Eine Ody-See-Reise in die Grenz- und
Rand-Bereiche des Denkens
Vol III der Noo-Serie
Version: 2011-01
© Dr. Andreas Goppold
Prof. a.D. & Dr. Phil. & Dipl. Inform. & MSc. Ing. & UCSB
home:
Wikipedia: Noology External links:
http://en.wikipedia.org/wiki/Noology
Hiermit will ich den Diamantweg[1] der Noologie[2] Vor- Stellen.[3]
Der/Die/Das URL dieser Datei ist:
http://www.noologie.de/diamant.htm
Kurzes Inhaltsverzeichnis, Levels 1-3
Die Unter-Nehmung der Noo-Logie:
Eine Ody-See-Reise
Die Subjektive und die Objektive
Selbst-Reflexion
Die Denk-Technologie der
Noologie: WWW- Hypertext- Computer-
Technik und Informatik
Das Denken, Hypertext-gestützt
Die WWW- und Google-Methoden der
Noologie
Die LPL und Hypertext- Geschichte
der Noologie und: Die mnemotechnische Maschine
Die Noologie als philosophische
Wissensbasis
Nun geht’s philosophisch weiter
Was heisst Noologie?
Fraktal-Geometrie und die Gedanken-Quanten-Verschränkung
Die Analoga des Auges und die
Licht-Metapher der Noologie
Die Diamant-Metapher der Noologie
Der Diamantweg, Shunyata-Philosophie,
Reflexionstheorie und Kybernetik
Hypertext, Gotthard Günther und
Hegel: Der Umgang mit gewaltigen
Wissens-Struktursystemen
Selbst-referenzielle, geschlossene
Mini-Universen: Die Matrix, Virtual Reality
Gotthard Günther & Hegel als
Vorgänger der Noologie
Der Übungsweg der Noologie: Wie man
einen Diamanten schleift
Semiotik, Kultur-Anthropologie,
Mytho-Logie, Ethno-Psychoanalyse
Die Form, die Methode, und die
Inhalte der Noologie
Nietzsche, die
Nous-Quick-Einmal-Umrühr-Fertig-Methode: Es spricht die tiefe Mitternacht
Thymos, Eros und Logos: Oder, was
heisst Impulsität?
Das Spannungsfeld von Thymos, Eros
und Logos
Die Welt als Impulsität und
Repräsentation
Die Triadische Ontologie der
Noologie
Die logischen Bereiche oder auch
Kontexturen
Die Semiosphäre und Hegel's Geist
Hegel, Triadik und
Selbstähnlichkeit
Peirce und die Triade von
Firstness, Secondness und Thirdness
Die phänomenale Welt der
Vor-Stellung
Die Strukturtheorie der SEMiosphäre
Weiter mit der Strukturtheorie der
SEMiosphäre
Hiermit beschliesse ich meinen
kurzen Rund- Rand- (um-) Gang
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
Jetzt wird's Eschatologisch...
bzw. Fraktologisch: Unterwegs in
eine neue Dimension der Noologie
Der Diamantweg, jen(s/z)eits der
Horizonte gegangen
And the game goes on and on and on
and on...
Über den Krieg im Allgemeinen, und
Eschatologischer Krieg, insbesondere
Ein paar Fussnoten zu Sloterdijk
Z&Z & Krieg & Kampf
Das Wetter als allgemeine
Apokalyptische Gewalt-Macht
Die Super-Waffen, vom Krieg der
Vergangenheit zum Krieg der Zukunft
Und noch ein bisschen weiter geht’s
mit der Eschatologie
Der Weckrufer bin ich, und Weisen
üb' ich
Wagner und Nietzsche: Der schwarze
und der weisse Zwilling
Der Krieg der Sterne und Die
Rückwärts-Erzählung der Nibelungen-Saga
Das Gravitationale Ober- Ur-
Monster: Der Tanzende Stern
Das Im-Perium, Das Ende des Kali
Yuga, und das Ende der "letzten Menschen"
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
Appendix I : My Meetings with Remarkable Men & Women
Das Mehrstufen-Raketen-Prinzip der
Noologie
Dann die Anthropo-Logen und Mytho-
und Mysta- Logen und –Gogen
Ausführliches Inhaltsverzeichnis,
Alle Levels

Der Maelstroem oder
das Tri-Polare Spannungsfeld der Noologie.
Man könnte auch sagen: Ein tanzender Stern
Die Bilder geraten bei der Word-Html-Konversion ab & zu mal "Out of Sync".
Auserdem muss ich ein Bild mit möglichst niedriger Auflösung nehmen,
weil ansonsten meine Word-Datei um ca 5-10 Mbyte "aufgeblasen" wird.
Hier ist der Link zu dem Original-Bild: http://www.noologie.de/vortex.jpg
A(h/t)men: Ist eigentlich Selbst-Erklärend [4]
Allso:
Dies ist kein Schreib-Feeler (ala TAZ), sondern
wenn ich das so schreibe, dann meine ich das als Kurzform für:
Also sprach Zarathustra (Nietzsche).
Eco 2000 abk. Eco
"Kant und das Schnabeltier" Eco 2000.
Gotthard Günther:
Grundzüge einer neuen Theorie des Denkens in Hegels Logik, Meiner, Hamburg, (1978b)
abk: GRDZ
Heidegger: "Was heisst Denken?" abk. WHD
Peter Sloterdijk
Die für die Noologie wesentlichen
Werke Peter Sloterdijk's:
"Zorn und Zeit" abk.
Z&Z (2006)
"Im Welt-Innenraum des
Kapitals" abk. WIKA (2005)
"Du musst Dein Leben
ändern" abk. DMDL (2009)
to be continued: abk. tbc
Bedeutet: Wenn ich dazu komme, soll
dieser Gedanke noch weiter geführt werden,
oder auch nicht, dann fällt es irgendwann wieder weg.
Weitere Abkürzungen:
http://www.noologie.de/noo2.htm#Heading3
http://www.noologie.de/noo01.htm#Heading2
Glossar: Einführung aller
gebrauchten Begriffe [5]
Allgemeine philosophische Begriffe
finden sich bei: http://www.textlog.de/
Einige
weitere Begriffe gibt es hier: http://www.noologie.de/noo205.htm#Heading237
Index: Es gibt einen automatisch generierten Index der jeweiligen Noologie- Dateien.
Aber es gibt auch einen kleinen
Konversions-Fehler, nämlich springt der Hypertext
öfter mal auf 1-2 Zeilen unter dem
eigentlichen Einsprungs-Punkt.
Also wenn man den entsprechenden
Begriff nicht gleich findet,
sollte man 1-2 Zeilen
hoch-scrollen.
Ansonsten muss man doch wieder die
Browser-Such-Funktion betätigen.
Tut mir leid, Nobody, vor allem
die WWW-Technologie, is nich perfect.
Noologie, Vol. I:
http://www.noologie.de/noo_i.htm
unter: A, B, C, etc. die Stichworte,
unter: _BIB das Verzeichnis der zitierten Autoren
http://www.noologie.de/noo_i.htm#IA-BIB
unter _@ das Verzeichnis der Hypertext-Marken
http://www.noologie.de/noo_i.htm#IA-_
unter: _ETY das Verzeichnis der verwendeten griech. Wörter.
Noologie, Vol. I: Einführungen:
http://www.noologie.de/noob_i.htm
Noologie, Vol. II:
http://www.noologie.de/noo2_i.htm
unter A, B, C, etc. die Stichworte,
unter _BIB das Verzeichnis der zitierten Autoren
http://www.noologie.de/noo2_i.htm#IA-BIB
unter _@ das Verzeichnis der Hypertext-Marken
http://www.noologie.de/noo2_i.htm#IA-_
Wichtig für die Noologie ist das Verzeichnis der verwendeten griech. Wörter unter _ETY
http://www.noologie.de/noo2_i.htm#IA-ETY
Design und Zeit: Kultur Im Spannungsfeld Von Entropie, Transmission, Und Gestaltung
http://www.noologie.de/desn_i.htm
Auch hier gibt es _BIB und _ETY Unterpunkte,
aber ich habe sie nicht in die Sprungleiste integriert.
Infrastrutures of Representation
http://www.noologie.de/infra_i.htm
Auch hier gibt es _BIB und _ETY Unterpunkte,
aber ich habe sie nicht in die Sprungleiste integriert.
Ich habe diesen Unter-Titel nicht ganz ohne Grund gewählt, denn nach ungefähr 30 Jahren auf diesem Wege, beginne ich zu be-merken, dass die Noo-Logie etwas ziemlich anderes ist, als gewöhnliche Projekte, die ein Mensch so unternimmt, und sich dabei denkt: Hier und damit fange ich an, und dies und jenes Ergebnis will ich, & vielleicht auch, werde ich es in einer absehbaren Zeit erlangen.
Allso ich könnte auch sagen: Die Noologie ist ein so in-sinnig-verqwertes Gedanken-Gedenk-Welt-Werk, wie es ausser Hegel noch keiner Zu-Sammen-Gedacht hat. A(h/t)men.
Zwar handelt die Noo-Logie wesentlich vom Logos, aber ich glaube, der Anteil von Thymos ist der
ent-scheidendere, i.e. der Logos, den ich meine, der enthält noch sehr viel Thymos,
bevor das von Platon auseinander-gespalten worden war.[6]
Und wenn ich mich an dem Pantheon von grossen Denkern und Entdeckern orientieren möchte...
dann eher weniger an Charakteren wie Hegel, Heidegger, Spengler oder Nietzsche,
am ehesten vielleicht noch bei Gotthard Günther, und zwar aus Gründen des Thymos.
Mir schwebt da eher ein anderes grosses Dreigestirn von deutschen Forschern vor, nämlich:
Georg Forster, [7] Alexander v. Humboldt[8] und Adolf Bastian,[9]
(und vielleicht auch noch: Theodor Strehlow[10] und Leo Frobenius[11]).
Denn diese waren noch grosse Ent-Decker des Welt-Aussen-Raum'es, bevor er ganz zu dem
Welt-Kapital-Innenraum (Siehe: Sloterdijk, WIKA) umfunktioniert worden war.
Ich bin selber auch ein paar Jahre durch den Welt-Aussen-Raum gepilgert, bevor ich gemerkt habe,
dass er schon lange nur noch Welt-Kapital-Innenraum war.
Das war halt meistens: Lärm, Dreck, Gestank, Menschen-Massen, Langeweile, und Coca Cola.
Danach habe ich mich mehr für die Welt-Denk-Innenräume interessiert, und damit auch für die
Rand- und Grenz-Bereiche des Denkens, oder wie ich es auch beschreibe:
Das Fraktale Denken. [12]
Irgendwo habe ich in Noologie I ein Motto geschrieben:
Erkenne Dich Selbst (gnothi te auton)[13].
Und dieses Motto habe ich in Noologie II weiter ausgeführt:[14]
Die Noo-Logie, wie ich sie verstehe, be-deutet Denken
über das Denken, bzw. die selbst-reflexive Anwendung von Denken auf
Denken. Dies ist eine Re-Formulierung der Anweisung, die auf dem Tor-Bogen[15] des Apollon-Tempels von Delphi stand: Gnothi
se auton. Daher auch der Name Reflexionstheorie für diesen
speziellen Reflexionsbogen. Siehe dazu Hegels Verweis darauf und seine
Darstellung in der Enzyklopädie, (1969):
Die Erkenntnis des Geistes ist die konkreteste, darum höchste und schwerste. Erkenne dich selbst, dies absolute Gebot hat... die Bedeutung der Erkenntnis des Wahrhaften des Menschen, wie des Wahrhaften an und für sich, - des Wesens selbst als Geistes.
Hegel (1969, p. 311)
Gotthard Günther beschreibt uns in GRDZ (31-32), dass Hegel die Subjektive und die Objektive Selbst-Reflexion unterschieden hat, aber auf ungewöhnliche Weise:
... und nennen konsequent das Äußerliche und das aufs Äußerliche gerichtete Moment des Denkens 'objektiv'. "Subjektiv" hingegen ist für uns immer das Innerliche selbst und außerdem diejenigen Momente des Denkens, die Innerliches meinen. Niemals aber, vor allen Dingen, gebrauchen wir den Begriff 'objektiv' im Sinne von "allgemeingültig", und "subjektiv" im Sinne von "nicht-allgemeingültig". Sprechen wir von subjektivistischem und objektivistischem Denken, so heißt das, dass das Denken einmal das, was es denkt, als Sinn, das zweite Mal aber als außer ihm Existierendes denkt. Jeder Denkinhalt kann somit sowohl subjektivistisch als auch objektivistisch gedacht werden. Um das an einem Beispiel zu erläutern:
Der Denkinhalt «Sein» bedeutet objektivistisch gedacht: Seiendes, das außerhalb des Denkens existiert. Subjektivistisch gedacht bedeutet aber derselbe Denkinhalt: Sinn des Seins.
Richtet sich aber das Denken auf etwas, was (seiner eigenen Meinung nach) außerhalb von ihm selber liegt, so nennen wir es objektivistisch.
Richtet sich das Denken aber auf den Sinn seiner eigenen Denkinhalte, so nennen wir es subjektivistisches Denken.
...
so haben wir alles Nötige vorausgeschickt und können an unsere Untersuchung selbst gehen, und den Ansatz zu einem neuen Begriff des Denkens, wie er der Logik Hegels zugrunde liegt, selbst analysieren. Die endgültige Frucht dieser Analyse soll sein: zu zeigen, dass die tiefste und universalste Theorie des Denkens, die in der Geschichte der abendländischen Logik zu finden ist, auf einer genialen Erweiterung des traditionellen logischen Formbegriffes des Denkens durch die Philosophie Hegels beruht.
Gotthard Günther GRDZ (31-32)[16]
So ergibt sich in der Noologie ebenfalls eine Subjektive und eine Objektive Selbst-Reflexion. Die Subjektive Selbst-Reflexion aber verändert das Denken des Denkers fortdauernd und permanent. Und deshalb ist die Noologie eine Ody-See-Reise in die Grenz- und Rand-Bereiche des Denkens. Denn wie in der Original-Ausgabe der Odyssee, kommt man meist nie da an, wo man eigent-lich hin wollte, sondern man landet an allerhand unbekannten und un-geahnten Gestaden, bevölkert von selt-samen Wesen, von denen wir noch gar nichts ge-ahnt hatten (im Sinne von Ur-Ahnen).[17]
Und darum finde ich das Unter-Fangen der Herren:
Georg Forster, Alexander v. Humboldt und Adolf Bastian,
für die Noologie eigentlich viel Be-Deut-Samer, als alle die Unter-Fangen der Philosophen.
A(h/t)men
Erwägen wir endlich noch, welche Naivetät es überhaupt ist, zu sagen "so und so sollte der Mensch sein!" Die Wirklichkeit zeigt uns einen entzückenden Reichthum der Typen, die Üppigkeit eines verschwenderischen Formenspiels und -Wechsels: und irgend ein armseliger Eckensteher von Moralist sagt dazu: "nein! der Mensch sollte anders sein"? ... Er weiss es sogar, wie er sein sollte, dieser Schlucker und Mucker, er malt sich an die Wand und sagt dazu ecce homo!" ... Aber selbst wenn der Moralist sich bloss an den Einzelnen wendet und zu ihm sagt: "so und so solltest du sein!" hört er nicht auf, sich lächerlich zu machen. Der Einzelne ist ein Stück fatum, von Vorne und von Hinten, ein Gesetz mehr, eine Nothwendigkeit mehr für Alles, was kommt und sein wird. Zu ihm sagen "ändere dich" heisst verlangen, dass Alles sich ändert, sogar rückwärts noch ...[18] / [19]
Nietzsche
Tja, so isses nun halt nun mal, wenn man die sich Selbst- Reflexive- Gedanken- Verschränkung
nun auf-ein-mal in Be-Wegung gesetzt hat, dann ändert sich halt Alles,
sogar rückwärts noch, und zwar in jedem Augen-Blick, oder dem Mo(vi)mentum...
Wenn wir es weiter relbst-reflexiv aus-formulieren wollen:
Die Noologie hat drei wesentliche Teilbereiche oder Motive oder Mo-(vi-)Mente[20]:
1) Die Denk-Technologie
2) Die Denk-Struktur-Systeme
Die Strukturtheorie der SEMiosphäre
3) Hier giebt es aber ziemlich viele auseinander-schweifende Terme bzw. Be-Griffe,
oder auch die ziemlich un-vereinbarenden Denk-Gebiete der:
Anthropo-Logie, oder Ethno-Psycho-Analyse, bzw. Ethno- Thymo- Eroto- Logo-Analyse.[21]
Leider funktionieren gerade hier die Word-HTML-Konversions-Algorithmen auch nicht so genau
wie man es sich denken täthe.
Dieser Titel scheint im HTML verloren zu sein, aber mit Text-Suche ist er immer zu finden.
Semiotik, Kultur-Anthropologie, Mytho-Logie, Ethno-Psychoanalyse
Die Denk-Technologie ist am einfachsten in einem abgegrenzten Kapitel zu behandeln,
deshalb fange ich damit an:
Die Pseudo-Borromäische Knoten-Theorie der Noologie:
Zwei oder drei hängengelassene Computer-Kabel verknoten sich innerhalb von kürzester Zeit
von selber zu solch einem Knoten, dass man mindestens 1/2 Stunde braucht,
um sie wieder zu entwirren.
AG
In einem so komplett selbst-referen(t/ziell)en und selbst-reflexiven System wie der Noologie wäre es unmöglich, ohne Hypertext da durch zu kommen. Deshalb, als Navigations-Hilfen:
Es giebt zwei Inhalts-Verzeichnisse,
1) Das Kurze Inhalts-Verzeichnis (am Anfang) und
2) Das Ausführliche Inhaltsverzeichnis, Alle Levels (am Ende)
In 2) findet sich alles, war man nur wissen möchte.
Nachdem man sich erstmal in 1) einen kurzen Überblick verschaffen hat.
Ich benutze das Hypertext- gestützte Denken seit ca. 30 Jahren, und ich kann wohl sagen, dass das meine Denk-Modi selber verändert hat. Das "Fraktale Denken", das ich weiter unten erläutere, ist ohne Hypertext kaum zu denken. (Ausser man ist Hegel, der hat das alles mit seinem Zettelkasten gemacht).[22] Wenn ich heute wissen will, was ich irgendwo geschrieben habe, gebe ich das in Google ein. Ich habe zwar auch ein Desktop-Tool, Copernic genannt, aber das ist ziemlich unflexibel, und langsamer als Google. Naja, wer kann schon von sich behaupten, dass er sein persönliches Er-Innerungs-Vermögen dem Google anvertraut hat?
Dies ist "Work in Progress", also es kommen in kurzen Abständen neue Versionen heraus, die im WWW zu finden sind. Da ich diesen Text noch nicht komplett in das Noologie-Hypertext-System eingegliedert habe, können wir uns der freundlichen Unterstützung von Google bedienen, für einen Einstieg in die anderen Texte.
