Die Musik hat eine Zwitterstellung, da sie
natürlich ein dynamisches Phänomen ist, aber durch die Notenschrift
ist sie in statische Muster geprägt worden. Natürlich gibt es eine
reichhaltige Tradition der Improvisation und der freien Musik, die als
Free-Jazz und Weltmusik heute wieder Bedeutung erhält. Bezeichnend ist
aber, daß die großen Konzertsäle, und die großen
Subventionen, immer noch der konventionellen westlichen verschrifteten Musik
vorbehalten bleiben. Die Sinne des Geschmacks und des Geruchs hatten zu
früheren Zeiten eine sehr hohe Bedeutung in vielen Sektoren der
Gesellschaft, und sind heute fast völlig an den Rand gedrängt worden.
Auch unser heutiges Multimediazeitalter spricht wesentlich nur den optischen
Sinn an, und ein wenig den akustischen, und den taktilen
In folgenden Schriften des Autors sind einige der Grundlagen zu dem Themenkreis
weiter aufgearbeitet und dargestellt worden:
Characteristica Universalis and the Origins of the Symbolator
->:
leib-chr.htm
, 1994
The Symbolator Project: Multimedia Systems for Envisioning Dynamic Mental
Images
->:
symbol.htm
Morphologies of Cultural Memory: A structural framework for the evaluation of
non-alphabetic traditions
->:
morph-cm.htm
, 1997
(Vom Autor auf Anfrage erhältlich).
Als theoretische Grundlage empfohlen:
Mihai Nadin: "The civilization of illitercy", Dresden Univ. Press, 1997
[31] Im Unterschied zum Kopieren von Headlines
verändert das Cloning auch jede geklonte Kopie automatisch mit, wenn das
Original modifiziert wird.
[32] IBM brüstete sich damit, mit dem
3270-Terminal eine brauchbare On-Line Emulation der Lochkarte gefunden zu
haben, weshalb auch heute noch das Standard-Breitenmaß der ASCII
Bildschirme bei 80 Zeichen liegt.
[33] Oder auch nur, über bestimmte Themen
auf dem Laufenden zu bleiben.
[34] Und, heute bei schrumpfenden
Finanzmitteln sehr fühlbar: die Kosten für die nötigen
Anschaffungen das Budget der wissenschaftlichen Institute und Bibliotheken.
[35] Wer sich etwas genauer über die
Machenschaften an deutschen Universitäten zur Kaltstellung
mißliebiger Akademiker informieren will, kann im Spiegel, 8/1998, p. 192
etwas zu den neuesten Abenteuern des Herrn Prof. Dr. H.P. Duerr im "Campus an
der Weser" nachlesen.
[36] Falls die Ehre nicht schon an jemand
anders vergeben ist, schlage ich vor, dies die Goppold'sche Klausel der
Telekommunikations-Amendments der Murphy's Laws zu nennen.
[37] 1 GigaByte = 1024 Megabyte, 1 Megabyte
Text entspricht ca. ein Buch von 300 Seiten.
[38] Also alles, was man in esoterischen
Buchläden oder auf esoterischen Seminaren mit Geld kaufen kann.