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Die Kultivation des Unsichtbaren und der Multimedia-Diskurs


@:UNSICHTBAR

von:
Andreas Goppold, Postf. 2060, D-89010 Ulm
Tel. ++49 +731 921 6931 / Fax: +731 501-929 (attn: Goppold)
email: mm-diskurs@uni-ulm.de


Der folgende Text ist eine Einführung in das Projekt "Multimedia-Diskurs" (MM-Diskurs), und zwar in Verbindung mit dem Symposium des internationalen Forums für Gestaltung IFG, welches unter dem Titel "Gestaltung des Unsichtbaren" vom 18.9.-20.9. 1998 stattfand.
Der Titel "Die Gestaltung des Unsichtbaren" bietet für den MM-Diskurs eine gute Einleitung. Auch das, worum sich mein Projekt dreht, ist noch ziemlich unsichtbar, oder zumindest nur nebelhaft darstellbar, und mehr hinter dem Wahrnehmungshorizont der durch konventionelle Medien vermittelten Wirklichkeitssichten befindlich. Ich würde als unterschiedliche Nuance den Begriff der "Kultivation" verwenden, im Sinne neuer (Multimedia-) Mittel der Kulturschöpfung, mit denen den Sinnen nicht direkt zugängliche Wirk-lichkeiten jenseits sichtbarer Realitäten angedeutet werden können. Damit erinnere ich an den philosophischen IFG-Einleitungsvortrag von Robert Spaemann im Ulmer Stadthaus vom 18. 9. 1998, in dem er eine reflektorische Rahmensetzung des Themas vornahm.

Der Vortrag von Robert Spaemann

Wenn wir uns auf das Fokusthema des Un-Sichtbaren einspielen, dann lassen wir uns auf einen Denkakt ein, das eigentlich Un-Denkbare in unseren Aufmerksamkeitsbereich einzubeziehen, also genau jene Denk-Hinter- und Unter-Gründe, die uns deswegen so unsichtbar sind, weil sie der beständige, nie hinterfragte Boden all unserer kognitiven und emotiven Erfahrungswelten sind. Diesen Boden zu hinterfragen, zu unterminieren, und zu de-konstruieren, war seit jeher das Kernanliegen der Philosophie, auch wenn dies der bodenständigen, tatsachenverhafteten, gesundem-Menschenverstand-vertrauenden Allgemein-Öffentlichkeit in Verkörperung des sprichwörtlichen (steuerzahlenden) "Mannes auf der Straße" wohl eher ihre suspekteste Seite und die am wenigsten zu realisierende Daseinsberechtigung dieser Zunft ist. (Die typische Frage etwa: Wozu das ganze Geld für all die Philosophie-C-4 Professuren ausgeben, sollte man nicht eher den Maschinenbau fördern?). Spaemann benutzte das einsichtliche Gleichnis von dem Sehen (als Sehen schlechthin, um es philosophisch zu formulieren), das aus diesem Grunde nicht selbst gesehen werden, kann, also deshalb qua definitionem unsichtbar bleiben muß. Dies hat verständlicherweise nichts mit technischen Begrenzungen zu tun, sondern mit Unmöglichkeit aus Prinzip, oder a priori, wie man in der Philosophie sagt. In einer heute den Informatikern (zumindest seit Hofstadters: Goedel, Escher, Bach) geläufigeren Analogie ausgedrückt, kann nach dem Gödelschen Satz ein Formalsystem beliebiger Mächtigkeit keine Aussagen über sich selbst enthalten. Wir Menschen sind zwar durch unsere Reflexionsfähigkeit nicht durch diese formale Begrenzung eingeschränkt, aber unsere formale (Natur- und Technik-) Wissenschaft ist es dafür umso mehr. Aber auch unsere menschliche Erkenntnis hat Begrenzungen, die umso schwieriger zu beachten sind, als daß sie Un-Sichtbar sind. Wohlgemerkt, das Unsichtbare, von dem wir hier sprechen, wird dadurch nicht sichtbarer oder greifbarer, daß wir ihm einen Namen geben. So wie Anaximander den Beginn aller (westlichen) Philosophie mit der Einführung des Begriffs des a-peiron setzte, dem Un-Umgrenzten, das durch diese quasi-magische Namensgebung eben nicht greifbarer geworden ist, auch wenn nun schon 2500 Jahre währende philosophische Diskurse (die Fußnoten zu Anaximander, um Whitehead zu paraphrasieren) manchmal den Eindruck erwecken, daß einige Philosophen dies erreichen zu können glauben (siehe Hegel). Dieser, aus sämtlichen philosophischen Diskursen nie herauszudividierende irrationale Rest ist es, den Spaemann in unserer heutigen, objektiv-gläubigen, Naturwissenschafts-gegängelten Technowelt, leise anmahnend wieder aus dem schon lange verdrängten Schattenreich der Metaphysik hervorholte, und all denen (nicht allzuvielen, hoi mae-polloi), die ihn hören und verstehen konnten, wieder ins Bewußtsein setzte. Mit Schopenhauer können wir auch sagen, alle Realität ist sowieso virtuell, und dies in das moderne Vokabular des radikalen Konstruktivismus nach Maturana, Varela, Glasersfeld, v. Foerster, u.a. einkleiden. Heutige Virtual-Reality Vorstellungen (s. Rheingold) sind für jeden Philosophen, der seinen Berkeley oder seinen Schopenhauer gelesen hat, eben nichts neues mehr.