Dieser Text bildet auch einen Quer-Schnitt[23] durch einige der relevanten Themen, Eigenheiten und viele Aspekte der Noologie. [24]
Die Noologie ist komplett Hypertext- und WWW-basiert,
und ihre Text-Basis auf dem WWW umfasst ca. 550 Dateien und 15 Megabyte.[25]
Die WWW-Hypertext-Struktur der Noologie bietet einige Vorteile:
Wenn Sie wissen wollen, wie und wo ich ein bestimmtes Wort oder Begriffsfolge in der Noologie verwende, können Sie nach verschiedenen Methoden vorgehen:
1) Über den automatisch generierten Index der jeweiligen Noologie- HTML-Dateien.[26]
2) Über den automatisch generierten Google-Global-Index:
Z.B. geben Sie folgendes einfach in Google ein:
Begriffsfolge site:http://www.noologie.de
oder: in der erweiterten Google-Suche:
Begriffsfolge
und unter domains:
http://www.noologie.de
Direkte Textsuchen ohne Umweg über Google lassen sich auch mit den Noologie- pdf-Dateien machen, die man am besten auf die eigene Festplatte herunterlädt.[28] Bei pdf-Dateien ist das Suchfeld nicht links unten im Browser, sondern oben links oder mittig oder rechts, je nach pdf-Reader.
Aber leider sind auch die pdf- Suchfunktionen fehlerhaft und unvollständig.
Und es gibt noch eine Google-Be- Sonderheit der Noologie. [29]
Geben Sie in Google folgende Stichworte ohne "site: http://www.noologie"
und mit den ""-Zeichen ein:
"Inter-Ligenz"[30] oder "noo-tropologie"[31] oder "noo-pathologie"[32] oder "kalyptologie"[33] oder "ortho-tropologie" oder "allo-tropologie"
und das ohne ""-Zeichen:
ohne "Noologie" davor. Das Ergebnis finden Sie hier: [34]
Das Ergebnis ist für das Universum von Google mit seinen x-Milliarden von Webseiten ziemlich überraschend. Durch ihre spezielle Terminologie ragt die Noologie wie ein hoher Felsen aus einem Meer von sonst üblicherweise 100.000 gefundenen Google-Hits. Anders gesagt: In dem semantischen Universum der Menschheit gibt es Einen und NUR EINEN Begriffskomplex wie die Noologie nur Ein-Mal.
Ausserdem hat Google Books dankenswerterweise einige meiner Bücher auch schon indiziert, so dass die Suchen in meinem Buch:
"Noologie und das Spannungsfeld von Liebe, Wissen und Macht"
auch von Google implementiert worden sin(n)d. Allerdings ist diese Indizierung nicht komplett, und der Text auch nur teilweise wiedergegeben, so dass wir im Einzelfall doch wieder auf die Google-Suche zurückgreifen müssen.[35]
Auch ein älteres Buch von mir taucht ebenfalls bei Google Books auf:
"Das Design der Welt als tripolares Spannungsfeld" (2001) [36]
Ich erzähle nun kurz etwas zu der LPL- und Hypertext- Geschichte der Noologie. Denn sie begann als ein Programmier-System, ein ziemlich unwahrscheinlicher Anfang für einen philosophischen Denk-Weg.[37] Das war das Projekt Leibniz[38] oder auch das LPL-System, ein Software-Komplex mit ca. 10.000 Funktionen in 100.000 Zeilen und 6 MB Source Code geschrieben.[39] Das war etwa in den Jahren 1983[40] bis 1993. An diesem System lernte ich, wie man mit gewaltigen Komplexitäten umgeht. Um einen Vergleich für die Textmenge von 6 MB zu erhalten, setzen wir ca. 1 MB für ein Buch von 300 Seiten an. Somit hat das LPL-System ungefähr denselben Umfang wie das System der Wissenschaft von Hegel. Um diese Komplexität bewältigen zu können, programmierte ich ca. 1985 wohl den ersten Hypertext-Programm-Editor überhaupt, mit dem ich jede dieser 10.000 Funktionen mit einem Tastendruck innerhalb von ca. 1/10 Sekunde auf den Bildschirm bekam.[41] Man muss bedenken, dass zur damaligen Zeit die Bildschirm-Grösse 80*25 Zeichen hatte. Und es gab nur ein Fenster, eben den Bildschirm. Es war essentiell, dass man die genaue Information zu einer Funktion ins Blickfeld bekam, bevor man vergessen hatte, aus was für einem Kontext und warum man diese Funktion gesucht hatte. Ich entwickelte daraus das Paradigma der Interaktiven Programmierung, das sogar in einem Artikel in der Computerwoche erschienen ist.[42]
Etwas abstrahiert dargestellt, hatte ich mir eine mnemotechnische Maschine geschaffen, und mich damit in die Nachfolgeschaft von Raimundus Lullus und Giulio Camillo begeben.[43] Weitere Stichworte hierzu gibt es unter: Paläste der Erinnerung, Gedächtnistheater, Ars Memoriae, Art of Memory (Frances Yates).[44]
Nach 1993 setzte sich die WWW- HTML- Technologie als Standard-Hypertext-Prinzip durch, und ich konvertierte das LPL-System zu einem Allround- Hypertext- Search & Retrieval System, mit dem man jede beliebige Syntax in eine Hypertext-Datenbank extrahieren und zugänglich machen kann. Dazu kamen Konverter, mit denen Word-Texte nach HTML umgewandelt werden können, und automatische Indexer, sowie Techniken, andere HTML-Texte einzubinden. Nach weitläufigen www-Recherchen hatte ich um 2003 etwa 6 Gigabyte philosophische Texte auf dem lokalen Computer, die ich in ein integriertes Hypertext-System verlinkt habe.[45] Gegenüber dem originalen LPL-System von 1993 hat sich somit der Umfang um den Faktor 1000 erweitert. Wenn 6 MB 6 Büchern entsprechen, so hatte ich nun 6000 Bücher in der Datenbasis. Allerdings überlastete das die Computertechnologie von 2003 erheblich, weil die Datenbasis ca. 100.000 Dateien umfasst, was erst mit heutigen SATA-Platten und USB-3 technisch in den Griff zu bekommen ist.[46]
Und dazu habe ich heute auch noch etwa 2000 Giga-Byte, also 2 Tera-Byte an mpg-Videos, die zur anschaulichen Untermalung noch einiges an (ansonsten in Buch-Staben schwer zu ver-mittel-baren) Wissen enthalten. Wer nicht lesen mag, der sollte halt Fern-Se(e/h)en.[47] / [48]
Die Inhalts-Beschreibung dieser Video-Wissensbasis ist in:
Überschriften sind eine mnaemo-technische Methode,
bei der es darum geht, möglichst (im-) prägnant in ein paar Worten
zu formulieren, worum es in dem folgenden Absatz oder Abschnitt geht.
Das ist die gängige Arbeitspraxis von Zeitungs-Journalisten,
die Mann am besten bei der Bild-Zeitung lernt.[49]
Und diese Technik lässt sich auch gut für's Bücher schreiben anwenden.
Hier noch ein kleiner Exkurs zu Überschriften in den grossen Schriften der Philosophen,
den ich in die Fussnote verlege, weil er ansonsten die Kontextur[50] dieses
kurzen Abschnitts zerbrechen würde.
Da habe ich etwas über die er-habene Kunst des Geistigen Fraktals Verbor-gen,
was viel-leicht irgend-wann mal ans Licht des Hellen Tages ge-langen wird.
Es ist nichts so fein gesponnen, irgendwann wird es schon kommen, ans Licht der Sonnen. [51]
Überschriften haben auch mit der Hypertext-Technologie zu tun.[52]
Überschriften erlauben es im Word Outline-Mode, ganze Kapitel und Unterkapitel
im Text leicht von einem Ort zum anderen zu bewegen.
In der HTML-Version bieten sie die Hyper-Link- Landepunkte,
auf die man von einem anderen HTML-Text verweisen kann.
Weiterhin sind Überschriften essentiell, um in einem grossen Text zu navigieren.
Im Word Outline-Mode stellt man die gewünschte Überschriften-Ebene ein,
und springt damit in ca. 1 Sec. an jede beliebige Stelle des Textes. [53]
Umblättern unnötig.
Die Hyper- Text- Aesthetik- Theorie der Noologie besagt, dass eine Überschrift
immer dann dort stehen muss, wo ein neuer Gedanken-Nucleus angefasst wird,
egal wie klein er auch ist.
Deshalb habe ich oft auch Mini-Unterkapitel nur von ein paar Zeilen Länge.
Dies sagt dem Leser: Aha, hier fängt ein anderer Unter-Gedanke an.
Und nicht nur der Leser profitiert, sondern vor allem der Autor.
Für mich als Autor sagt die Überschrift: Hier habe ich schon oder werde ich
irgendwann noch etwas weiter schreiben.
Und, die Überschrift ist eine wesentliche mnaemo-technische Methode für mich,
weil ich ziemlich viel im Word Outline-Modus arbeite.
Damit kann ich einen Gesamt-Text, der durchaus ein paar Megabyte
und ein paar hundert Überschrifen umfasst, immer innerhalb von 1 Sec auf eine Seite kondensieren.[54]
Auf diese Weise kann ich das ganze Text-Korpus mit Einem Blick erfassen.
Die kurzen einzeiligen Beschreibungen der Kapitel sagen mir immer ziemlich genau,
was und wie in welchem Verhältnis zu-einander steht.
Diese Technik habe ich bei der Programmierung gelernt, und fürs Texte schreiben
adaptiert.
Kursiv-Schrift wird verwendet, um Schlüsselworte in den automatischen Indexer zu übernehmen.
Generisch betrachtet, sind die Fussnoten der Noologie:
Links auf Hypertext- Links, und zwar aus text-ästhetischen Gründen,
weil ich soweit wie möglich auf embedded Links verzichte,
der Art: <a "xxx.htm" > anderer text a>
Meine Hypertext- Aesthetik- Theorie besagt, dass der Benutzer immer wissen soll,
wie der Hyper-Link technisch heisst, der sich ihm da offeriert.
Hypertext- Links sind geeignete Aussprünge aus dem einen Kontext-System[55] in ein anderes.
Hier noch eine kleine Kritik an den Usancen heutiger Wissenschafts-Schreiber.
Die ist besser in der Fussnote auf-ge-hoben.[56]
Fussnoten kann man wie Überschriften komponieren, so dass sie eine Fuge darstellen.
Die Hohe Kunst dieser Text-Technik kennen wir schon aus dem
Talmud, mit seinen Kunst-Voll ineinander geschachtelten
(und auch im Druckbild sichtbaren) Fussnoten zu Fussnoten,
quer durch ein paar Jahrtausende. Die Assoziation zu der Fuge ist
auch nicht ganz Zu-Fällig, weil das Jüdische Denken sehr viel mehr von Tonalitäten, also Klängen
und Hörbarkeiten beeinflusst ist, wärend das europäische Denken hauptsächlich von Sichtbarkeiten
abhängt.[57]
Die Noologie ist dabei, mit ihrerer Hypertext-Technologie einiges von den Tiefen dieses
Tönen- & Rauschen-[58] -Denkens nach- zu empfinden, oder zu Reverse-Engineer'en.
Ich nenne es auch "Das Fraktale Denken". Dazu später mehr.
Das Wiederfinden dessen, was der Mensch in die Dinge gesteckt hat, heißt sich Wissenschaft.
Nietzsche
Diese Überschrift und ein grosser Teil des Systems der Noologie folgt den Denk-Spuren[59]
von Heidegger in seinem Spät-Werk "Was heisst Denken?" (WHD),
hier ist es sein spezieller Gebrauch des Wortes "heissen", den er dort er-örtert.
Das "Heissen" be-inhaltet nämlich eine triadische sprachliche Vexier-Logik: [60]
Denn es kann heissen:
1) Sich so & so Be-Nennen (lassen).
2) Etwas Ver-Heissen, im Sinne von Prophezeihen oder An- / Ver-Kündigen
3) Etwas Ge-Heissen, im Sinne von Befehlen.
xxx[61]
Das Wort Noologie wird im konventionellen philosophischen Sprachgebrauch recht selten gebraucht.[62] Ich verwende es aus genau diesem Grunde, weil es mir eine relativ grosse gestalterische Freiheit lässt, es so zu verwenden, wie ich es für relevant halte, ohne viele Diskussionen der Abgrenzung zu anderen, philosophisch schon stärker ab- ge- griffenen Termen zu führen (wie Sinn, Sein, Geist, Form, Inhalt, Wesen, Idee, Begriff, Denken, etc.).
Ich folge hierin ganz genau der Denk-Programmatik von Hegel:
... der ernsthafte Eifer um Wahrheit und Wissenschaft ...
nämlich mit dem Vorsatze, in der Wissenschaft auf die Autorität sich den Gedanken anderer nicht zu ergeben, sondern alles selbst zu prüfen und nur der eigenen Überzeugung zu folgen, oder besser noch, alles selbst zu produzieren und nur die eigne Tat für das Wahre zu halten.
Hegel (1986, p. 72-73), Einleitung
Um das hier kurz an- & zu- deuten, & das soll später noch vertieft werden:
Es gibt einige wesentliche Unterschiede der Noologie zu den
konventionellen Denkmodi
der Wissenschaften und der Philosophie.
Man könnte sagen, im Vergleich zum Aristotelischen
Denk-Modus
(nach Gotthard Günther) verhält sich die Noologie,
wie
die Fraktal-Geometrie
zur Euklidischen Geometrie,
und wie
die Quanten-Physik
zur Newton-Physik.
Nämlich über den Effekt der Gedanken-Quanten-Verschränkung. [63]
Die Gedanken-Quanten-Verschränkung der Noologie hat eine ähnliche Funktion wie die kosmologischen Grundparameter oder Konstanten der Physik.[64] Niemand weiss, woher sie kommen, oder wie sie entstanden, aber wenn sie nicht so wären, wie wie sind, könnte das Universum nicht existieren. Auch die Physik arbeitet mit einem Deus ex Machina, aber sie versteckt ihn sehr gut hinter ihren Formeln. Weiteres dazu:
Gedanken-Quanten und die Stoicheia
Nun ein bisschen Quanten-Theorie
Zu den logischen Gedanken-Fraktalen der Noologie komme ich noch später. [65]
Hermeneutische Selbstähnlichkeit, Triadik und Fraktale
Das Wort Noo-Logie ist weniger ein Begriff als vielmehr ein Programm in Informatik-Sinn.
Es Be-Deutet die selbst-reflexive Anwendung von Noos auf Logos.
Ich habe aber eine ganz bestimmte Vor-Stellung von Logos, nämlich den Heraklitischen Logos,
welcher ein ganz anderer ist, als der konventionelle Schul-Philosophische Logos. [66]
Man kann sagen, es ist ein dynamischer, feuriger, thymotischer Logos, [67]
siehe weiter unten bei Heraklitos.
Dem entgegen- (gegenüber-) gesetzt ist der westlich-philosophische Logos eher statisch.
Da beide Terme (Noos/Nous & Logos) sich zwar ähnlich, aber nicht (ganz) gleich sind,
(homoio-ousia, aber nicht homo-ousia, oder so etwas Un-Ähnliches) [68]
si(n/nnt/nnen)d,[69]
Siehe dazu die Erörterungen des Herrn Heideggers und in der Noologie:
Das ist keine Primitiv-Rekursion, wie sie etwa entsteht,
wenn man einen Fernseh-Monitor mit einer Kamera abfilmt und dann sofort das Phänomen des unendlichen Regress erhält.[70] / [71].
In der Informatik ist Rekursion ein gängiges Instrument der Programmier-Praxis, und bedeutet, dass eine Funktion sich selbst aufruft. Damit das auch funktioniert, muss der Programmierer eine Abbruch-Bedingung für die Rekursion definieren. Da auf einem Computer nichts unendlich ist, führt das ansonsten zu einem Programm-Crash. Die Wahl der Begriffe Noos und Logos basiert auf der Überlieferung der Schrift des Parmenides, und der Interpretation, die Heidegger dazu gegeben hat. Hier die ent-scheidenden Zitate:
chrae to légein te noein t' eon emmenai
Nötig ist zu sagen und zu denken, dass das Seiende ist.
Parmenides, Frag. VI / Heidegger: "Was heisst Denken?", 105
Das Gefüge von légein und noeín ist der Grundzug des Denkens, das sich hier ins Wesen regt. Das Denken ist demnach kein Greifen, weder ein Zugriff auf das Vorliegende, noch ein Angriff dagegen... Das Denken ist kein Be-greifen. In der hohen Frühe seiner Wesens-entfaltung kennt das Denken noch nicht den Begriff.
Heidegger: "Was heisst Denken?", 128
Wenn man Noo-Logie in der selbst-referentiellen, rekursiven Programmier-Methodik interpretiert, kann man noos als rekursive Programm-Anweisung schreiben:
n00
Das bedeutet ungefähr:
Doppelt inhalts-leere[72] Selbst-Reflexion / Selbst-Referenz von Noos auf sich selber,
unter den Bedingungen des Logos.[73]
Getreu der obigen Denk-Programmatik Hegels zitiere ich andere Philosophen lediglich, um strukturelle Ähnlichkeiten oder Analogien zu markieren. Wie ich weiter unten ausführe, ist das auch eine Thematik der Reflexion von Sich auf Andere (Gotthard Günther)[74]. Im Sinne einer Genealogie des Denkens soll das nicht auf eine Abstammung hinweisen, sondern auf eine Form-Ähnlichkeit, die sich aufgrund einer inneren Eigen-Dynamik und Eigen-Gesetzlichkeit (zwingend) ergibt. Bei einer Selbstbetrachtung des Denkens kommt man um gewisse strukturelle Ähnlichkeiten mit Hegel nicht herum, aber das sagt nichts aus über eine Verwandtschaft. Es ist analog zu verstehen, wie in der Biologie die phylogenetisch völlig unabhängige Entwicklung leistungsfähiger optischer Organe (der Augen) in den verschiedenen Tier-Phyla verstanden wird, bei: Insekten, Oktopussen, und Wirbeltieren (Analogie). Die bio/technischen Erfordernisse zur Orientierung mit Hilfe von Licht erfordern eine ähnliche Ausstattung mit funktional äquivalenten Licht-durchlässigen, Licht-brechenden, und Licht-rezeptiven Organ-Teilen, die in allen Tier-Augen notwendigerweise vorhanden sein müssen.
Die Entwicklung der Noologie folgt einem ähnlichen Phasen-Schema, wie sich in der Sichtweise der Biologie die Organe aus den Stammzellen bilden: Durch Differenzierung der Ur-Substanz, im spezifischen Fall durch Reflexion, bzw. Selbst-Brechung des Ur-Gedankens. Die Analogie von Licht-durchlässigen, Licht-brechenden, und Licht-rezeptiven Organ-Teilen lässt sich ohne weiteres auch auf die Brechungsformen des Geistes in der Entwicklung der Selbst-reflexiven Reflexion übertragen. Damit lässt sich analog auch die Genese des Geistes aus dem Geiste darstellen: Ersetzen wir das Wort "Licht" durch "Geist": Aus den Licht-durchlässigen, Licht-brechenden, und Licht-rezeptiven Komponenten wird dann das Ensemble von Geist-durchlässigen, Geist-brechenden, und Geist-rezeptiven Anteilen, des Geistes selber. Wenn {en archae / ex archaes} nichts da ist ausser Geist selber, muss er sich diese seine Komponenten aus sich selbst erschaffen. Das ist die Genese des Geistes in all {ihren/seinen} Erscheinungen. Hegel formuliert das Prinzip in immer neuen Variationen in der Phänomenologie, so in der Vorrede und dem Absatz über die offenbare Religion.
Dies An-und-für-sich-sein aber ist es erst für uns oder an sich, oder es ist die geistige Substanz. Es muß dies auch für sich selbst - muß das Wissen von dem Geistigen und das Wissen von sich als dem Geiste sein; das heißt, es muß sich als Gegenstand sein, aber ebenso unmittelbar als vermittelter, das heißt aufgehobener,[75] in sich reflektierter Gegenstand. Er ist für sich nur für uns, insofern sein geistiger Inhalt durch ihn selbst erzeugt ist; insofern er aber auch für sich selbst für sich ist, so ist dieses Selbsterzeugen, der reine Begriff, ihm zugleich das gegenständliche Element, worin er sein Dasein hat; und er ist auf diese Weise in seinem Dasein für sich selbst in sich reflektierter Gegenstand. - Der Geist, der sich so als Geist weiß, ist die Wissenschaft. Sie ist seine Wirklichkeit und das Reich, das er sich in seinem eigenen Elemente erbaut.
Hegel (1986, p. 28-29), Vorrede
Denn der Geist ist das Wesen seiner selbst in seiner Entäusserung; das Wesen, das die Bewegung ist, in seinem Anderssein die Gleichheit mit sich selbst zu behalten. Dies aber ist die Substanz, insofern sie in ihrer Akzidentalität ebenso in sich reflektiert, nicht dagegen als gegen ein Unwesentliches und somit in einem Fremden sich Befindendes gleichgültig, sondern darin in sich, d.h. insofern sie Subjekt oder Selbst ist. - In dieser Religion ist deswegen das göttliche Wesen geoffenbart. Sein Offenbarsein besteht offenbar darin, dass gewusst wird, was es ist.
Hegel (1986, p. 552), die offenbare Religion
Nehmen Sie einen absolut klaren, lupenreinen, geschliffenen Diamanten, einen Brillianten. In seinen Tausenden von Facetten bricht und spiegelt sich das Licht in unzähligen unendlich bunten Reflexen. Das Phänomen dahinter ist die Reflexion / Refraktion und Interferenz des Lichts. Der Diamant selber ist völlig klar, durchsichtig, transparent, und völlig unbeeinflusst von dem ihn durchfliessenden Licht. Für den Diamanten ist das Licht Nichts, er ist völlig Licht-leer. Er ist ein absolut reines Kristallgitter. Und für das Licht ist der Diamant ein absolutes Nichts, er scheint völlig Materie-leer zu sein. In normaler Materie würde sich das Licht irgendwo absorbieren, und damit sich verlieren, und den entsprechenden Materiepunkt entweder erwärmen oder zu einem Farbpunkt werden lassen. Eben ausser, dem Diamanten. Licht und Diamant inter-agieren nicht, das ist eine ziemliche Ausnahme bei aller sonst noch bekannten Materie - natürlich ausser auch Wasser und Glas, aber das interessiert gerade nicht.
Nehmen Sie nun einen grossen Opal. Auch hier sehen Sie Lichtbrechungen in unzähligen unendlich bunten Reflexen. Aber der Opal ist praktisch undurchsichtig, milchig, und das Prinzip der Erzeugung der Farben ist ein etwas anderes: Es ist die Interferenz des Lichts in Nano-Schichten. Einen ähnlichen Effekt sehen wir bei bestimmten Schmetterlingsflügeln der Gattung Schillerfalter oder Morpho. Auch hier ist es die Interferenz, oder Wellenbrechung des Lichtes, die die schillernden Farben erzeugt.
Die Lichtmetapher der Noologie steht in Verbindung mit Otto von Simsons Licht-Metaphysik der Gotik.[76]
Neben seinen optischen Eigenschaften ist der Diamant das härteste Mineral des Universums, [77]
aufgrund seiner perfekten Tetraeder-Kristallstruktur mit dreiecksförmigen Seiten. Dreiecke sind, wie wir aus der Geometrie wissen, un-ver-rückbare Figuren, und Tetraeder sind das un-ver-rückbare Pendant[78] dazu: 3-D Körper. [79]
Und damit ist der Diamant auch die Manifestation der Unvergänglichkeit. D.h. ein Diamant, der heute existiert, wird bis ans Ende des Universums weiter bestehen bleiben.[80] Im Alt-Griechischen heisst das: A-Tropos,[81] im Gegen-Satz zu En-Tropos, oder En-Tropie.
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33741/1.html
Diamonds are forever, De Beers lassen grüssen. [82]
De Beers Oppenheim kontrolliert den Welthandel mit Diamanten.
Google Suche: De Beers Oppenheim
Die Oppenheim's sind eine (ehemals) deutsch-jüdische Dynastie von Diamanten-Händlern,
die den Namen und die Firma De Beers übernommen haben.
Nichts genaues über die heutige Glaubensausrichtung weiss man nicht,
ausser dass der Alte Ernst / Sir Ernest kurz vor seinem Tod zum Protestantismus übergetreten ist.
Es liegt nahe, zu vermuten, dass er bei dem Rache-Gott seiner Vor-Väter
wohl sehr viel schlechtere Chancen für sein Seelenheil / ewiges Leben gehabt hätte,
als bei dem gütigen und vergebenden Christen-Gott.
Denn der Diamanten-Handel war und ist immer noch mit sehr viel Un-Heil verbunden.
(Auf Buddhistisch würde man sagen: Schlechtes Karma.)
Siehe dazu in der Fussnote das Zitat von Matthias Erzberger.[83]
Und auch: Sloterdijk, Z&Z., 113-136.
De Beers kontrolliert das Diamantengeschäft von den entferntesten Minen im südafrikanischen Hinterland bis zu den Verkaufstischen der Juweliere in New York oder Zürich. Ungefähr 80 Prozent der weltweit geförderten Rohdiamanten werden über das Syndikat gehandelt. Sie kommen aus De Beers' eigenen Minen und aus jenen der Vertragspartner in Südafrika, Botswana, Namibia, Zaire, Tansania, Angola - wo es allerdings wegen des Bürgerkriegs Probleme gibt -, Russland und Australien; von dort gehen sie in die Diamanthandelszentren in Antwerpen, Tel Aviv, Bombay oder New York.
Die Funktionsweise dieses bemerkenswerten Kartells erschliesst sich dem, der die Geschichte und die vielgestaltige Geschäftstätigkeit von De Beers näher betrachtet. Der Name De Beers geht auf zwei afrikaanssprachige Farmer zurück, die ausserhalb von Kimberley, im trockenen Norden der Kapprovinz Südafrikas, 16 000 Morgen Land besassen, das einen ungeahnten Reichtum an Diamanten barg. Das Land zog massenweise Schürfer an, die dort ihre Claims absteckten. 1871 verkauften die Brüder ihre Farm an Schürfer für damals umgerechnet 13 600 Franken. Die beiden Brüder De Beers starben nicht reich; doch ihr Name ging als Firmenname des späteren Diamantriesen in die Geschichte ein. Aus der Mine wurde das berühmte Big Hole von Kimberley; der Firmensitz von De Beers befindet sich heute noch dort...
...
Neil Behrmann, London, ist Fachjournalist für Rohwaren- und Finanzmärkte und Korrespondent des «Wall Street Journal».
James Bond mit seinen Superwaffen, den Diamant- Laser- Kanonen lässt auch grüssen.
Wir sind nun in dem sehr sehr ver-bot-en(d)en[84] Gefilde der Super-Wunder-Waffen aller Zeiten,[85] und Menschheits-Sagen, und Menschheits-Mythen, und die haben meistens etwas mit Diamant- / Blitz- Donnerkeil, Super-Schwertern,[86] alles-zerschmetternden Hämmern,[87] etc, zu tun.
Ich komme damit zu dem Eingangs-Thema zurück, dem Budhhistischen Diamantweg oder Vajrayana, und seinem Wahr-Zeichen, dem Vajra.
Hertha v. Dechend gibt uns zu-mindest eine Spur: Der / Die / oder Das Vajra ist ein Keraunos.
Es ist ein Griff, mit zwei Tetraedern an den Enden.
Nun ist ein Tetra-Eder das Kristallbild des Diamanten.
Der Vajra oder Keraunos kommt in vielen Menscheitskulturen auch als
Donnerkeil und Xango-Axt vor,
und die Labrys passt ebenfalls dazu.
In alten europäischen Bildern des Zeus hat der ebenso ein Ding in seiner Hand:
Ein Doppelblitz, komischerweise auch mit den Tetraedern an allen beiden Enden.
Näheres findet sich bei:
H. v. Dechend: Bemerkungen zum Donnerkeil", in: Festschrift Willy Hartner (1977) [88]
Die Licht-Metapher lässt sich geeigneterweise in dem Diamantweg der Noologie weiterführen. Der Diamant ist für das Licht Nichts, er ist völlige Leere. Die Diamant-Metapher ist hilfreich, sich vorzustellen, dass Gedankensysteme sich genauso brechen können wie Licht. Die Kunst der Diamantenschleifer ist es, die Schliffe so am Kristallgitter auszurichten, dass sie die höchst mögliche Kombinatorik von Brechungs-Komplexen erzeugt. Die völlige Leere ist das Thema der Shunyata-Philosophie des Nagarjuna und der Kenogrammatik (Keno-Grammatik) von Gotthard Günther. [89] Shunyata (skr.) und Keno(ma/s) (griech.) heissen beide: (völlige) Leere. Nun sind beide Philosophie-Systeme nicht einfach "Nichts" sondern Struktursysteme von Nichts. Gotthard Günther nennt sein System auch Reflexionstheorie, weil es sich um die Brechung des Bewusstseins in verschiedenen Ich- und Nicht-Ich Facetten handelt. Allso[90]: Gedankensysteme können sich umso besser und einfacher brechen, wenn sie sich in "Nichts" brechen können, in irgendwelchen schon vorhandenen Bedeutungen und Inhalten oder Lehrmeinungen und Dogmen.[91] (Denn dann Verbiegen sie sich eher, und so etwas nennt man Tropistik, Sophistik, Eel Wriggling, etc.). So ist die höchst mögliche Kombinatorik von Begriffs-Brechungs-Komplexen ebenso die Kunst der Begriffs-Systeme-Schleifer wie die der Diamanten- Schleifer.
Die Kenogrammatik war das Projekt Gotthard Günthers, eine völlig inhaltsleere Gedankenbrechungs-Maschinerie zu entwerfen, die wie in der Mathematik und Logik völlig sinnleer und kontextlos ist, und damit auch operationalisierbar, also prinzipiell auf Computern zu implementieren. Dies sollte eine Aufgabe der Kybernetik sein. Günthers Projekt entstand in den 1940er bis 1960er Jahren, als von den heutigen Computer-Möglichkeiten nur zu träumen war. Heutige Informatik hat zwar kaum noch etwas mit der damals angedachten Kybernetik zu tun, aber sie hat einige Hilfsmittel und Konstrukte geschaffen, in dieser Hinsicht brauchbar sind. Z.B. sind alle beliebigen Datenstrukturen ebenfalls Keno-Systeme. Eine Variable oder eine Datenbank ist eine Struktur von Leerstellen, dazu bereit, Daten aufzunehmen, ohne selbst von diesen Daten-Inhalten tangiert zu werden. Typisierte Datenstrukturen stellen einen weiteren Schritt zu einer Kenogrammatik dar, da sie die Kombinations- und Konjugations-Möglichkeiten und Kombinations- Konjugations- Ausschlüsse der verschiedenen Datentypen definieren. Und zusätzlich dazu, stellen heutige strukturierte oder objekt-orientierte Programmsysteme eine reale Implementation von Struktur-Komplexen von menschlich unvorstellbarem Ausmass dar. Jede beliebige Informatik-Programmier-Methodik stellt einen (heroisch scheiternden) Ansatz dar, diese ungeheuren Struktur-Komplexe irgendwie in sich konsistent und widerspruchsfrei (bug free) zu machen. Wie man bei MiSt Windows drastisch erfahren kann, ist das Ergebnis eher bescheiden. Aber Programmier-Experten können im Kopf und mithilfe Ihrer Hypertext-Datenbanken Wissens-Struktursysteme jonglieren, die in ihrer Komplexität und Umfang in etwa mit dem System der Wissenschaft von Hegel, der Epik des Homer (Audae, Aoide, Vates, Rishi, Odin, Ode, Wodan, Vatsch, Watsch, Vac) oder den Veden zu vergleichen sind, oder etwa dem Gesamtwerk von Bach oder Wagner.

Ein selbst-referenzielles, geschlossenes, multi-hierarchisches Mini-Universum nach M.C. Escher
Dieses Bild von M.C. Escher hat es, sozusagen In Sich: (oder auch: An- und Für Sich):
1) Erstens ist es ein In Sich ver-doppelter bzw auf Sich Selbst gespiegelter Tetra-Eder,
also das Symbol des Diamanten.
2) Dann sind es zwei ineinander gespiegelte konjugierte Diamanten auf Ein-Mal.
Wenn das einfache Tetraeder-Kristallgitter des Diamanten schon das härteste Material im Universum ist, um wieviel mal härter muss ein in-sich-gespiegeltes Tetraeder-Kristallgitter sein!
3) Auf den
ersten Blick sieht es aus, als würde der eine Tetraeter die Natur
symbolisieren,
und der andere
Tetraeter die Technik.
Aber dahinter steht der Geist in seiner Interaktion / Inter-Ferenz / Inter-Relation / Inter-Re-Fraktion
des/ der gegenseitigen Durch-Dringung mit der
Mater-ie, Mater-ia, oder Hylae, der sich hier mani- festiert.
Aber diese Reflexion des Geistes in die Natur...
ist keine so ganz unschuldige Reflexion, denn: [92]
Der Geist baut sich seine Festungen für die Ewigkeit,
indem er der Natur ihre Substanz entreisst. [93]
AG
Nicht ihn fürcht' ich mehr, fallen nun muss er mit allen,
Des Ewigen Macht, wer erbte sie?
Ich und Du, wir erben die Welt.
Wir können das System der Wissenschaft von Hegel und das Gesamtwerk von Wagner[94] in einen gemeinsamen Kontext setzen, wenn wir sie als gewaltige, in sich geschlossene, selbst-referenzielle Struktursysteme verstehen. Sie bilden quasi Mini-Universen für sich, das eine in Begrifflichkeiten, das andere in Tonalitäten und Mythologien. Sie schöpfen sozusagen aus sich selbst, sie sind auto-poiaetisch (Maturana). Zwar bedient sich Wagner hemmungslos bei allen verfügbaren nordischen Mythen (Odin, Wodan, Ode, Audae), aber in seinem System verschmelzen sie zu etwas sehr Eigenem. Was das ist, darüber streiten die Musik- und Kultur- Wissenschaftler heute noch genauso wie Nietzsche. Wir wissen darüber noch nichts, aber vielleicht später mehr. [95]
Hegel ist den Weg zu einem in sich geschlossenen, selbst-referenziellen Struktursystem wohl am weitesten gegangen. Z.b. vermeidet er es geradezu religiös,[96] auch nur den Namen eines einzigen seiner Philosophen-Vorgänger zu nennen, oder etwas zu zitieren. Er will damit klarmachen, dass seine Philosophie völlig eigenständig ist, und keiner externen Referenzen bedarf, geschweige denn, Autoritäten, auf die man sich berufen müsste. Seine Begrifflichkeit ist ebenso völlig selbst-referenziell, und daher kann man ihn nur lesen, wenn man den Eingeweihten-Schlüssel dafür besitzt.
Heute gibt es gute Beispiele für eine Neubelebung dieses Themas der Mini-Universen: in der Sci-Fi mit dem Film Matrix und in der Virtual Reality, etwa in dem WWW-Spiel Second Life. Ich habe 1993 in einem Konferenzbeitrag meine persönlichen Matrix-Erlebnisse mit meinen Leibniz-Projekt schon ausführlich geschildert. [97]
Dort habe ich auch schon die wesentlichen Aspekte der Noologie formuliert. Z.B.: die Fortsetzung der Philosophie mit anderen Mitteln. Und ein anderes wesentliches Thema: Der Prozess der individuellen Wandlung des Kreators in Interaktion mit seiner Kreation. Diesen Punkt behandele ich noch weiter unter: "Der Übungsweg der Noologie". In gewisser Weise bin ich ein Matrix-Architekt mit langer Erfahrung (ca. 25 Jahre), und nach verschiedenen Migrationen und Re-Implementationen, angefangen mit CP/M über MS-DOS bis zu Win XX, und der jetzigen Fassung der Noologie stehe ich etwa vor der Generation Matrix IV.
Gotthard Günther bezeichnet sein Projekt als direktes Weiterdenken von Hegels System. Und so muss die Noologie sich auch damit auseinandersetzen. Ähnlich wie bei Hegels System ist die Begrifflichkeit der Noologie völlig selbst-referenziell. Sie geht noch einen (sehr grossen) Schritt weiter, um zu vermeiden, was bei Hegel sehr verlockend, aber sehr Fallen-trächtig ist: Dass man seine Begriffe so versteht, wie sie im Duden stehen, und nicht, wie er sie intendiert (aber nirgendwo definiert) hat. Eine ausführliche Diskussion dazu ist bei Gotthard Günther: GRDZ.
Die Begrifflichkeit der Noologie wurde deshalb in ihren entscheidenden Termen vom Deutschen ausgekoppelt, und ins Altgriechische verlegt, und zwar Version n0.0 := noo (en archae, ex archaes, pro t' eonta).[98]
Die Terminologie der Noologie beruht auf den Semantik-Rhizomen des Altgriechischen zwischen Homer, Hesiodos, Anaximandros und Heraklitos. Natürlich habe ich hier und da noch einige kreative Einbauten vorgenommen, und auch Über-Querungen[99] in andere Alt-Arische Sprachen gemacht.
und deshalb würde ich das Prinzip eher Noo-Griechisch nennen, und nicht Altgriechisch, damit ich den Philologen & Etymologen & Graecisten nicht allzusehr in die Quere komme.
Soweit deutsche Terme verwendet werden, werden die Worte oft mit einem Binde-/ Trenn- Strich auseinander-gehalten, wie etwa bei dem Schlüsselbegriff der Vor-Stellung, den ich von Schopenhauer entlehnt habe. Die Methodik ist ungefähr mit Husserls epoché zu vergleichen, einem Innehalten der ansonsten völlig automatischen Denkbewegung, zur weiteren Reflexion. Dieses Auseinder-Halten von Worten erzeugt im kognitiven System ein Spannungsfeld, und Spannungsfelder sind eine der grundlegendsten Methoden der Noologie.[100]
Die bekanntesten Spannungsfelder sind die physikalischen Elektro- und Magnetfelder, und in der Architektur[101] spricht man geläufig von Material-Spannungen unter Druck und Zug, und ihrer optimalen Verteilung. Das berühmteste Beispiel für menschheitsgeschichtlich epochale Neuerungen auf diesem Gebiet ist der Kathedralenbau. Buckminster Fuller hat in diesem Zusammenhang den Begriff Tensegrity geprägt. Eines der markantesten zeitgenössischen Beispiele für das architektonische Spiel mit den Spannungsfeldern von Material und Schwerkraft ist das Zeltdach des Münchener Olympiastations, das von Frei Otto entworfen wurde. Philosophisch führt sich das Konzept auf die Dissertation von Oswald Spengler über Heraklit zurück.[102]
Für die Phono-Semantische Logik der Noologie muss ich auf die entsprechenden
Kapitel der Noologie verweisen, weil sie zu schwer in das vorliegende
Kontext-System einzupassen ist. Eine wesentliche Zusammenfassung ist hier:
http://www.noologie.de/noo204.htm#Heading65
http://www.noologie.de/noo204.htm#Heading66
Es betrifft die o.g. Semantik-Rhizome des Altgriechischen, aber auch die
kaum von irgendeiner Etymologie je er-gründe(l/)ten[103] Über-Kreuzungen mit den
Semantik-Rhizomen der alt-nordischen und alt-iranischen sowie alt-indischen / vedischen
Sprachen, die ja alle zu der sog. Arischen Sprach-Familie gehören.