The medium is the message

@:MEDIUM_MESSAGE
Um zum Kernthema des MM-Diskurs, in medias res zu kommen: "Alle Philosophie ist medien-vermittelt", sage ich einmal in Paraphrase von Marshall McLuhan (the medium is the message). Auch Spaemann kann nicht über den alphabet-medialen Schatten springen, den sich die abendländische Philosophie wie ein unsichtbares Gängelband, aber dafür umso unzerreißbarer, umgelegt hat, so subtil und unzerreißbar wie die Fessel, geflochten aus dem Schall des Katzentritts, und dem Bart des Weibes, wie es in der Edda heißt, mit dem der Fenriswolf gefesselt wurde, der sie aber letztlich sprengt, und die ganze Schöpfung mit in den allesverzehrenden Weltenbrand des Ragnarök reißt. Was für uns ansteht, ist möglicherweise auch ein Weltenende, wenn unsere Technologie- und Kapitalismus- getriebene Wirtschaft die Menschheit auf dem weltenverzehrenden Produktions- und Konsumkurs so weitertreibt wie in den letzten 150 Jahren. Die Referate der IFG-Veranstaltung befaßten sich mit verschiedenen Aspekten und Szenarien, wie dieser entfesselte Fenriswolf des Global-Techno-Kapitalismus wieder in Banden zu legen sei. Und meine Meinung zu allen gehaltenen Referaten zusammengenommen ist: solange wir nicht das Äquivalent dieser Fenris-Fessel finden, haben wir keine Chance. Dieser Seitengriff in die Mythologie wurde nicht nur wegen des immer wirksamen Rückenschauer-Gänsehaut-Effekts gemacht, der sich zuverlässig bei jedem einstellt, der mindestens einmal in seinem Leben die germanischen Sagen gelesen hat, oder eine Wagner-Oper gehört hat. Auch ein Beispiel dafür, wie das Unsichtbare gerade durch seine Unfaßbakeit umso sicherer seine Wirkung erbringt. Die Kern-Aussage der alten Mythologie ist nämlich, daß durch ein anderes Medium eine Message (the medium is the massage) ganz anderer Art überbracht wird, die hauptsächlich im Bereich des Unsichtbaren liegt, also mit rationalen Mitteln nicht zu erfassen ist. Neben der Popularisation durch C.G. Jung hat dies vor allem Hertha v. Dechend in "Die Mühle des Hamlet" dargelegt, eine minutiös detailliert genau dargelegte Untersuchung von 50.000 Jahren Menschheits-Tradition von Multimedia-Aufführungen, angefangen in den Höhlen von Lascaux, Altamira, und Chauvet, die man eben damals bescheiden "heidnische Rituale" nannte, und derer sich die katholische Kirche noch fast 2000 Jahre recht erfolgreich mit Weihrauch, Weihwasser, und schwebenden Hymnen durchaus gekonnt und seelenerhebend bedient hat, wie für den Eingeweihten z.B. an Chartres und dem Ulmer Münster gut nachvollziehbar ist. Dies waren Kernelemente des Erziehungsprogramms des Unsichtbaren, das Spaemann in seinem Vortrag erwähnte, und das uns in unserer heutigen materialistischen Zivilisation weitgehend abhanden gekommen ist, auch wenn es nicht