Da auch heute, im Jahre 65 n.H. (nach Hitler) der Term Arische Sprach-Familie
politically incorrect und mega-Out ist,
konnte dazu auch nicht mehr viel Vernünftiges produziert worden sein.
Einer, der davon noch etwas mehr wusste, war ein gewisser
Herr Dr. Otto Günther von Wesendonck der sich auch als Politiker im
(oder gegen das) Great Game der Briten in Indien beteiligt hatte. [104]
Wesendonk war 1918 am Generalkonsulat des Deutschen Reichs in Tiflis akkreditiert
(Wikipedia)
Also hier der Verweis auf die entsprechenden Kapitel der Noologie
zur Phono-Semantischen Logik: [105]
Das Warum der speziellen Terminologie der Noologie ist im Nachhinein schwer zu begründen, denn es waren viele Jahre des Umgangs mit dem System nötig, um selber eine Vor-Stellung zu bekommen, mit was ich hier hantiere. Um es einfach zu sagen: Ich habe damit mein eigenes Denksystem umprogrammiert. Und zwar habe ich Heideggers Anweisungen befolgt, die er in "Was heisst Denken" (WHD) mehr oder weniger implizit dargestellt hat. Dort legt er dar, dass wir heute nicht mehr Denken, und wenn wir das Denken wieder lernen wollen, müssen wir zurück jen(s/z)eits der Ur-Sprünge gehen. Ich habe mich bemüht, nach Heideggers Programmatik, eine andere, vielleicht ältere, oder auch neuere Art des Denkens zu erlernen, eben in den og. Noo-Griechischen Semantik-Rhizomen. [106]
ex archaes, hoti proton genet auton,
eirousai ta t' eonta ta t' essomena pro t' eonta
Hesiodos [107]
Es geht mir also vor allem um Heideggers Denkmethode, um die Programmatik. Ich habe damit die Noologie wahrscheinlich noch viel stärker aus den gängigen Kontext-Systemen ausgekoppelt, als Hegel sein System. Das hat den entscheidenden Nachteil, dass fast kein Mensch in der Lage ist, zu verstehen, was ich schreibe. Aber dasselbe gilt für Hegel, und der hat nur deutsche Terminologie verwendet. Und es gibt einige zwingende Notwendigkeiten für eine eigene Terminologie. Jeder bekannte Begriff ist schon mit Bedeutungen beladen. Philosophische Begriffe sind berüchtigt dafür, dass jede Denkschule sie in anderer Bedeutung verwendet. Wenn man ein System von Leerstellen-Strukturen schaffen möchte, sind unbekannte Begriffe ideal. Man kann sich NICHTS darunter vor-stellen, und damit auch nicht Miss-Ver-Stehen.
Gut ge-schliffen, ist noch lange nicht be-griffen.
AG
Ein Aphorismus, rechtschaffen geprägt und ausgegossen, ist damit, dass er abgelesen ist,
noch nicht "entziffert"
Nietzsche
Es gab (oder gibt) nur sehr wenige Philosophen, die auch einen regulären Beruf hatten und zumindest zeitweise ausübten. Parmenides, Aristoteles[108] (Arzt), Sokrates (Bildhauer/Steinmetz, den er aber wohl nicht ausübte), Marc Aurel (Kaiser und Soldat), Spinoza (Linsenschleifer), Leibniz (Bibliothekar, Staatsmann, zeitweise auch Erfinder von Rechenmaschinen und Bergbau-Technologie[109]), Moses Mendelssohn (Geschäftsführer und Teilhaber einer Seidenfabrik). Viele hatten zumindest zeitweise als Lehrer gearbeitet (Hegel), und einige waren reiche Erben und Privatiers (Platon, Schopenhauer, Kierkegaard, Aleister Crowley, Aby Warburg[110], Wittgenstein[111]). Heute sind Philosophen meistens Staatsbeamte/Professoren oder an einer grossen Universität angestellt, [112] oder freie Unternehmer, wie etwa Taxifahrer. Ich bin Informatiker und schreibe immer noch Programme.
Deshalb gibt es für mich auch einen Übungsweg der Noologie, in dem Sinne, wie Peter Sloterdijk es in "Du musst Dein Leben ändern" (DMDL) beschrieben hat.[113] In diesem Zusammenhang interessant sind die spirituellen Übungssysteme der Menschheit, aber auch die vielen Wege der Virtuosität oder Meisterschaft, die alle Kulturen hervorgebracht haben (Richard Sennett)[114]. In den Traditionen des Ostens war es auch üblich, dass ein spiritueller Meister einen regulären Beruf ausübte, insbesondere bei den Sufis. Auch viele Zen- und Chan-Meister hatten einen Beruf. Eine Anekdote erzählt sogar von einem Chan-Meister, der Schlachter war. Das Zentral-Motiv dieser Herangehensweise war: Bewusstseinserweiterung durch konkrete Arbeit. In der Terminologie der Noologie gibt es dazu den Begriff LhWissen: Lebens- und Handlungspraktisches Wissen. Ohne konkrete Arbeit und immerwährendes Üben bleibt Bewusstseins-Erweiterung nur hohler Schall und Rauch. Eine besonders dafür bekannte Tradition ist der japanische Zen.[115] Und eine der effektivsten Methoden damals war: Man gab dem Schüler ein roh zugesägtes Holzbrett, und einen Lederlappen. Damit sollte er das Holzbrett so lange reiben und polieren, bis er sein eigenes Spiegelbild in dem Holz sehen konnte. Das brauchte ca. 7 bis 10 Jahre. Und damit hatte er dann sein Satori. Er brauchte keine Einweihung mehr in weitere esoterische Le(e/h)ren und Sutras. Alle Übungssysteme der Menschheit brauchen ca. 7 bis 10 Jahre bis zur Meisterschaft / Virtuosität. Kürzer geht es nicht.
Den Übungsweg der Noologie habe ich oben in dem Konferenzbeitrag von 1993 schon kurz erwähnt: Der Prozess der individuellen Wandlung des Kreators in Interaktion mit seiner Kreation. In diesem Fall ist es die fortgesetzte Reflexion des Schöpfers mit einem quasi-autonomen System: der Reflexion von Sich auf die Kreation. Ich glaube, diese Reflexionsform ist bisher noch nicht in der Philosophie vorgekommen, also nehme ich das Copyright dafür in Anspruch, so lange, bis mir jemand das Gegen-Teil be-weist.
Früher war die Reflexion von Sich auf die Kreation, eigentlich nur Gott vorbehalten, aber heute, im Zeitalter der Computer, hat sich halt alles ziemlich grundlegend geändert.[116]
Baruch Spinoza der Linsenschleifer hatte in seiner jüdischen Gemeinde sicher auch ein paar Diamantenschleifer. Damit komme ich zu dem Übungsweg der Noologie: Wie man einen Diamanten schleift. Der Diamant ist das härteste Material des Universums. Man kann ihn nur mit ebenso hartem Material bearbeiten, nämlich mit anderen Diamanten. Wenn man keine hochtourige Schleifscheibe und sonstige Apparaturen hat, ist das ein noch mühsamerer Weg als das oben genante Spiegelbild im Holz. Aber die Analogie ist sehr brauchbar. Die anderen Diamanten der Noologie sind die anderen Ur-Gebirge der Philosophie, an denen man sich beständig reiben, auf-reiben, und verschwenden muss, um seinen eigenen Stein zu polieren. Metaphorisch betrachtet, ist dieses ewige an- / aus- / mit- / zu- einand(er/a)- Reiben auch ein System der Reflexion von Sich auf Andere (Gotthard Günther). Denn nur in diesem Reiben entsteht dann die Reflexion, in deren Facetten sich die Denk-Blitze der Vorgänger-Generationen widerspiegeln.
Dies ist der Kernpunkt des Noologie-Terms des Wir, das kategorisch ausserhalb von
der einfachen Reflexion von Subjekt auf Objekt steht:
http://www.noologie.de/noo2.htm#Heading33
Ich (SUB) <-> Nicht-Ich (OBJ)
versus:
Ich (SUB) <-> Nicht-Ich (OBJ) <->
Nicht-Ich (WIR)
denn die Reflexion von:
Ich (SUB) <-> Nicht-Ich (DU)
erzeugt sofort das WIR, wenn auch nicht notwendigerweise gleich
im Sinne von Zusammengehörigkeit, etc. sondern es ist ein formales WIR.
Die fortgesetzte Reflexion zwischen diesen Polen ist potentiell unendlich.
Der Diamantweg der Noologie heisst deshalb auch:
Es gibt Nur die Arbeit und Nichts als die Arbeit, und es gibt Nichts ausserhalb der Arbeit.
Ich habe Gotthard Günthers Ansätze wohl auf andere Weise weitergeführt,
als er es geplant hatte. Mit der formalen Logik, die er entworfen hatte,
konnte ich nicht viel anfangen.
Ich habe einige seiner Ideen mehr im Sinne der Semiotik weiterentwickelt,
so etwa von Peirce bis Umberto Eco.[118]
Dazu einige Beimischungen aus der Kultur-Anthropologie bzw. Ethnologie
bzw. Ethnopsychoanalyse oder, um einen weniger Freud-getränkten Begriff zu verwenden:
Die Ethno- Thymo- Ero- Logo- Analyse.[119]
Ich verwende trotzdem weiter den veralteten Begriff Ethnopsychoanalyse
in dem eben genannten Sinn, weil das andere Wort zu lang und zu umständlich ist.
Der Bezug von Semiotik und Ethnologie ist einfach zu verstehen,
und kommt bei Eco überall vor: Die Zu-Ordnung der Begriffs- und vor allem der
Empfindungs- Systeme ist stark von der Kultur beeinflusst, bzw. um den
etwas unscharfen Begriff der Kultur zu präzisieren:
Ist von Moral, Ethik und Ethos, einer Ethnie, beeinflusst.[120]
Nietzsche formulierte das schon mit seinem Begriff der Empfindungs-Gruppe. [121]
und seine Diskussion hat schon ziemlich die ganze Ethnologie vorweg genommen:
Was ist ein Volk? Heute sagt man eher: Ethnie, aber das ist mehr ein Thema
der Political Correctness, weil Volk / bzw. Völkisch, so einen etwas
nazifaszischen Beigeschmack bekommen hat.
Der Bezug von Ethno- Thymo- Ero- Logo-Analyse zur Mythologie ist ebenfalls
leicht zu verstehen. Mythologie ist die Codierung des Ethno-Thymo-Logo-Ero-
Komplexes, einer jeweiligen Kultur / Ethnie, in einer besonderen Fachsprache,
dem Mytho-Logismus. Und wenn man diese Sprache versteht, kann
durch Analyse die Thymotisch- Erotischen Trieb-Kräfte dieser Kultur / Ethnie
entschlüsseln. Anderswo wird das auch das Kollektive Unbewusste genannt.
Es ist nicht ganz unbewusst, sondern codiert, denn die reine, nackte Wahrheit
könnten die Menschen nicht ertragen.
Das ist zwar nicht der gesamte Be-Deutungs-Bereich der Mythologie,
aber für den jetzigen Zweck genügt das.
Modo Sloterdijk Z&Z kann man auch sagen: Mythologie
ist eine En-Kryption
der Thymologie eines Volkes. Siehe auch: Z&Z 154-155:
Einblicke in dunklere Zonen der historischen Anthropologie...
Ich werde also einiges von meinen imaginären und manchmal auch realen
Unterhaltungen berichten, mit:
Adolf Bastian, Leo Frobenius, Ruth Benedict, Hertha v. Dechend,
Joseph Campbell, Theodor Strehlow, Lev Gumilev, Marius Schneider,
Ken Wilber, Clemens Kuby, Carlos Castaneda, Terence McKenna... etc.
Diese werden im Appendix genannt, weil es zum Teil persönliche Begegnungen waren,
die nicht so ganz in diesen mehr wissen-schafft-lichen Kontext passen.
Und vor allem viel meine eigene Meinung zu & Erfahrung mit den Dingen enthalten.
Dann die Anthropo-Logen und Mytho- und Mysta- Logen und -Gogen
Ich schliesse diesen Gedankengang an ein früheres Kapitel von Noologie I an.
Dort führte ich eine Klassifikation ein, von
Neuronale Typen: "Sein und Zeit", oder "Sein oder Nichtsein"
http://www.noologie.de/noo02.htm#Heading145
Dies erscheint mir im Sinne der jetzigen Psycho-Typen-Unterscheidung nicht mehr ganz adäquat,
deshalb möchte ich hier eine neue Psycho-Qualität einführen:
Der Noia-(pathische/ -poietische) Menschentyp.
In irgendeiner Verbindung steht dieser mit dem charismatischen Menschentyp, aber das heisst nicht, dass Charismatiker immer nur eine angenehme Ausstrahlung haben müssen.[122] Wagner beschreibt im Ring des Nibelungen den Siegmund als typischen Anti-Charismatiker, der aufgrund seiner göttlichen Abkunft für alle seine "Normalo" Mitmenschen nur als "Monster" erscheinen kann.
Die heutige Psycho-Theorie (Psychologie) kennt eigentlich nur den Unterschied zwischen "Normalos" und Psycho-Gestörten. Der Noia-(pathische/ -poietische) Menschentyp wird mit seiner Ambivalenz zwischen Furchtbar-Gestört-Sein und Immens-Kreativ-Sein dabei unter den Teppich gekehrt. Noia-(pathische/ -poietische) Menschen sind vor allem bei den Figuren des heutigen Kunst-Betriebs und Schow-Geschäfts zu finden. (Soweit sie diesen überleben und nicht schon gleich in Sucht und Psycho-Pathologie verfallen). Mick Jagger und Keith Richards sind so ein paar, die das Ganze gut überlebt haben. Eric Burdon auch.[123]
Diese Typologie wurde auch schon einmal von Howard Bloom ange- und weiter gedacht.[124]
http://www.noologie.de/neuro06.htm
Diese Charaktertypen mit dem Label Psycho-Pathen zu belegen, ist m.E. ein psycho-kategorieller Fehler. Zwar sind solche Menschen für ihre Mitmenschen, also den "Normalos" meist nicht sehr er-träglich, aber das liegt eher an dem etwas zu engen Emotional-Horizont der "Normalos". Man kommt da heute auch in den Graubereich zwischen Autismus und Genius, den sogenannten Savants. Ein Film "A beautiful mind" greift dieses Thema auf, und in der akademischen Literatur erscheint da z.B. ein gewisser Herr Dr. Simon Baron-Cohen, der sich ua. dadurch auszeichnet, dass ein Vetter von ihm der berüchtigte Komiker Sacha Baron-Cohen heisst, aus ewigen Gedenken an: "Borat".
http://www.autismresearchcentre.com/arc/staff_member.asp?id=33
http://de.wikipedia.org/wiki/Sacha_Baron_Cohen
Hiermit er-greife ich also meinen verehrten Herrn Dr. Nietzsche einmal an seine/r psycho-thymotischen Wunde (wie Soterdijk es in Z&Z sagen würde). Denn es ist klar, dass man hier mit psycho-analytischer, freudianischer Denkweise nicht weiter kommt.
Nietzsche war der Prototyp des Noia-(pathische/ -poietische)n Menschen. Und sein Denken nahm die Ethno-Psychoanalyse schon komplett vorweg, aber in einer Form, die sie erst ca. 1970 erreicht hatte (also ungefähr 100 Jahre nach Nietzsches letzten Werken), als sie sich sehr mühsam aus den Freudianischen Fesseln heraus-ge-wickelt hatte.[125] Nietzsche war der "geborene" (Kultur-) Anthropologe, dh. er lebte in einer unüberbrückbaren kognitiven und emotionalen Distanz zu seinen Mit- Menschen (oder besser gesagt, zu seinen: Gegen- Menschen) und zu / gegen seiner Kultur. Wenn er nicht daran ver-rückt werden wollte, musste er es analysieren, und das tat er in seinen vielen Werken. Aber leider ist er dann doch daran ver-rückt geworden.[126]
So ähnlich drückt es auch Ruth Benedict aus, die die Konzepte von Dionysisch und Apollinisch von Nietzsche (auf dem Umweg über Spengler) übernommen hatte, und sie war von ihrer Persönlichkeit her ebenso ein Misfit in ihrer Mit- / Gegen-Menschen-Welt. Noia-(pathische/ -poietische) Menschen sind eben vom Schicksal dazu bestimmt, Anthropologen zu werden, und früher wurden sie, wenn sie Glück hatten, vielleicht Heiler, Medium, (oder auch Eulenspiegel, oder Rattenfänger von Hameln), Voodoo-Priester, Sangoma, von Gott besessene, Sadhus, Ahrants, Sufis, Schamanen.
Eco hat in einem seiner kleinen Histörchen-Streifzüge ebenfalls diesen Menschentyp erwähnt, p. 205:
und allein lebten nur die vom göttlichen Wahnsinn überkommenen.
In diesem Absatz zu Belphegor bringt er auch noch ein paar saftige ethnologische Kenntnisse ein.
Siehe weiteres Material dazu:
newage sewage site: http://www.noologie.de
http://www.noologie.de/noo02.htm#Heading135
Was früher wahrscheinlicher war: Leute mit charismatischen, oder schamanischen Anlagen wurden bevorzugt ins Kloster gebracht oder in extremeren Fällen als Hexer/n verbrannt. (Jeanne d' Arc ist ein gutes Beispiel)[127]
Einen anderen Weg für solche Menschentypen gibt es nicht.
Und heutzutage in unserer brave New World bekommen sie ansonsten grosszügige Dosen von Haldol und Tavor, und einen ruhigen, gemütlichen Ort, wo sie die rechte und normative Ordnung (law and order) nicht allzu sehr stören können.
Das Lei(d/t)-Motiv Nietzsches ist wohl in diesem Satz am besten ausgedrückt:
Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.
Ein anderer, heute noch bekannter, Noia-(pathische/ -poietische)r Mensch war Hölderlin.
Novalis wohl auch, der hatte zwar eine sehr harte preussische Schule durchgemacht,
aber die Tatsache, dass er so früh starb, weist darauf hin, dass er dem inneren
thymotischen Druck nicht standhalten konnte, und seine Seele (Thymos / Psychae / Anima) hielt es
in seinem Preussen-gestählten Körper & Geist & Animus einfach nicht mehr aus, und sie entfleuchte
ins Elysion.
Ich kann es grob vereinfachend sagen: Die Noologie hat
von Gotthard Günther die (keno-grammatische) Form,
von Hegel gewisse Struktur-Prinzipien,
von Talmud und Whitehead das Prinzip der rekursiven Fussnoten,
von Heidegger die Methode,
und von Nietzsche die Inhalte.
(Und, man kann auch sagen: den Thymos).[128]
Und ich kann mit diesem Gedicht aus Zarathustra die Inhalte von Nietzsche zusammenfassen:
Oh Mensch! Gieb Acht!
Was spricht die tiefe Mitternacht?
´´Ich schlief, ich schlief -,
´´Aus tiefem Traum bin ich erwacht: -
´´Die Welt ist tief,
´´Und tiefer als der Tag gedacht.
´´Tief ist ihr Weh -,
´´Lust - tiefer noch als Herzeleid:
´´Weh spricht: Vergeh!
´´Doch alle Lust will Ewigkeit
´´will tiefe, tiefe Ewigkeit!''
Nietzsche
Und als Kontra-Punkt dazu:
Stark ruft das Lied;
kräftig reizt der Zauber.
Ich bin erwacht aus wissendem Schlaf.
Wer scheucht den Schlummer mir?
Richard Wagner
Allso,
zwischen den Giebich- ungen und den Wäl-Sungen, giebt es eine grosse lange tiefe Feindschaft,
was die Einen nicht Aus-Gesungen, haben die anderen noch nicht Ein-Ge-Aht-Met.
A(h/t)men.
Thumos (also commonly spelled "thymos") (Greek: ?????) is an Ancient Greek word expressing the concept of "spiritedness". The word indicates a physical association with breath or blood. The word is also used to express the human desire for recognition.
In Homer's works, thumos was used to denote emotions, desire, or an internal urge. Thumos was a permanent possession of living man, to which his thinking and feeling belonged. When a Homeric hero is under emotional stress he may externalize his thumos, conversing with it or scolding it [1].
Plato's Phaedrus and his later work The Republic discuss thumos as one of the three constituent parts of the human psyche. In the Phaedrus, Plato depicts logos as a charioteer driving the two horses eros and thumos (i.e. love and spiritedness are to be guided by rationality). "In the Republic (Book IV) soul ... becomes divided into nous ("intellect"), thumos ("passion"), and epithumia ("appetite"). To its appetitive part are ascribed bodily desires; thumos is the emotional element in virtue of which we feel anger, fear, etc.; nous is (or should be) the controlling part which subjugates the appetites with the help of thumos."[2].
http://en.wikipedia.org/wiki/Thymos
Der deutsche Wikipedia-Text taugt nicht viel:
Wikipedia:
Thymos (altgriechisch ??µ??, thymos, »Lebenskraft«) ist ein Ausdruck für die Gemütsanlage eines Menschen.
Thymos ist ein philosophisches Konzept, eingeführt von Platon als eine der drei menschlichen Grundmotivationen. In der Antike wurde der (sterbliche) "Thymos" von der (unsterblichen) "Psyche" und vom Nous (????) deutlich unterschieden. Aus der Verwendung verschiedener Wörter für Teile der menschlichen Person und Persönlichkeit in den homerischen Epen zog etwa Bruno Snell den Schluss, die Menschen hätten in dieser Epoche noch kein Ich-Bewusstsein im Sinne eigenständiger Handlungsfreiheit und Verantwortung besessen, sondern sich entweder von ihrem Thymos oder ihrem Nous, im Zweifelsfall aber von den Göttern gesteuert gesehen.
thymos means not only will but also soul, feeling, heart, courage, boldness.[129]
In dem obigen Wikipedia-Zitat ist der entscheidende Satz:
Plato depicts logos as a charioteer driving the two horses eros and thumos (i.e. love and spiritedness are to be guided by rationality).
Das ist das Original-Spannungsfeld von:
Logos <-> Eros <-> Thymos
Dies müssen wir nun Ent-Platonisieren, denn dass der Logos die beiden anderen regiert,
stimmt eben halt gar nicht. Das ist nur ein schönes Platonisches Märchen, so etwa wie
die Legende von Atlantis.
Und es gibt noch ein griechisches Spezial-Wort, das Plato aber nie ausgesprochen
oder in den Mund genommen hätte, das aber Thymos und Eros irgendwie zusammenfasst:
Die Orgae.[130]
http://www.noologie.de/noo02.htm#Heading26
Siehe auch Sloterdijk Z&Z, 153, ausgerechnet bei St. Tertullianus & St. Lactantius:
... nehmen sich der Aufgabe an, den thymós Gottes beziehungsweise seine orgé mit
den übrigen Eigenschaften des Höchsten kompatibel zu machen.
So eine Orgie würde ich mir mal gerne Vor-Stellen!
Ebenfalls Z&Z, 153, erwähnt Sloterdijk auch Oswald Spengler.
Ich komme noch darauf zurück.
Exkurs zu Apokalyptik und Höllen-Szenarien in Z&Z: Der höllische Amazon-Computer

Thymos meets Eros: Carraci: Achilles und Briseis
Die Bilder geraten ab & zu mal out of sync.
http://www.noologie.de/Carracci_Achille_et_Briseis2.jpg
Allso, irgendwie haben wir es doch ge-ahnt...
Das Aufgaben- Ge- Biet der damaligen Hiero- Phanto- Priesterinnen,
des Hl. St.- Sonst- Noch- und Wieso- und Sonst- Noch- Wo,
Be- Schränkte sich nicht nur auf das Hl. Schwängeln,
von Weihrauch-Fahnen.
Die hatten noch ganz kon- kretere Auf- Gaben.
Es ging halt auch noch um das: Hl. Schwängern.
A(h/t)men.
Es ist leichter, einer Begierde ganz zu entsagen, als in ihr maßzuhalten.
Nietzsche
Es existiert ein interessantes Spannungsfeld, zwischen
Thymos, Eros und Logos
gerade bei den Philosophen selber, die ihr Leben ja dem Dienst des Logos
verschrieben haben.
Von ihren Vitae wissen wir, dass ein sehr grosser Prozentsatz der Philosophen
ein ziemlich gespaltenes Ver-Hältnis zum Eros hatten.
Siehe "Die Liebhaber der Sophie"[131]
Allso, man kann die grossen Philosophen, die ein geregeltes Sex-Leben hatten,
wohl an einer Hand abzählen:
Hegel
Gotthard Günther (der wegen seiner jüdischen Frau emigrieren musste).
Whitehead[132]
Heidegger, der war zwar durch & durch "Normalo" bürgerlich,
aber auch nicht so ganz geregelt:
Da er sich mit seinen Studentinnen vergnügte, ich glaube es war Hannah Arendt.[133]
Kant gehört hier zwar überhaupt nicht rein, weil der absolut gar kein Sex-Leben
hatte, eber als so ca. grösster aller deutschen Philosphen,
ist er bekannt wegen seines berühmten Ausspruchs zur Ehe:
Die bürgerliche Ehe ist ein Vertrag zum gegenseitigen Gebrauch
der Geschlechtsteile.
Moses Mendelssohn,
von dem eine wahrhaft rührende Story überliefert ist, wie er seine Frau gewann.
http://www.wisdomportal.com/Romance/Mendelssohn-Gugenheim.html
Sartre: war ein wahres Sex-Monster, wohl auch nicht so ganz geregelt. [134]
http://en.wikipedia.org/wiki/Simone_de_Beauvoir
Rousseau war zwar auch verheiratet, aber er schrieb seitenlange
Elegien über seine Masturbations-Erlebnisse.[135]
Seine Kinder (es waren eine ganze Menge) gab er übrigens
beim Waisenhaus ab.
Marx: Aber seine Frau litt unter Dauer-Depressionen. Irgendwo war
das Sex-Leben trotz der vielen Kinder nicht ganz so harmonisch
gewesen wie man denken könnte. Es war damals (und ist auch noch heute)
der Brauch bei orthodoxen Juden, dass zur höheren Ehre Gottes eben jedes Jahr ein
Kind gezeugt, und dem Volk der Juden zugeführt wurde.
Peirce: Eine eher traurige Geschichte, denn er liess sich von seiner ersten Frau scheiden,
die war die Tochter des Präsidenten von Harvard. Damit war er seinen Job los,
und bekam auch nie wieder einen, dank der freundlichen Unterstützung
des Präsidenten von Harvard.
Und dann heiratete er seine wirklich- und wahre Geliebte, und
fortan lebten sie glücklich, aber in bitterster Armut.
Michel de Montaigne
http://de.wikipedia.org/wiki/Michel_de_Montaigne
Aristoteles (war aber wohl auch nicht so ganz geregelt)[136]
Sokrates (er soll aber viel Streit mit seiner Frau Xantippe gehabt haben,
aber zum Trost bekam er von den Hetären öfter mal eine Freifahrt spendiert)[137]
Diogenes ist für mich deswegen Philosophie-Geschichtlich bedeutsam,
weil er sexuall so ziemlich auto-poiaetisch war, also eben ein Existen-zialist.
Einmal masturbierte er öffentlich auf dem Athener Marktplatz, der Agora.
Da fragten ihn die aufgebrachten Athener Bürger, was er denn da mache.
Allso sagte er da: Ich will euch nur vorführen, wieviel einfacher das Leben wäre,
wenn man Hunger hat, bräuchte man sich nur den Bauch zu reiben,
und schon wäre man satt.
A(h/t)men.
aber waren entweder christlich Zölibatär,
Abaelard, gezwungenermassen enthaltsam, dank des kleinen Messerchens,
Origines hatte sich da wohl selber nachgeholfen.
ewige Singles (Kierkegaard),
unglücklich verliebt (Nietzsche, in Lou Salome) [138]
Frauen- Hasser / -Verächter, (wie Plato und Schopenhauer)
Jenseits von Gut & Böse (Plotin, Kant)
Vollkommene Meister der Ataraxia (die Stoiker)
Schwul (Wittgenstein)
oder
Syphilitisch [139]
Heutzutage aber führen die meisten Universitäts-Philosophen ein durchaus bürgerliches Leben,
sind verheiratet, haben eine Familie, oder sie sind schwul.
Das ist dem heutigen akademischen Selektions-Verfahren geschuldet,
denn wer es durch ca 6-8 Jahre Philosophie-Studium inclusive Doktorat schaffen will,
muss vor allem Ausdauer haben, eine sehr notwendige Qualität in der heutigen
bürgerlichen Gesellschaft, und Anpassungsfähig an seinen/ihren jeweiligen
Doktor-Vater oder -Mutter sein, denn ansonsten sind die Karriere-Chancen
eher mässig, weil man/frau heutzutage nur noch über das Protektions-System
in eine akademische Philosophie-Karriere kommen kann.
Erziehung ist im Wesentlichen das Mittel, die Ausnahme zu ruinieren zugunsten der Regel.
Nietzsche
Ich habe in Noologie I einen längeren Absatz geschrieben, zu
4. Strategie-Studien zu Wissens-Herrschafts-Systemen
und zu
4.1. Die Ethnologie neo-tribalistischer Vereinigungen
Dort behandele auch ich die Herrschafts-Strukturen von wissenschaftlichen
Vereinigungen / Gremien / Peer-Review Systemen etc.
Eben alle Formen von Herrschaft im Bereich der Wissen-Schaft.
http://www.noologie.de/noo04.htm#Heading234
Für eher (stark betonte) thymotische Geister ist in unserem heutigen akademischen System
einfach kein Platz, von ein paar Ausnahmen abgesehen.
Es wird noch genauer auszuarbeiten sein, in welchem Spannungs-Verhältnis
Thymos, Eros und Logos
nun stehen. Hier stehen wir aber erst am Anfang.
Am besten nochmal genauer bei Sloterdijk Z&Z nachlesen,
und vielleicht auch bei Spengler und Spinoza.
Das Struktugramm, das ich in Noologie I entworfen habe,
muss daher noch um die wichtige Komponente des Thymos erweitert werden.
http://www.noologie.de/noo02.htm#Heading25
Ich habe da zwar den Hass behandelt, aber nur in seiner Polar-Position zur Liebe.
Sobald ihr handeln wollt, müsst ihr die Tür zum Zweifel verschliessen.
Nietzsche
Spengler hatte schon bemerkt, dass Philosophen sich auch meist durch einen
charakteristischen Mangel an Thymos, also That-Krafft auszeichnen.
In dieser Hinsicht übersetzt sich das Missverhältnis zu Eros nahtlos
in das Missverhältnis zu Thymos.
Gerade das ist ein Verhängnis später, viel
schreibender und viel lesender Kulturen, daß der Gegensatz von Leben und Denken
immer wieder verwechselt wird mit dem vom Denken über das Leben und Denken über
das Denken. Alle Weltverbesserer, Priester und Philosophen sind einig in der
Meinung, daß das Leben eine Angelegenheit des schärfsten Nachdenkens sei, aber
das Leben der Welt geht seine eigenen Wege und kümmert sich nicht um das, was
von ihm gedacht wird.
Spengler (1980, 576)
Die großen Staatsmänner pflegen unmittelbar zu handeln und zwar aus einem sichern Sinn für die Tatsachen heraus. Das ist für sie so selbstverständlich, daß die Möglichkeit, über allgemeine Grundbegriffe ihres Handelns nachzudenken, ihnen gar nicht in den Sinn kommt, gesetzt daß es solche Begriffe überhaupt gibt. Sie wußten von jeher, was sie zu tun hatten. Eine Theorie darüber entsprach weder ihrer Begabung noch ihrem Geschmack. Denker von Beruf aber, die ihren Blick auf die von Menschen geschaffenen Tatsachen lenkten, standen diesem Handeln innerlich so fern, daß sie sich in Abstraktionen vergrübelten, am liebsten in mythische Gebilde wie Gerechtigkeit, Tugend, Freiheit, und danach dem historischen Geschehen der Vergangenheit und vor allem der Zukunft das Maß anlegten. Darüber vergaßen sie zuletzt den Rang bloßer Begriffe und kamen zu der Überzeugung, daß Politik da sei, um den Lauf der Welt nach einem idealischen Rezept zu gestalten. Da dergleichen nie und nirgends geschah, so erschien ihnen das politische Tun dem abstrakten Denken gegenüber so gering, daß sie sich in ihren Büchern darum stritten, ob es ein "Genie der Tat" überhaupt gebe.
Spengler (1980, 1107-1108)
http://www.noologie.de/noo02.htm#Heading44
unter:
1.7. Noologie und Lebens-Praxis, Handlung, Emotionale Intelligenz
"Der Handelnde ist immer gewissenlos; es hat
niemand Gewissen, als der Betrachtende" (Goethe).
Spengler (1980, 1112)
Sowie:
http://www.noologie.de/noo05.htm
Spengler (1980, 1109) u: Der Krieg ist die Urpolitik alles
Lebendigen und zwar bis zu dem Grade, daß Kampf und Leben in der Tiefe eins
sind und mit dem Kämpfenwollen auch das Sein erlischt.
1110: In jedem Kriege zwischen Lebensmächten handelt es sich darum, wer das Ganze regiert... Das Aktionszentrum, die handelnde Mitte einer Menge zu sein, die innere Form der eignen Person zur Form ganzer Völker und Zeitalter zu erheben, das Kommando der Geschichte zu haben... das ist der kaum bewußte und unwiderstehliche Trieb in jedem Einzelwesen von historischem Beruf. [140]
Ein Politiker teilt die Menschheit in zwei Klassen ein: Werkzeuge und Feinde.
Nietzsche
Denn Menschen mit Thymos machen Geschichte, Philosophen betrachten sie nur.
Sehen wir uns dazu beispielhaft Hegel an.
Die einzigen Ausnahmen in der Philosophie-Geschichte, die ich kenne,
von Philosophen mit Thymos sind:
Sokrates: Er war ein sehr guter Soldat gewesen, und hatte in vielen Schlachten
seine Heimat-Stadt Athen mit verteidigt. Aber er kann eigentlich nicht wirklich
als Philosoph betrachtet werden, weil er nichts geschrieben hat,
und nur durch Plato's kreative Überformung in den Philosophen-Pantheon
eingegangen ist. Denn von seinen soldatischen Tugenden wusste Platon nichts
(oder wollte nichts wissen, weil es einfach nicht ein sein Bild von Sokrates, der fast
schon Christos-ähnlichen Heilsgestalt, passte). Denn das steht alles bei Xenophon.
http://de.wikipedia.org/wiki/Xenophon
http://de.wikipedia.org/wiki/Anabasis
http://en.wikipedia.org/wiki/Memorabilia_%28Xenophon%29
Marcus Aurelius: War auch Soldat gewesen, bevor er Kaiser wurde.
http://www.biographyshelf.com/marcus_aurelius_biography.html
Descartes: Er hatte im 30jähr. Krieg mitgekämpft, und war mit dem Degen
genauso behende, wie mit der Schreibfeder.
Nietzsche: So etwas. Er hatte zwar eine Menge Zorn, und
und auch Schaffens-Krafft, aber nicht so viel That- Krafft.
Naja, und dann:
Mao Tzedong, der war auch so eine Art Philosoph,
aber halt nur ein chinesischer Taoistischer Bauern- Philosoph.
Und sowas gilt bei uns im Westen nicht als Philosophie.
Siehe Sloterdijk Z&Z, 261-273. 265:
Mao war ein Neo-Vorsokratiker östlicher Schule...
manche meinten geradezu, es handele sich bei ihm um eine
chinesische Verkörperung von Hegel.
Mit ein wenig Abstand sieht man jedoch, dass lediglich die Kreuzung
zweier Arten von Platitüden vorlag, wie sie sich nur in einem
grossen Mann begegnen.
Überhaupt, waren die (oder einige der) Führer der grossen Revolutionen
also 1789 und 1917, auch eifrige Schriftsteller, also vor allem
Lenin
und
Trotzki
Trotzki war wohl der philosophisch'ste von ihnen allen, was ihn aber nicht davon abhielt,
als Kommandant der Roten Armee, nach Belieben Massen-Erschiessungen anzuordnen.
Sloterdijk Z&Z p. 237, spricht von 500.000 Massen-Erschiessungen im Jahr 1917 allein.
Und Z&Z p. 230, spricht in diesem Zusammenhang von dem "Archetyp der Dezimierung"
Weiter unten, Z&Z p. 234, in seiner "Evaluierung makrokrimineller Komplexe" kommen im 20. Jh
auf eine Tötung im "Namen der Rasse" etwa 3-4 Tötungen "im Namen der Klasse".
Der Irrsinn ist bei einzelnen etwas Seltenes - aber bei Gruppen, Parteien, Völkern, Zeiten die Regel.
Nietzsche
Es ist schon seltsam, dass gerade der Philosoph, dieser etwas ausgesucht
ab- sonderliche Menschentyp, sozusagen zum Ge-Wissen der Menschheit
auserwählt worden ist. Hat man da vielleicht nicht den
Bock zum Gärtner gemacht?
Siehe auch
die bezeichnende Passage von Nietzsche unter:
http://www.noologie.de/noo02.htm#Heading127
4.3. Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne
Es ist
nichts so verwerflich und gering in der Natur, was nicht, durch einen kleinen
Anhauch jener Kraft des Erkennens, sofort wie ein Schlauch aufgeschwellt würde;
und wie jeder Lastträger seinen Bewunderer haben will, so meint gar der
Stolzeste Mensch, der Philosoph, von allen Seiten die Augen des Weltalls
teleskopisch auf sein Handeln und Denken gerichtet zu sehen.
ist das Motto meines damaligen Werkes von ca. 1996:
Infrastructures of Representation:
A Quest for Multimedial Symbolization Systems
http://www.noologie.de/infra01.htm
Der Titel "Die Welt als Impulsität und Repräsentation" ist eine Paraphrase von
Schopenhauers "Welt als Wille und Vorstellung".
Der Bereich der Vorstellung wird in der Noologie ziemlich eingehend behandelt,
insbesondere unter dem Aspekt der SEMiosphäre und der Vor-Stelllung.
Das andere Kernthema Schopenhauers, der Wille, ist bisher etwas zurück- geblieben.