spurlos verschwunden ist, denn es war zumindest für die, die Augen hatten, zu sehen, an jenem Abend aus den Fenstern des Stadthauses heraus noch gut wahrzunehmen. Denn mit dem Münster haben wir hier in Ulm ein gut greifbares Stück des besten Teils dieser alteuropäischen Multimedia-Kultur-Tradition überliefert bekommen. Ich hoffe, ich stelle auf diese Weise den Pudels-Kern des Multimedia-Diskurs dar, den ich sonst in keiner nur darstellbaren Weise objektifizieren kann. Das Denken ändert sich fundamental und radikal, wenn sich die Denkmittel fundamental und radikal ändern. Dies ist eine Lektion, die man der Generation der Nintendo-gefütterten Computerkids schon deshalb nicht mehr erzählen kann, weil deren Denken schon "auf der anderen Seite des Flusse(r)s" ist[62], während wir Fossilien des Vor-Nintendo-Zeitalters eigentlich nur beruhigt unserem Aussterben entgegen sehen könnten. Unsere Welt ist spätestens dann restlos untergegangen, wenn der letzte aus der alten Generation der heute über 30-jährigen "den Löffel abgegeben hat". Also brauchen wir uns eigentlich gar keine Sorgen machen, denn die Probleme, die wir heute noch sehen, sind, wie zu Zeiten des ersten Millenniums, oder des ausgehenden Mittelalters, wenig mehr als systematische Verzerrungen unserer 2500-Jahre alten, etwas abgegriffenen Alphabet-vermittelten Begriffs-Optik, aus der uns schon aus diesem Grunde keine Philosophie, diese alphabetischste aller Wissenschaften (ancilla alphabetae) jemals heraushelfen kann, (Martin/Joost ???) Gaarders Sophie hin oder her. Dies wäre also mein Kommentar zu Spaemanns Kommentar zu der IFG, und um bei dem Schall des Katzentritts zu bleiben: wie man es in den Wald ruft, so tönt es aus demselbigen heraus. In der Computerei nennt man das ein wenig despektierlich das GIGO-Prinzip. Wie ich damit andeute, ist der Fokus des Multimedia-Diskurs eine neue Form der Fragestellung sozialer und hoffentlich demokratischer Diskurse (denn autoritäre Sozialformen sind strukturell nur Monologe). Für den notwendigen theoretischen Unterbau verweise ich hier auf Mihai Nadins "The civilization of Illiteracy" oder meine Arbeit: "Morphologies of the Cultural Memory System" (die aber leider noch keinen Verlag gefunden hat).
Das Hauptproblem und die Hauptaufgabe ist also, zu erkennen, in welcher Weise unser Denken das systematische Verursachungsprinzip aller Probleme ist, die wir erkennen, und in denen wir uns folglich befinden. Die Welt ist, wie und was sie ist, völlig unbenommen davon, was wir mit unseren augenblicklichen "Wahr"-nehmungsmechanismen in dieselbe hineininterpretieren (um Kant zu paraphrasieren). Dies wird z.Z. auf dem Telepolis-Diskurs recht gut von Howard Bloom dargestellt, dessen Lektüre ich hiermit wärmstens empfehle ("Reality is a shared illusion").