Das Problem mit dem Begriff "der Wille" ist, dass er zu anthropomorphisch ist,
um Schopenhauers Intention gerecht zu werden.[141]
Ich habe den Begriff Impulsität gewählt, um damit zu markieren, dass es hier
um einen kosmologischen Begriff geht, wie Schopenhauer es intendiert.
Insbesondere, was ich als en-er-gia oder auch en-ar-chaea bezeichne,
was wiederum etwas ziemlich anderes ist als die physikalische Energie.
Denn nach der Physik bleibt die Energie immer gleich, sie wandelt sich nur um.
D.h. es gibt potenzielle Energie, freie Energie, etc., und dann gibt es noch die Entropie.
Die Einzelheiten stehen überall in allen Physik-Büchern oder auf Wikipedia,
deshalb brauche ich das hier nicht zu diskutieren.
Damit kann also nicht das gemeint sein, was man unter Impulsität assoziieren würde,
nämlich eine (mehr oder weniger) spontan wirkende Trieb- und Treib-Kraft.
Ich verwende auch den Begriff En-Tropia, und meine damit ziemlich genau das
Gegenteil von dem, was die Physiker meinen. Denn die En-Tropia heisst auf Alt-Griechisch:
Das Potential, Veränderung zu bewirken.
Ich formuliere das in meiner Noo-Griechischen Terminologie so:
En-ar-chae, ex ar-chaes, stehen die En-er-gia und die En-Tropia,
aus denen sich alles Ent-Wickelt, hoti proton genet auton, wie Hesiodos sagt.
In mehr anthropomorpher Sprechweise taucht die Impulsität auch als
Thymos auf (Sloterdijk Z&Z).
Damit das alles sprachlich auch gut zusammenpasst, habe ich für die Re-Formulierung
des Meister-Werkes meines verehrten Schopenhauers, folgende Begriffe gewählt:
Die Welt als Impulsität und Repräsentation [142]
Das klingt dann doch viel wissenschaftlicher, und Neu-Zeitlicher, nicht wahr?
In der früheren Form(ulierung) der Noologie, wurden die meisten hier auf-scheinenden
Themen darin schon skizziert, bzw. umrissen.
Insbesondere:
3.9.4. The work of the mother of invention
http://www.noologie.de/infra04.htm#Heading63
Dies müsste bei Gelegenheit weiter geführt werden.
tbc

Das Triske(l)lion,[143] Keltisches Ursymbol, auch aus Korea (Sam-Taeguk) und im Shinto-Kult Japans
Damit komme ich zu einem weiteren Kernthema der Noologie:
Die Triadik (zu der es noch einiges weiter zu sagen gibt, insbesodere ihre logische Begründung). [144]
Es war Gotthard Günthers wesentliches Anliegen, eine mehrwertige Logik mit mindestens drei Polen zu schaffen. Er verstand sein Unterfangen hauptsächlich mathematisch und formal-logisch.
Hier ein paar Reflexionen von mir (nach Gotthard Günther) zur Triadik: [145]
Noologie ist das Weiterdenken gewisser logischer Grundlagen des Christentums mit anderen Mitteln
In gewisser Weise kann ich mich in diesem Vorgehen auf den grossen Kirchenvater,[146] den Hl. Augustinus berufen, den ich dafür gerne noch einmal zitiere:
Die Wirklichkeit selbst nämlich, die man heute als christliche Religion bezeichnet, bestand auch schon bei den Alten, ja, sie fehlte niemals seit Beginn der Menschheit, bis dass Christus im Fleische kam; seither begann man lediglich, die wahre Religion, die schon immer bestand, die christliche zu nennen.
Ich gehe nun noch einen Schritt weiter und behaupte:
Das Christentum hat mit der Hl. Dreifaltigkeit menschheitsgeschichtlich das spirituelle Ur-Ahnen um einen grossen Denkschritt hin zu einer Logik der Spiritualität / Mystik weitergeführt, indem es dem Göttlichen eine triadische Struktur gab.
Was kann dies, das spirituelle Ur-Ahnen, und die triadische Struktur des Göttlichen, bedeuten?
A.G.
Der wichtigste Eck- Schluss- und Fundament-Stein der Noologie ist ihre Triadische Ontologie.
Dies insbesondere in Unterscheidung zu Eco, der von der Triadik nicht viel hält.
Warum ich in der Noologie die Triadik trotzdem für wichtig halte,
wird noch weiter zu diskutieren sein.
tbc
In Noologie I habe ich dies so eingeführt:
Ich führe hier auch einen neuen Typ des Spannungsfelds ein: das tripolare Spannungsfeld. Dies sind in dem Diagramm die ontologischen Welten von SUB, OBJ, und SEM, die in gegenseitiger Komm-Union stehen, die sich nach dieser Darstellung nicht in eine einzige Hierarchie zwingen lassen.
Erstveröffentlichung in:
Information and Third Order Ontology, BioSystems, Special Issue for FIS'96,
Vol. 46, p. 169-173, April (1998a) [147]

In nicht ganz un- (bzw. über-) sinniger-Weise habe ich in dem Diagramm die Symbolismen von Gotthard Günther's Kenogrammatik über-nommen.
Dass sich der ontologische Bereich SEM wie ein Keil zwischen SUB und OBJ schiebt, ist auch nicht ganz un-bedacht, denn das tut er auch im wirk-lichen Leben.
Das (SUB <-> OBJ <-> SEM) - Modell formuliert eine Triadische Ontologie,
in der die Elemente in gegenseitiger Inter-Dependenz bzw. gegenseitiger Komm-Union stehen.
Es sind drei verschiedene Modalitäten oder Qualitäten von Sein im Sinne der Ontologie,
die hier auf-scheinen.
Das wesentliche Unterscheidungsmerkmal dieser verschiedenen Modalitäten oder Qualitäten von Sein ist, wie Wirk-Mächtig sie sind. D.h. auf welche Weise Wirk-lich wirk-end, und sie diesmal nicht Sind, sondern Thun. Das Wirk-lich bezeichnet Potential-i-Täten von Wirken, oder Ein- und Aus-Wirkungen. Das ist etwas anderes, als was man umgangssprachlich mit Wirklichkeit bezeichnet. Und natürlich muss man sich dann auch gleich mit der Wahr-heit beschäftigen. Aber Eins nach dem Anderen.
SUB und OBJ sind wohl selbst-erklärend.
SUB ist die subjektive Welt der menschlichen Empfindungen.
Whitehead hat seine Welt von "Process and Reality" im wesentlichen auf diesen
Eck- und Angelpunkt aufgesetzt. Die Prehensions, wie er es nennt (p. 22-23).
Apart from the experiences of subjects, there ist nothing, nothing, nothing, bare nothingness. (p. 194)
The primitive form of physical experience is emotional - blind emotion - received as felt elsewhere in another occasion ... (p. 188)
Jetzt will ich ausführen, was ich zu Umberto Eco schon einmal kurz angedeutet habe:[148]
Die Noologie enthält auch eine Serie von Fussnoten zu Umberto Eco.
Quelle: "Kant und das Schnabeltier" Eco 2000.
Eco liefert eine komplette Struktur-Theorie der SEMiosphäre,
ohne das Wort SEMiosphäre auch nur einmal zu verwenden.
(Das kann ich aber leider, wegen fehlendem Index, nicht verifizieren).
Zwar ist es Eco ganz gewiss nicht entgangen, dass einige Semiotiker
(Lotman und andere Nicht-Semiotiker wie Vernadski)
mit der SEMiosphäre hantieren,
denn Eco hat eine enzyklopädische Kenntnis des Wissens der Menschheit,
wie kaum einer seit Leibniz.
Aber die SEMiosphäre scheint ihn nicht zu interessieren. Ich habe bisher nicht einmal eine
Diskussion bei ihm gefunden, warum das für ihn irrelevant ist.
Ich vermute, es liegt daran, dass er persönlich ein monistisches ontologisches Welt-Modell hat,
wie die meisten Wissenschaftler heute.
Aber man kann ihn ganz einfach widerlegen, wenn man sein monistisches epistemologisches
Welt-Modell aus Kapitel 1.8 genauer liest.
Dort bespricht er zwar den Dualismus, den er einführt, in dem er einen Welt-Erkennungs-Computer
als Gedanken-Modell konstruiert, und er behauptet, dass das prinzipiell auch Nicht-Dual
gedacht werden kann, denn nach Eco kann der Welt-Erkennungs-Computer auch ein Bestandteil
der Welt sein, die er da zu erkennen versucht.
Aber leider ist das ein Denk-Fehler, den Eco vielleicht nicht ganz nachvollziehen kann,
denn er ist kein Programmierer (von denen es mittlerweise ziemlich viele gibt),
die auch computerisierte Welt-Modelle programmieren können.[149]
Das ist heute ziemlich en vogue in der Informatik-Welt, und niemand macht sich dazu
viel Gedanken, dass man immer einprogrammieren muss (allso Deus Ex Machina, oder
prä-stabilierte Harmonie), dass die Welt-System-Bytes, und die Welt-Erkennungs-System-Bytes
immer schön und ganz penibel aus-ein-ander gehalten werden müssen,
denn sonnst giebt es nur Grütze mit System-Absturz (siehe Die Matrix-Re-Konstruktionen).
Denn ein nicht-intelligenter Welt-Erkennungs-Computer hat keinerlei Möglichkeit,
zu unterscheiden, ob seine Stoicheia (oder Bytes) gerade die Welt-Als-Solche erkennen,
oder ob er dabei ist, seine eigenen Stoicheia (oder Bytes) abzuzählen, die
angeblich zur Welt gehören, aber eigentlich, nur zu dem Welt-Modell, das er gerade
dabei ist, zu konstruieren. Das ist ein logisches Paradoxon, etwa in dem Sinne wie
die Menge aller Mengen bei Bertrand Russell.
Eco gibt mir aber trotzdem noch ein paar wichtige Eck- Schluss- und Fundament-Steine,
ohne die die Noologie nicht viel mehr wäre als eine Sammlung von
philosophischen Anekdoten und Aphorismen, so etwa wie bei Nietzsche.
Da ich Eco nicht einfach nur nach-erzählen möchte, werde ich hauptsächlich
etwas zu den kleinen (oder auch grossen) Differenzen zwischen Eco
und der Noologie sagen, soweit mir das wichtig erscheint.
Der wesentliche Unterschied von Eco's Semiotik zu der Noologie ist ihre Triadik,
die bei Eco eher kursorisch oder als Kuriosum auftaucht.
Man kann zwar sagen, die Noologie hat ihre Triadik wegen Hegel und Gotthard Günther
und C.S. Peirce, aber in der Noologie gelten keine Berufungen auf Autoritäten, besonders da
Hegel und Gotthard Günther und C.S. Peirce heute keine besonders berufungsfähige Autoritäten sind.
Das will ich irgendwann noch einmal genauer aus-formulieren.
tbc
Um es kurz zu sagen: Eco formuliert in den ca. 600 Seiten seines Magnum Opus, eine komplette Struktur-Theorie der SEMiosphäre, ready made, für die Noologie. Diese genaue Passung ergibt sich, weil ich meine früheren Arbeiten sowohl auf die Semiotik von Peirce, wie auch die Semiotik von Eco aufgesetzt habe.[150] Daher sind in den letzten ca. 25 Jahren, seit ich Eco's Semiotik (1975), und die Werke von Peirce gelesen habe (das war in den 1980er bis 1990er Jahren) so sind einige Gedanken-Gänge quasi parallel verlaufen, oder um meinen eher spekulativ angehauchten Noologischen Begriff zu verwenden, das ist ein Ergebnis der: Gedanken-Quanten-Verschränkung. Also nicht so ganz Un-Zu-Fällig.
Es ist unmittelbar intuitiv erfahrbar, dass Ich Bin, im Sinne von Sein. Dazu braucht man nicht einmal zu Denken (Descartes: cogito ergo sum), sondern man braucht sich nur Selbst zu Er-leben, also sich Selbst zu Fühlen. Das war die Zentralthese von Whitehead. Empfinden können alle empfindenden Lebewesen, nach der Lehre des Buddha. Dass man hierbei Descartes überhaupt nicht braucht, sagt Eco auf p. 29: "die res cogitans" gibt es schon bei Avicenna.
Weiter zitiert Eco (p. 29):
Dann lädt er [Avicenna] uns zu einem Experiment ein, das vermuten lässt, dass er Erfahrungen mit irgendeiner orientalischen Droge gemacht haben muss: Angenommen, einer von uns sei auf einen Schlag und vollkommen geschaffen worden... Er ist so erschaffen worden, dass er in der Luft schwebt oder sogar im leeren Raum, so dass er auch keinen Widerstand der Luft verspüren kann. Obwohl er weder [irgendetwas von seinem Körper], noch ein Herz, noch ein Gehirn, noch irgendein anderes äusseres Ding spürt, würde er behaupten zu existieren...
Eco, p. 30: Das Sein ist id quod primum intellectus concipit quasi notissimum...
so ungefähr: es ist dies was zuallererst der Intellect erfasst als das quasi Bekannteste
(von notus, notitia), nach Thomas Aquinas.
OBJ ist die OBJektive Welt der Natur-Wissenschaftlich erfassbaren Dinge, Objekte, und Tatsachen, bzw. wie es Wittgenstein nennen würde: Die Welt ist alles Was der Fall ist. Natürlich ist unser materieller Körper ein Teil der Welt OBJ, und kann dort mit allen anderen OBJ-Teilen inter-agrieren, nach den Gesetzen der Physik. Allerdings ist die Welt OBJ aus- und auf- gefüllt von den Dingen an Sich, wie Kant es formuliert hatte. D.h. ihr innerstes Sein wird uns nie erfahrbar sein. Dies ist, wie ich oben geschrieben habe, wegen der anderen Qualität des Seins, die logisch un-überbrückbar zwischen der Qualität von SUB und OBJ ent-gegen-steht. Die einzige Verbindung von OBJ zu SUB geschieht über diese mysteriöse Gedanken-Quanten-Verschränkung, die ich schon erwähnt habe. Was das ist, und wie sie funktioniert, ist im Augenblick egal. Es genügt zu wissen, dass sie funktioniert: Man stosse sich einmal heftig mit dem Fuss gegen einen Stein, dann wird man es schon empirisch wissen. Allerdings, Ich weiss selber SUBjektiv nur etwas von dem Schmerz, der mit dem Fuss gegen einen Stein, verbunden ist, und da wirst Du Mir sicher bei-pflichten, der Stein OBJ weiss davon garnix. Wer dazu eine philosophische Begründung vom Meister selber braucht, findet es bei Eco, 125-126.
SEM ist der Knackpunkt. In der Alltagssprache nennen wir SEM auch: Die SEMiosphäre, das Zwischenmenschliche, das Wir. Es ist zwar möglich, den Bereich SEM in zwei Hälften aufzuspalten, aber das ist m.E. nicht nötig. In der Ethnologie spricht man zwar auch von unterschiedlichen Sichtweisen: "emisch" (Innen) und "etisch" (Aussen).[152] Allerdings haben SEM-Systeme kein Selbst- oder Ich-Bewusst-Sein wie höhere Organismen, und so kann das nur metaphorisch gelten. Es gibt (im ontologischen Sinne von Sein) halt eben keinen Geist an Sich, wie es Hegel konstruiert hat. Der Geist hätte notwendigerweise ein Selbst-Bewusstsein, aber das hat SEM nicht. SEM manifestiert sich nur in den Einzel-Bewusst-Heiten (die eben auch gerade NICHT Sein sind, im ontologischen Sinne von Sein).
Wenn nun jemand sagen würde: Es ist doch selbst-evident, dass die Welt OBJ die wirk-lichere und damit auch wahrere ist, als dieses Niflheim[153] SEM-Gebilde. Dem kann ich einfach antworten: Lese doch mal die anthropologische Literatur zu dem Ehr-Begriff bei allen Kulturen, und dann wirst Du feststellen, dass Worte ebenso hart treffen und verletzen können, wie Pistolen-Kugeln und Messer. Ich behandele das im Folgenden auch unter dem Aspekt der Wirk-Mächtigkeit der Seienden der SEMiosphäre.
Die Seienden der Semiosphäre sind halt auch Wirk-Mächtig: Kali, die Göttin der Rache
Damit diese Logische Triade auch irgendeinen Sinn macht, müssen ihre Konstituenten logisch gleich-wertig, aber nicht gleich-artig sein. Das heisst, in der alten hl. christl. Terminologie: nicht homo-ousia, auch nicht homoio-ousia, sondern het(e/ai)ro-ousia, oder sogar allo-ousia.[154]
Dies führt jedenfalls einen gewaltigen Denk-Sch(r/n)itt weiter, als die hl. christl. Trinitas.
In der Diktion von Gotthard Günther, müssen diese logischen Bereiche Kontexturen sein, also logisch und kategorisch völlig getrennt. Es darf keine Sub-Sumption, oder Kon-Junktion, Kon-Sum(m/p)tion, oder Im-Plikation zwischen ihnen geben, denn sonst hätte es logisch keinen Sinn, eine Unter-Scheidung zu machen. Denn sie stehen eben, wie oben gesagt, in (Com- / Komm-) Union. [155]
Was das ist, das wissen wir (noch) nicht so genau. Aber es erinnert ziemlich verdächtig an die Leibniz'sche Monadologie, deren Monaden eben keine Fenster haben. Bei Leibniz heisst diese Komm-Union auch Prä-Stabilierte Harmonie. Und bei der Noologie ist die sicher nicht von Gott eingerichtet worden. Denn es ist genau um-ge-kehrt: Gott ist Sammt & Sonders, ein Pro-Dukt der Semio-Sphäre, eben des Zusammen-Gedacht-Seins, oder -Habens oder -Werdens, quer durch die Jahr-Tausende.[156] Wenn sie aber nicht von Gott eingerichtet worden ist, wie kann dann eine Komm-Uni-kation zwischen diesen völlig disjunkten SEINs-Bereichen statt-finden? Nunja, ich habe es schon oben mal beiläufig erwähnt. Das ist ein ähnlicher Effekt, wie bei der Quanten-Verschränkung. Die findet ja auch bekanntlich ausserhalb unseres intelligiblen Einstein'schen Universums statt.
A(h/t)men.
Dieses Triadische Ontologie- (SUB <-> OBJ <-> SEM) -Modell
steht m.W. nicht bei Eco (bzw. ich habe es noch nicht gefunden),
aber es ist entscheidend für alle die gesammten folgenden Diskussion.
Eco behandelt in Kapitel 1 das Sein ausführlich.
Auf p. 19-20 zitiert er Aristoteles aus der Metaphysik, IV, I, 1003a 21
und Metaphysik, IV, 1028b 3336
eine Wissenschaft, die das Sein als Sein untersucht.
to on he on: Das Seiende insofern es seiend ist.
to on: ein Seiendes.
to ti en einai.
p. 21:
Es gibt
1)
materiell Seiendes und
2)
Seiendes als Inhalt von Vernunft und Verstand, z.B. die Gesetze der Mathematik
...
Peirce schlug vor, den Terminus ens (bzw. entity) seiner ursprünglichen Bedeutung gemäss
für alles zu verwenden, über das man sprechen kann...
...
Sprechen wir aber von allem, worüber man sprechen kann, so muss man auch das Mögliche mit einschliessen. Nicht nur oder nicht so sehr in dem Sinn, in dem man behauptet hat, auch die möglichen Welten gebe es irgendwo wirklich...
sondern im Sinne Wolffs...
p. 22:
Dann gäbe es aber noch stärkere Gründe, dem Bereich des Seins nicht nur das künftig Mögliche, sondern auch die vergangenen Ereignisse zuzurechnen: Was ist, ist in allen Konjugationen und Zeiten des Verbs "sein"... [157]
ist das Sein (grossgeschrieben) alles, worüber man etwas sagen kann, weshalb soll dann das Werden nicht zu ihm gehören? In der Vorstellung vom Sein als geschlossener und unveränderlicher Kugel mag das Werden als Mangel erscheinen: Bisher aber wissen wir noch nicht, ob das Sein zwar nicht unbeständig, aber möglicherweise veränderlich, metaphorisch, metempsychotisch, zwanghaft rezyklierend ist, oder durch und durch bricoleur...
werden wir auf den folgenden Seiten Sein im weitesten und vorurteilslosesten Sinn verwenden.
Das klingt schon ziemlich post-modern. Auf jeden Fall ist es all-inclusive, bzw.
Eco, p. 20, würde sagen: die Extension ist un-endlich.
So ziemlich alle Philosophen weltweit würden dieser Anschauung vehement
widersprechen. Von den Physikern gar nicht erst zu reden.
Damit aber habe ich soeben die Lizenz erhalten, den Bereich von SEM
als genuin Ontischen Ort zu be-zeichnen.
Denn SEM ist die Semiosphäre, und das ist der Ort, in dem alle nur möglichen
Gedanken residieren, die nur irgendwie gesagt, gedacht, geahnt, gesungen, oder poliert,
oder geschmiedet, oder komponiert, oder sonstwie möglicherweise produziert
werden können.
http://www.noologie.de/desn23.htm#Index1492
Damit behaupte ich: Es gibt im Ontologie- Sinne von Sein
Nur die (SUB <-> OBJ <-> SEM) -Triade
und Nichts Als die
(SUB <-> OBJ <-> SEM) -Triade
und Nichts Ausser der
(SUB <-> OBJ <-> SEM) -Triade
Alles Andere ist Mae-Ontisch, also nicht einmal Nicht-Sein,
sondern Gänzlich Ausserhalb (totaliter aliter) von Sein.
Im Sinne von Nagarjuna könnte man das mit einer Catuskotika ausdrücken.
WEDER "ist
es" "Sein",
NOCH "ist es" "Nicht-Sein",
NOCH "ist es" ("Sein" UND "Nicht-Sein"),
NOCH "ist es" (WEDER "Sein" NOCH "Nicht-Sein").
Die Semiosphäre ist also doch schon so etwa das, was Hegel mit dem Geist gemeint hat, aber eben ohne den Geist (i.e. das Selbst-Bewusst-Sein, was eben kein Sein ist). Damit hätte ich also so ähnlich wie Marx, von Hegel den Grund-Gedanken ohne seinen Hinter-Sinn genommen, und damit metaphorisch, so etwa das Spiegel-Ei ohne das Ei verspeist. [158]
Da diese Konstruktion aber Selbst in der Semiosphäre stattfindet, ist sie genuin auto-poietisch, d.h. sie beruht auf sich selber und sonst gar nichts, so ähnlich wie Hegels Geist. Sie erzeugt ihr Sein aus sich Selbst heraus. Es ist also nicht mehr nötig, nach letzten Begründungen zu suchen. Damit fällt schon ein grosser Teil der philosophischen Schwerst-Arbeit weg.
Eco behandelt die Triadik eher kursorisch oder als Kuriosum.
Er erwähnt Peirces "Triadensucht" auf p. 77.
Um weiter über die Triadik zu reden, müssen wir einen Exkurs zu Hegel machen.
Siehe:
HEGEL_TRIADIK
1.4.6.6. Hegel, der Grossmeister der Triadik
http://www.noologie.de/noo202.htm#Index1092
Das Gliederungs-Schema von Hegels "System der Wissenschaft" , Enzyklopädie (Hegel 1969, 29-32), Phänomenologie (PhdG, Hegel 1986), und Wissenschaft der Logik (1990, 1992, 1994), ist vielleicht die überzeugendste Demonstration, dass Hegel es mit der Triadik ernst meinte. Die Struktur seiner Werke ist eine Triadik von Triaden, sowohl von aussen, wie von innen. [93] Hegel formuliert in seinen Werken ein triadisches Prinzip der Selbstähnlichkeit, das er so erläutert:
Jeder der Teile der Philosophie ist ein philosophisches Ganzes, ein sich in sich selbst schliessender Kreis, aber die philosophische Idee ist darin in einer besondern Bestimmtheit oder Elemente...
das Ganze stellt sich daher als ein Kreis von Kreisen dar, deren jeder ein notwendiges Moment ist, so dass das System ihrer eigentümlichen Elemente die ganze Idee ausmacht, die ebenso in jedem einzelnen erscheint.
Hegel (1969, 48)
Das Prinzip der Selbstähnlichkeit, das Hegel anwandte, taucht heute in der Mathematik als Fraktal auf (Mandelbrot 1987).[159] Aber die mathematische Selbstähnlichkeit ist eher ein Epiphänomen der graphischen Darstellungsweise. D.h. erst wenn die imaginäre Zahl geeigneterweise als Graph auf-gezeichnet wird.[160] Sonst kann man das der imaginären Zahl selber kaum ansehen. Durch das iterative Immer-Weiter-Rechnen der imaginären Zahl entsteht ausserdem keinerlei neue Information.[161] Es wird sogar gesagt, dass die Fraktale eigentlich Artefakte der Gleitkomma-Rundungs-Fehler der Computer sind.[162] Bisher findet sich der Anwendungsbereich von Fraktalen hauptsächlich in der Computer-Grafik. Zwar ist es offensichtlich, dass das Prinzip der Selbstähnlichkeit in der Natur überall auftaucht, aber das Problem scheint darain zu liegen, dass es sehr schwer ist, die geeigneten fraktalen Formeln zu finden, die diese Formen auch erzeugen. Deshalb steht heute, ca. 20 Jahre nach ihrer Popularisierung durch Mandelbrot, die Fraktal-Wissenschaft immer noch in den Anfängen.
Vielleicht das anschaulichste Beispiel für die mathematische Fraktal-Problematik ist die Koch-Schneeflocke: Es ist wohl das am einfachsten zu verstehende Fraktal-Prinzip. An ihr wird deutlich, dass die Mathematik nur in der Lage ist, ein Gebilde zu erzeugen, das einer Schneeflocke ähnlich sieht, aber nur sehr oberflächlich. Anhand der Konstruktions-Methode sieht man auch das entscheidende Problem: Die Koch-Schneeflocke wird erzeugt, durch immer weiteres Fraktalilsieren der Aussenkanten eines Dreiecks. Eine echte Schneeflocke dagegen, wächst auf ganz bestimmte Weise von Innen, aus einem einzigen Eis-Kristallisations-Kern heraus, durch immer weiteres Anlagern, und Überschmelzen, und Anlagern, von weiteren Eis-Kristallisationen. Deshalb gibt es buchstäblich, im gesamten Universum, und zwar nicht nur hier und jetzt, sondern auch von allem Anfang, bis zum Ende des Universums, genau so viele verschiedene (zwar ähnliche, aber nicht gleiche) Formen von Schneeflocken, wie es Schneeflocken gab, gibt, und gegeben haben sein wird. Jede einzelne ist ein Unikat. [163] Und das betrifft gerade mal eines der am einfachsten strukturierten Dinge des Universums. Wieviel schwieriger wird es erst mit all den anderen Dingen des Universums? [164]
Es ist dabei erwähnens-wert, dass eine Schneeflocke eigentlich nur ein 2-D Ding ist, d.h. es hat praktisch keine 3-D Tiefe / Dicke, im Verhältnis zur 2-D Ausdehnung. Das ist schon einmal eine Natur-Historische Be-Sonderheit. [165]
Und das ist mal wieder die passende Gelegenheit, um mein Lieblings-Zitat anzubringen:
(eirousai / hos aeidae) ta t' eonta ta t' essomena pro t'eonta.
(verkündend / der erkannte) was ist, was sein wird, oder zuvor war.
Hesiodos (Theog. 38) / Homeros (Il. 70)
In dieser Hinsicht gibt es eine oberflächliche Ähnlichkeit zwischen dem mathematischen Fraktal und der mehrstufigen hermeneutischen Iteration, wie sie bei Hegel zu finden ist. Und eine entscheidende Formulierung zu dem Thema des Informations-Zuwachses der Hermeneutik wurde von Gotthard Günther in seinem Vorwort zur Neuauflage seiner Dissertation gegeben. [166] XIX:
Nicht aber wird durch eine solches Urteil etwas über das Verhältnis des Sinns der Freiheit zum Sinn der Notwendigkeit ausgesagt. Das wäre dann das Urteil "von oben her". Eben dieses logische Verfahren des Urteils "von oben her" wird von Hegel geübt.
Die hohe Kunst des Hermeneutischen Denk-Fraktals ist es, ein Denken des Un-Endlichen zu er-zeugen, das aber nicht in einen infiniten Regress gerät, also nicht in das unendliche NICHTS verschwindet, und auch nicht in das unendliche ÜBER-ALLES (oder das Göttliche, Transzendente, Nirvana), sondern seine Un-Endlichkeit pendelt sich wie die mathematische Form eines Fraktals irgendwo um einen stabilen Zentral-Wert oder auch Zwei oder Drei Zentral-Werte, herum ein, und zwar eben nur unendlich-approximativ. Es erreicht den (imaginären) Endpunkt nie. In der Analogie des mathematischen Fraktals finden wir hier beispielhaft die Dimensionalität 2,75 also etwas weniger als 3-D.
Hier noch ein Zitat aus dem Wikipedia-Artikel
The Mandelbrot set is a mathematical set of points in the complex plane, the boundary of which forms a fractal. The Mandelbrot set is the set of complex values of c for which the orbit of 0 under iteration of the complex quadratic polynomial zn+1 = zn2 + c remains bounded.[1] That is, a complex number, c, is in the Mandelbrot set if, when starting with z0 = 0 and applying the iteration repeatedly, the absolute value of zn never exceeds a certain number (that number depends on c) however large n gets. The Mandelbrot set is named after Benoît Mandelbrot, who studied and popularized it.
For example, letting c = 1 gives the sequence 0, 1, 2, 5, 26,…, which tends to infinity. As this sequence is unbounded, 1 is not an element of the Mandelbrot set.
On the other hand, c = i (where i is defined as i2 = -1) gives the sequence 0, i, (-1 + i), -i, (-1 + i), -i, ..., which is bounded and so i belongs to the Mandelbrot set.
When computed and graphed on the complex plane the Mandelbrot set is seen to have an elaborate boundary which, being a fractal, does not simplify at any given magnification.
Im Gegensatz zur Fraktal-Mathematik ist die Fraktale Struktur der Geistes-Wissenschaften (meistens) auf jeder Iterations-Stufe mit Erkenntnis-Gewinn (bzw. mit Sinn) verbunden, und dient damit auch dem Weiter- Voran- Bringen der akademischen Karriere, zur Professor- Würde. In den Geistes- Wissenschaften bezeichnet man diese Methode u.a. als Hermeneutik. In dem synthetischen System von Hegel findet sich die wohl ausgereifteste Darstellung der semantischen, logisch- begrifflichen Selbst- Ähnlichkeit, ein System von selbst- ähnlichen Gedanken, die der menschliche Geist bisher ersonnen hat. Dies ist vor allem deshalb möglich, und so leicht ersichtlich, weil die Phänomenologie eben Inhalts-Leer ist.
Die Struktur der Triadik wird lediglich in der Phänomenologie einmal durchbrochen: In PhdG, C. (DD) "Das absolute Wissen" macht Hegel eine Ausnahme, hier kommt eine Viergliederung vor. Zwar unterscheidet sich die Darstellung in diesen Details von der in der Enzyklopädie, III. Teil, Dritte Abteilung, "der absolute Geist". Beide Werke sind dennoch strukturell identisch, weil in der Enzyklopädie, III. Teil, Dritte Abteilung, Drittes Kapitel: "Die Philosophie", wieder als architektonischer Schluss-Stein steht, der in der Phänomenologie dem "absoluten Wissen" zukommt. Im Folgenden sollen noch einige Beispiele für Hegels Triadik genannt werden.
... denn nur das Ganze der
Wissenschaft ist die Darstellung der Idee, so kann auch ihre Einteilung
nur erst aus dieser begriffen werden; sie ist wie diese, aus der sie zu nehmen
ist, etwas Antizipiertes. Die Idee aber erweist sich als das schlechthin mit
sich identische Denken und dies zugleich als die Tätigkeit, sich selbst, um für
sich zu sein, sich gegenüber zu stellen und in diesem Andern nur bei sich selbst
zu sein. So zerfällt die Wissenschaft in die drei Teile:
I. Die Logik, die Wissenschaft der Idee an und für sich,
II. Die Naturphilosophie als die Wissenschaft der Idee in ihrem Anderssein.
III. Die Philosophie des Geistes, als der Idee, die aus ihrem Anderssein in sich zurückkehrt.
Hegel (1969, 51)
Die Triade ist kein Zustand, sondern (s.o.):
die Tätigkeit,
1) sich selbst, um für sich zu sein,
2) sich gegenüber zu stellen und in diesem Andern
3) nur bei sich selbst zu sein...
In dem Abschnitt: "Näherer Begriff und Einteilung der Logik" findet sich eine weitere Ausformulierung der genannten selbstähnlichen Prinzipien der Dreigliedrigkeit, hier geht es vor allem um die innere Gliederung:
Die Logik zerfällt in drei Teile:
I. In die Lehre von dem Sein .
II. Die Lehre von dem Wesen.
III. Die Lehre von dem Begriffe und [der] Idee .
Nämlich in die Lehre von dem Gedanken:
I. In seiner Unmittelbarkeit, - dem Begriffe an sich .
II. In seiner Reflexion und Vermittlung, - dem Fürsichsein und Schein des Begriffes.
III. In seinem Zurückgekehrtsein in sich selbst und seinem entwickelten Bei-sich-sein ,
dem Begriffe an und für sich .
Hegel (1969, 104)
Aus dieser Gliederung entwickeln sich die Momente [94] der inneren Triade von Hegels Denken:
I. Das An sich.
II. Das Fürsichsein.
III. Das Bei-sich-sein, das An und Für sich.
In einem anderen Kontext nennt er die drei Momente in leichter Variation:
I. Das Wesen.
II. Das Fürsichsein, welches das Anderssein des Wesens ist und
für welches das Wesen ist.
III. Das Fürsichsein oder Selbstwissen im Anderen.
Hegel (1986, 559)
Alles existiert zunächst »an sich«, in der Unmittelbarkeit der Potenz zu einem besonderen Sein (wie z. B, der Keim zu einer Pflanze), dann »für sich«, als Einzelnes, schließlich »an und für sich« als Konkret-Allgemeines, als Einheit in der Mannigfaltigkeit seiner Bestimmungen, als objektiver »Begriff«, der zugleich den Gehalt, das Wesen des Dinges bildet. Indem das philosophische Denken die Selbstentfaltung der Idee zum Gegenstände hat, macht es den Gehalt des Seins selbst zum Objekt; das System des Denkens erzeugt so aus sich das System der Erfahrung...
(URL) (LOC_DVD) www.textlog.de/hegel.html
Ihre Kulmination erreicht die Selbst-Bewegung der Momente[168] des Geistes im Kapitel "Das absolute Wissen" :
Die Vereinigung beider Seiten ... sie ist es, welche diese Reihe der Gestaltungen des Geistes beschliesst; denn in ihr kommt der Geist dazu, sich zu wissen, nicht nur wie er an sich oder nach seinem absoluten Inhalte, noch nur wie er für sich nach seiner inhaltslosen Form oder nach der Seite des Selbstbewusstseins, sondern wie er an und für sich ist.
Hegel (1986, 579)
Hegel erzeugt mit dem Stilmittel der Worte "An sich" , "Für sich" , "An und Für sich" (Bei sich), ein semantisches Spannungsfeld, das sich durch alle seine Texte zieht. Natürlich lässt sich trefflich darüber diskutieren, ob das auch Sinn macht, wie Hegel bei den einzelnen Kriterien für die triadische Unterscheidung vorgeht, aber das beeinträchtigt nicht das sprachliche Kunstwerk, das Hegel mit seinem "System der Wissenschaft" über die insgesamt ca. 2000 Seiten von Enzyklopädie, Phänomenologie und Logik, vollbracht hat.
Der Geist kann auch nicht anders sein als sich selbst ähnlich in all seinen Facetten und Brechungen, das ist nun mal die Natur des Geistes, oder wenn man es so darstellen will, ist das die bis heutige gültige Definition, die Hegel dem Geist gegeben hat. Die Welt der Phänomene, Erfahrungen, Empfindungen, Eindrücke, Gedanken, also alles was sich im Theater des Geistes ab- spielt (oder der Vor-Stellung, wie ich es in der Noologie nenne), ist eins vom anderen jeweils ver-, ge-, und ent-schieden, und diese Ent-Scheidungen zu treffen, ist ebenfalls die Aufgabe und Natur des Geistes, genauer des Verstandes. (Siehe Eco, 24-25).
Aber der Geist selber, das Bewusstsein, muss bei der Reflexion auf all diese Verschiedenheiten zur Einheit seiner selbst zurück- kommen. Das zu vollenden war Hegels Werk. Diese Höhe der Reflexion erreicht der menschliche Geist nur ausnahmsweise, meist zerbricht er, zer-fällt in den Tod oder den Wahnsinn (wie Nietzsche). Das Bewusstsein des einzelnen Mensch -en erleidet früher oder später unweigerlich dieses Ende, aber das Gesamtgefüge des über-individuellen Geistes pflanzt sich durch die Generationen und die Geschichte fort. Ob das unendlich so weitergehen wird und kann, ist heute am Beginn des 21. Jh's eine grosse Frage. Vielleicht hat mit Hegel der Weltgeist wirklich seinen kulminierenden Apex gefunden und befindet sich nun in einer Phase des unaufhaltsamen Zusammenbruchs, so wie es Spengler und Heidegger beschworen haben, und aus dem Gotthard Günther mehr oder weniger verzweifelt versucht hat, Auswege zu zeigen.
Da Eco die Triadik von Peirce eher als Kuriosum behandelt, soll hier noch ein Kapitel speziell zu diesem Thema eingefügt werden:
http://www.noologie.de/noo202.htm#Index1033
C.S. Peirce hat mit seiner Triade von Firstness, Secondness und Thirdness einen Schluss-Stein für ein in sich geschlossenes dreiwertiges Kategoriensystem gesetzt, das keine Erweiterung mehr zulässt. Es ist nach der Thirdness keine Fourthness oder Fifthness mehr möglich. Hier die entsprechenden Textstellen bei Peirce:
23. My view is that there are three modes of being. I hold that we can directly observe them in elements of whatever is at any time before the mind in any way. They are the being of positive qualitative possibility, the being of actual fact, and the being of law that will govern facts in the future.