Die Eudaimonia

Ich komme zurück auf das Leit-Thema des IFG-Vortrags von Spaemann: Die eu-daimonia als philosophischem Grundbegriff eines guten Lebens, dessen Lebenswert sich zum wenigsten am Besitz von Kühlschränken, PS-starken Autos, Vorstadtvillen, oder Pelzmänteln orientiert. Ich glaube, es ist in unser aller Hoffnung, daß unsere Zivilisation zu einer neuen Form der eu-daimonia finden wird, und nicht durch eine grün eingefärbte Öko-Quoten-Diktatur auf den guten Pfad des nachhaltigen Wirtschaftens gezwungen werden muss, damit das Leben auch noch für die nächsten Jahrtausende menschlicher Zivilisation auf diesem Planeten ein gutes sein soll. Leider aber hatte Aristoteles dieses Prinzip in einer Gesellschaft formuliert, bei der das "gute Leben" derer, die es genießen konnten, von der Sklavenarbeit von 3/4 der Bevölkerung abhing, so daß wir sein Rezept für uns nicht so ohne weiteres wörtlich übernehmen könnten. Außerdem war Griechenland, wie wir den Schriften Platons entnehmen, noch in seiner Urväter-Erinnerung als hoch bewaldet, und mit fetter, schwarzer Erde gesegnet gewesen, was schon zu Platons Lebzeiten nur noch die abgenagten Berggerippe waren, wie wir sie heute noch kennen, also kaum Wahrzeichen nachhaltigen Wirtschaftens. Und schon lange vergessene Sagen waren die Spinnweb-Stuben-Märchen (der Moirae, Nornen und Parzen) alt-europäischer Urahn(inn)enschaft, die nach Marija Gimbutas drei oder vier Jahrtausende vor Platon ihr vorzeitiges Ende unter den Schwertern und Feuerbränden der aristokratischen Pferde-Herrscher aus dem Kurganischen Osten fanden (siehe auch: Howard Bloom, Riane Eisler, James De Meo). Es gilt also, einige verlorengegangene Fäden im Gespinst der Geschichte wieder aufzunehmen (histon<->historia). Lesen wir noch Richard Barbrocks Kritik (Heise Telepolis (URL) http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/1007/1.html) der neuen kalifornischen Cyber-Ideologie, die das demokratische Ideal eines Jefferson auf dem Internet wiederzubeleben versucht, aber verschweigt, daß Jefferson seine Demokratievision, die der Verfassung der USA zugrundeliegt, als reicher sklavenbesitzender Plantagenfarmer und auf dem Rücken der schwarzen Zwangsarbeit entwarf, so finden wir einige sorgfältig verborgen gehaltene Passagen im Kleingedruckten so mancher dieser vielverheißenden WIRED-Cyber-Visionen. F.J. Radermacher drückte es im Schlußsatz seines IFG Vortrags am Samstag ungefähr so aus: Es sei das Ziel unserer gemeinsamen "Sustainable Information Society" Anstrengungen, daß unserer globale multimediale Zukunft nicht US-Amerikanisch kontrolliert sei. Worin ich ihm aus vollem Herzen beistimme. Ich hoffe, einen Beitrag in dieser Richtung bringen zu können, der nach Santayana so formuliert werden kann: "Wer die Geschichte nicht kennt, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." (Nur mit dem kleinen Zusatz, daß der nächste Versuch der Wiederholung von den Abkömmlingen der Termiten und Küchenschaben zu leisten sein wird. Siehe wiederum Howard Bloom bei Telepolis.) Zum Schluß möchte ich noch den Philosophen zu Worte kommen lassen, den ich als meinen Mentor und geistigen Leitstern betrachte, Gotthard Günther:

Die Bewußtseinsgeschichte des Abendlandes und der weltgeschichtlichen Epoche, der Europa angehört, ist zu Ende. Das zweiwertige Denken hat alle seine inneren Möglichkeiten erschöpft, und dort wo sich bereits neue spirituelle Grundstellungen zu entwickeln beginnen, werden sie gewaltsam in dem alten längst zu eng gewordenen klassischen Schema interpretiert. Man kann eben eine alte Logik nicht ablegen wie ein fadenscheinig gewordenes Kleid. Der Übergang von der klassisch-Aristotelischen Gestalt des Denkens zu einer neuen und umfassenderen theoretischen Bewußtseinslage erfordert eine seelische Metamorphose des gesamten Menschen. Einer nicht-Aristotelischen Logik muß ein trans-Aristotelischer Menschentypus entsprechen und dem letzteren wieder eine neue Dimension menschlicher Geschichte... Die Antike ist nicht der Anfang der klassischen Bewußtseinsverfassung des menschlichen Ichs, sondern der Abschluß und die geistige Liquidation einer welthistorischen Epoche von solchem Ausmaß, daß neben ihr die etwa zweiundeinhalbtausend Jahre zwischen Thales und uns Heutigen nur als kurzes und flüchtiges Zwischenspiel vor dem endgültigen Beginn der nächsten großen universalgeschichtlichen Periode erscheinen. ...Sie impliziert, daß der Mensch keineswegs die spirituelle Krone der Schöpfung ist und daß jenseits seiner Existenz noch ungeahnte Entwicklungsmöglichkeiten jenes rätselhaften Phänomens liegen, das wir Leben nennen. Die bisherige Tradition hat sie in den Mythos vom "Ewigen Leben" zusammengefaßt und dadurch aus der wissenschaftlichen Entwicklung ausgeschlossen...


Alphabet-Denken ist Schrift-Denken ist Schwarz-auf-Weiß denken. Multimedia-Denken ist Multi-Modal-Denken, ist Tönend-Denken, ist Tanzend-Denken, ist Formend-Denken. Das ist der Denk-Hintergrund des Multimedia-Diskurs, den ich leider nie in Schriftform bringen kann. Zu den neuen multimedialen Ausdrucksformen ist die historisch notwendige zivilisatorische Ergänzung eine multi-modale Logik in der Richtung, wie Gotthard Günther es in seinen (leider noch alphabetischen) Schriften skizziert hat.
Zum Schluß tue ich noch einen tiefen Griff in die Geschichte, und behaupte, daß bei allem Trubel um die bevorstehende Millenniumwende völlig vergessen wird, daß diese nur virtuell in der Zeitrechnung unserer europäischen Regional-Zivilisation ist, ein leicht kolonialistisch wirkender Eurozentrismus, von dem wir im Zuge einer multi-kulturellen Globalisierung Abstand nehmen sollten. Auch wenn es rechnerisch egal ist, welches Kalendersystem wir benutzen, und wo der (arbiträre) Nullpunkt liegt, so könnten wir nur kurz bedenken, daß wir uns heute auf dem Höhepunkt (und vielleicht dem Endpunkt) einer menschheitsgeschichtlichen Groß-Epoche (nach G. Günther) befinden, die ihren Anfang ungefähr im Jahre 3000 v.u.Z. nahm, nämlich die Epoche der schriftbasierten Zivilisation, nach den Zeugnissen aus Alt-Mesopotamien. "Rein zufälligerweise" aber ist das Datum des 18. Februar 3102 v.u.Z. in der brahmanischen Zeitrechnung der Beginn der gerade herrschenden Weltenepoche, genannt das Kali Yuga. Warum die alten Brahmanen in Indien ausgerechnet den Beginn des Zeitalters der Schriftzivilisation, des Staats, der Massenarmeen, der Sklavenheere, der organisierten Religion, und der buchhalterischen Wirtschaftsform (siehe die Arbeiten von D. Schmandt-Besserat) mit dem Datum des Todes ihres Weltzeit-Avatars Krishna und damit dem Ende des vorhergehenden glücklicheren Weltenalters gleichgesetzt hatten, von welchen Ereignissen im fernen Mesopotamien sie doch eigentlich nichts hätten wissen dürfen (mal abgesehen von Tausenden von Objekten Mesopotamischen Ursprungs, die in Harappa und Mohenjo Daro gefunden worden sind), entzieht sich leider unserer heutigen Schulweisheit.


[62]Siehe Douglas Rushkoff, in Heise Telepolis:
(URL) http://www.heise.de/bin/tp/issue/tp.htm?artikelnr=2461&mode=html


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