[Secondness:]
24. Let us begin with considering actuality, and try to make out just what it consists in. If I ask you what the actuality of an event consists in, you will tell me that it consists in its happening then and there. The specifications then and there involve all its relations to other existents. The actuality of the event seems to lie in its relations to the universe of existents. A court may issue injunctions and judgments against me and I not care a snap of my finger for them. I may think them idle vapor. But when I feel the sheriff's hand on my shoulder, I shall begin to have a sense of actuality. Actuality is something brute. There is no reason in it. I instance putting your shoulder against a door and trying to force it open against an unseen, silent, and unknown resistance. We have a two-sided consciousness of effort and resistance, which seems to me to come tolerably near to a pure sense of actuality. On the whole, I think we have here a mode of being of one thing which consists in how a second object is. I call that Secondness.
25. Besides this, there are two modes of being that I call Firstness and Thirdness. Firstness is the mode of being which consists in its subject's being positively such as it is regardless of aught else. That can only be a possibility. For as long as things do not act upon one another there is no sense or meaning in saying that they have any being, unless it be that they are such in themselves that they may perhaps come into relation with others. The mode of being a redness, before anything in the universe was yet red, was nevertheless a positive qualitative possibility. And redness in itself, even if it be embodied, is something positive and sui generis. That I call Firstness. We naturally attribute Firstness to outward objects, that is we suppose they have capacities in themselves which may or may not be already actualized, which may or may not ever be actualized, although we can know nothing of such possibilities [except] so far as they are actualized.
26. Now for Thirdness. Five minutes of our waking life will hardly pass without our making some kind of prediction; and in the majority of cases these predictions are fulfilled in the event. Yet a prediction is essentially of a general nature, and cannot ever be completely fulfilled. To say that a prediction has a decided tendency to be fulfilled, is to say that the future events are in a measure really governed by a law. If a pair of dice turns up sixes five times running, that is a mere uniformity. The dice might happen fortuitously to turn up sixes a thousand times running. But that would not afford the slightest security for a prediction that they would turn up sixes the next time. If the prediction has a tendency to be fulfilled, it must be that future events have a tendency to conform to a general rule. »Oh,« but say the nominalists, »this general rule is nothing but a mere word or couple of words!« I reply, »Nobody ever dreamed of denying that what is general is of the nature of a general sign; but the question is whether future events will conform to it or not. If they will, your adjective 'mere' seems to be ill-placed.« A rule to which future events have a tendency to conform is ipso facto an important thing, an important element in the happening of those events. This mode of being which consists, mind my word if you please, the mode of being which consists in the fact that future facts of Secondness will take on a determinate general character, I call a Thirdness.
C.S. Peirce
Noch einmal die entscheidenden Stellen aus den obigen Texten:
1) Firstness:
the being of positive qualitative possibility,
the mode of being which consists in its subject's being positively such as it is regardless of aught else.
2) Secondnes:
the being of actual fact,
the actuality of an event... it consists in its happening then and there... a mode of being of one thing which consists in how a second object is.
3) Thirdness:
the being of law that will govern facts in the future,
the mode of being which consists in the fact that future facts of Secondness will take on a determinate general character.
Das Erkennen von "Thirdness" ist das typische, was den Menschen von der materiellen und sonstigen belebten Natur unterscheidet. Das lässt sich mit der Trias von Körper, Seele, Geist illustrieren: Körper teilt mit Materie die Eigenschaft, anfassbar und sichtbar zu sein.[169] Die Empfindung (anima, psychae, Glossar: Empfindung), also die Seele, besitzen nur die "animalia". Das Erkennen von Gesetzlichkeit, also Geist und Reflexion besitzen nur die Menschen. Das Erkennen von Thirdness findet seine äquivalente Entsprechung in Peirces Kategorisierung der Denkformen:
65. There are in science three fundamentally different kinds of reasoning, Deduction (called by Aristotle {synagögé} or {anagögé}), Induction (Aristotle's and Plato's {epagögé}) and Retroduction (Aristotle's {apagögé}...
C.S. Peirce
145. These three kinds of reasoning are Abduction, Induction, and Deduction. Deduction is the only necessary reasoning. It is the reasoning of mathematics. It starts from a hypothesis, the truth or falsity of which has nothing to do with the reasoning; and of course its conclusions are equally ideal. The ordinary use of the doctrine of chances is necessary reasoning, although it is reasoning concerning probabilities.
Induction is the experimental testing of a theory. The justification of it is that, although the conclusion at any stage of the investigation may be more or less erroneous, yet the further application of the same method must correct the error. The only thing that induction accomplishes is to determine the value of a quantity. It sets out with a theory and it measures the degree of concordance of that theory with fact. It never can originate any idea whatever. No more can deduction.
All the ideas of science come to it by the way of Abduction. Abduction consists in studying facts and devising a theory to explain them. Its only justification is that if we are ever to understand things at all, it must be in that way.
C.S. Peirce
www.textlog.de/7654-2f753.html
Seine Charakterisierung der Abduction lautet so:
Abduction consists in studying facts and devising a theory to explain them.
Abduction ist also das, was die Thirdness charakterisiert. Beide Definitionen bedingen sich gegenseitig: Ohne Abduction keine Thirdness, und umgekehrt. Dies habe ich oben schon angesprochen: Das Erkennen des Gesetzlichen, als wesentliche Charakteristik (wesen-haftigkeit) des lógos. Weiterhin ist darin enthalten: die Extrapolation der Er-Innerung auf die Zukunft, dies wird im Kontext der Noologie auch als Prae-Flexion bezeichnet. Auch hier ist der Vergleich / Kontrast zu Tieren angebracht: Erinnerung ist eine Fähigkeit, über die alle höheren Tiere verfügen (Säugetiere, Vögel, Oktopusse). Ob Tiere auch aus den Erinnerungen in die Zukunft planen können, ist eher fraglich. Dies ist eine Fähigkeit, die dem Menschen vorbehalten ist. Die Scheidemarke hier ist das Bewusstsein der eigenen Sterblichkeit.
Eco beschäftigt sich in 1.1. (p. 23), mit: Die Semiotik und das Etwas,
mit dem Thema von (p. 22): Mit dem Wort Sein werden wir also meinen: Etwas.
Er thematisiert den terminus ad quo der Semiotik:
Was ist jenes Etwas, das uns veranlasst, Zeichen hervorzubringen?
oder kürzer:
Was lässt uns sprechen?
Diesen Satz können wir ein wenig mit Heideggers (WHD) Frage paraphrasieren:
Was (ge-) heisst uns sprechen?
Nehmen wir nun Heideggers Formulierung "Das Denken" für eine etwas
allgemeinere
Bezeichnung als "Das Sprechen". Denn es umfasst nicht nur verbal geäusserte
Worte und Sätze, sondern alle geistigen und physischen Produktionen,
deren wir fähig sind, sie zu produzieren und auch zu imaginieren.
Also es handelt sich nicht nur um verbales Sprechen, sondern auch Tätigkeiten
wie Malen, Musizieren, Schmieden, etc., die (zumindest zu einem gewissen Anteil),
auch Zeichensysteme sind. (Siehe z.B. die Japanische Tee-Zeremonie,
oder Rituale allgemein).
(Siehe dazu auch meine Antwort auf Wittgenstein's Tractatus).
Damit kommen wir zu dem berühmten Satz aus WHD zurück:
Was (ge-) heisst uns Denken?
Das "heissen" heisst in diesem Falle speziell etwas auf-tragen, bzw. befehlen,
wie es in dem alten Deutschen Wort "Ge-Heiss" auftaucht.
Etwa auf Geheiss seines Meisters tat der Schüler dieses oder jenes.
Somit haben wir Eco's Formulierung von:
Etwas, das uns veranlasst ...
Ein wenig Ge-Heideggeri'siert.
Jetzt will ich noch einen anderen wesentlichen Gedanken einführen: Die Vor-Stellung
Dieser Gedanke stammt ur-sprüng-lich von Schopenhauer, und ich habe ihn ein
wenig modifiziert, und für die Zwecke der Noologie adaptiert.
Und eine wichtige Anmerkung vorneweg: Die Vor-Stellung der Noologie hat nur sehr
umständehalber mit der Vorstellung der Umgangs-Sprache zu tun.
Die Vor-Stellung ist die subjektive Seite der SEMiosphäre. Ie. das was jedem Einzel-Wesen von der SEMiosphäre individuell zugänglich ist.
Die Welt ist meine Vorstellung: - dies ist die Wahrheit, welche in Beziehung auf jedes lebende und erkennende Wesen gilt; wiewohl der Mensch allein sie in das reflektierte abstrakte Bewußtsein bringen kann: und tut er dies wirklich, so ist die philosophische Besonnenheit bei ihm eingetreten. Es wird ihm dann deutlich und gewiß, daß er keine Sonne kennt und keine Erde, sondern immer nur ein Auge, das eine Sonne sieht, eine Hand die eine Erde fühlt, daß die Welt, welche ihn umgibt, nur als Vorstellung da ist, d.h. durchweg nur in Beziehung auf ein anderes, das Vorstellende, welches er selbst ist. - Wenn irgendeine Wahrheit a priori ausgesprochen werden kann, so ist es diese....
Schopenhauer, "Die Welt als Wille und Vorstellung", § 1,1
Mit diesen Worten eröffnet Schopenhauer seine Programmatik der "Welt als Wille und Vorstellung". Die Noologie basiert auf einer bestimmten Interpretation dieses Konzepts. Siehe dazu auch Heidegger (WHD 15-17, 60-62, 70). Die Vor-Stellung ist wie eine Theater-Vorstellung zu verstehen, sie ist die Bühne, auf der das phänomenale Gesamtgefüge aller Empfindungen (Glossar: Empfindung), Wahrnehmungen, Phantasien, Denk-Akte und Handlungen abläuft, das für Lebewesen (animalia) mit einem Neuronalsystem, insbesondere Menschen nur möglich ist. Das Phänomenon ist für die Noologie der Allgemeinbegriff für alles, was in der Vor-Stellung nur dar-stell-bar ist.
Dieser Gebrauch unterscheidet sich von der Bedeutung bei Kant (KrV), der Phänomenon als Sinnending definiert, im Unterschied zu Noumenon als Verstandesding. (S. Glossar: Phänomenon.)
Hier unterscheiden sich die Vor-Stellungen verschiedener Philosophen auch ein wenig. Der Eine sagt: Phänomenon, der andere sagt: dynamisches Objekt. Whitehead nennt es Prehensions, oder Feelings.
Denn Eco, p. 24-25, bezieht sich auf die Vor-Stellung von Peirce dazu, das Peirce auch das dynamische Objekt nennt, eben:
das, was uns veranlasst, Semiose zu erzeugen.
Wir erzeugen Zeichen, weil etwas da ist, was danach verlangt, gesagt zu werden.
Eco spricht hier auch im Sinne Peirces von Indexikalität (Index: auf irgendetwas hinweisen).
Im Unterschied zu Kant sagt Eco auf p. 25u:
Dass ... dieses Etwas dynamisches Objekt, Noumenon, noch rohe Materie einer noch nicht vom Kategoriellen erhellten Anschauung wird, das alles kommt später.
Dieser etwas seltsame Satz ist möglicherweise dem Traduttore- Traditore- Dilemma geschuldet[170]. Für die Noologie heisst das: Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte, und ich nehme die Version, die mir für die Noologie am besten passt.
Bei der Uneinigkeit der Philosophie darüber, was das Vorstellen im Wesen sei, gibt es offenbar nur einen Ausweg ins Freie. Man verlässt das Feld der philosophischen Spekulationen und untersucht erst einmal sorgfältig und wissenschaftlich, wie es mit den Vorstellungen, die bei den Lebewesen, vor allem den Menschen und Tieren, vorkommen, überhaupt steht. ...
Darum kann es nicht verwundern, wenn innerhalb der Psychologie in keiner Weise zur Klarheit kommt, wohin die Vorstellungen eingeordnet werden: nämlich der Organismus des Lebendigen, das Bewusstsein, die Seele, das Unbewusste und all die Tiefen und Schichten, in die der Bereich der Psychologie gegliedert wird.
Heidegger (WHD, p. 16)
Ich verwende den Begriff der Vor-Stellung in einer wesentlich abstrahierten Bedeutung, im Kontrast zu der allgemeinen Bedeutung, die einen imaginativen Akt oder eine Theater-Vorstellung kennzeichnet. Diese spezielle Bedeutung entspricht der Maxime, auf die Husserl seine Phänomenologie begründet hat:
Hinter der Phänomenologie steht die Forderung, sich in der Philosophie aller vorschnellen Weltdeutung zu enthalten und sich vorurteilsfrei an die Analyse dessen zu halten, was dem Bewusstsein erscheint.
...
[Die Phänomenologie sollte sich] auf die intuitive anschaul. Selbstgegebenheit der Phänomene des Bewusstseins gründen.
...
die durchgängige Korrelation zwischen den Vollzügen des Bewusstseins (.z.B. wahrnehmen, erinnern, lieben), die sich auf einen Gegenstand beziehen (Akte des Vermeinens: Noësis, Pl. Noësen) und den Gegenstand, wie er in diesen Vollzügen erscheint (das Vermeinte: Noëma, Pl. Noëmata).
...
Noëma ist nicht der Gegenstand in seiner Wirklichkeit an sich, sondern der in der sinngebenden Funktion der Bewusstseinsvollzüge intentional enthaltene.
...
Die phänomenolog. Einstellung dagegen
enthält sich jegl. Urteils über Sein oder Nichtsein der Gegenstände und ermöglicht so die vorurteilsfreie Betrachtung des reinen Bewusstseins.
d.h. dessen, was als Phänomene in der Korrelation von Noësis und Noëma gegeben ist.
Kunzmann (1991, 192)
Hegel gebraucht ebenfalls die Konzepte von Vorstellung (Hegel 1969, p. 54-56), Empfindung (Hegel 1969, p. 325 ff.) und Erfahrung (Hegel 1969, p. 38) auf quasi-phänomenologische Weise, aber er kontrastiert sie in seinem schon fertig differenzierten "System der Wissenschaft" immer gegen die höheren Formen von Gedanken und Begriff. Z.b. Hegel (1969, p. 55).
Alles ist in der Empfindung, und wenn man will, alles, was im geistigen Bewusstsein und in der Vernunft hervortritt, hat seine Quelle und Ursprung [A.G.: en archae] in derselben; denn Quelle und Ursprung heisst nichts anderes als die erste unmittelbare Weise, in der etwas erscheint. Es genüge nicht, dass Grundsätze, Religion usf. nur im Kopfe seien, sie müssen im Herzen, in der Empfindung sein.
Hegel (1969, p. 325)
Der Titel Phänomenologie, wie ihn Hegel (1986) gebraucht, muss im Kontext seines "Systems der Wissenschaft" verstanden werden, als dessen erster Teil sie intendiert war, daher hat Hegels Phänomenologie eher den Charakter der Systematologie und Enzyklopädie, ie. des schon vollständig unter der Herrschaft des Absoluten Geistes geordneten. Der originale Titel des Werkes war anders: "Wissenschaft der Erfahrung des Bewusstseins", siehe Hegel (1986, p. 596).
Ich komme nun zu einem der wichtigsten Gedanken der Noologie. Denn ich habe oben die drei Ontologischen Orte SUB, OBJ, und SEM eingeführt, und behauptet, das wären drei verschiedene Bereiche von Sein (nicht homo-ousia, nicht homoio-ousia, sondern het(e/ai)ro-ousia, oder sogar allo-ousia). Die aber in Komm-Union stehen, also nicht so ganz unabhäng voneinander sind, wenn auch, dass sie keine Verbindung miteinander haben, weil sie wie die Leibniz-schen Monaden ohne Fenster, und die Gotthard-Günther'schen Kontexturen, logisch geschlossen sind.
Das erscheint nun ziemlich paradox. Und es wird noch paradoxer. Denn die Vor-Stellung ist ein Imaginär-Bereich, dem kein Ontologisches Sein zukommt. Es ist etwas ganz anderes:
Es ist die sozusagen imaginär dünne Grenzfläche zwischen SUB, OBJ, und SEM.[171]
Sie ist deshalb buchstäblich Mae-Ontisch, also nicht einmal Nicht-Sein,
sondern Gänzlich Ausserhalb (totaliter aliter) von Sein.
Im Sinne von Nagarjuna könnte man das mit einer Catuskotika ausdrücken.
WEDER "ist sie" "Sein",
NOCH "ist sie" "Nicht-Sein",
NOCH "ist sie" ("Sein" UND "Nicht-Sein"),
NOCH "ist sie" (WEDER "Sein" NOCH "Nicht-Sein").
Ich habe oben von den Einzel-Bewusst-Heiten gesprochen, die kein Sein haben. Die Individual-Vor-Stellung ist ein analoger Begriff zu einer Einzel-Bewusst-Heit. Wie kann so etwas gedacht werden? Nun, Schopenhauer hat oben gesagt:
Die Welt ist meine Vorstellung
Und damit ist es die Vorstellung von Niemand anderen in diesem Universum. Gleichzeitig aber ist die Vor-Stellung aber auch unsere Verbindung zu der SEMiosphäre, also dem gemeinsamen Gedanken-Universum (bzw. der Comm-Unio aller nur möglichen Gedanken) der Menschheit. Wie kann denn nun dieses SEIN? Logisch gesehen, ist das sehr einfach, und es ist dasselbe Paradox wie mit dem Sein. Man kann sich alles Vor-Stellen, was man mag, nur nicht die Vor-Stellung selber, denn sie erzeugt ja alle diese unsere Vor-Stellungen. Siehe dazu auch die anderen bekannten logischen Paradoxien, wie von dem Barbier, der alle Leute rasiert, die sich nicht selbst rasieren; oder den Russellschen Antinomien, von der Menge aller Mengen; und eben das Sein, über das man immer nur mit irgendeinem Wort "es ist" sprechen kann, also ebenfalls sofort einen Widerspruch erzeugt. Siehe Eco, p. 19, den Ausspruch von Pascal dazu.
Um diese Paradoxie zu zerschlagen (denn zu lösen ist sie nicht, dazu muss man schon die Alexander-Methode anwenden), dazu muss ich ein Konstrukt einführen, das so ähnlich einmal von Roger Penrose vorgeschlagen wurde: Er führte die Bewusstseins-Phänomene auf eine Art Quanten-Mechanismus in den Micro-Tubuli der Neuronen zurück. Das löste in der Wissenschafts-Gemeinde grosse Heiterkeit aus. Man kann den Gedanken aber umdrehen und behaupten: Die physikalischen Quanten-Phänomene, die wir kennen, sind nur eine Unter-Ordnung (bzw. Spezialfall) einer weiteren, umfangreicheren Klasse, zu der auch die Gedanken-Quanten-Phänomene gehören, die ich oben schon einmal als Gedanken-Quanten-Verschränkung bezeichnet habe.
Damit erklärt sich die Vor-Stellung (fast) von selbst. Sie beruht eben auf dieser genannten Gedanken-Quanten-Verschränkung, und sorgt dafür, dass unsere Vor-Stellungen sozusagen prä-stabiliert mit dem gesamten Rest des Physikalischen Universums (Welt OBJ) und dem Semantischen Universum (Welt SEM) in Nicht-Verbindung stehen.
Es ist jedenfalls unabweisbar, dass es gewisse Stabil-Bereiche innerhalb der SEMiosphäre gibt, die laut den Vor-Stellungen von sehr sehr vielen Menschen, ziemlich überlappend sind. Das sind z.B. die Konsensus-Gemeinschaften der Natur-Wissenschaften, und der Mathematik, und etwas weniger, der Geistes-Wissenschaften. Dann auch, aber noch weniger, die Philosophie, aber immer noch ein bisschen. Dann kommt immer noch weiter weniger, aber immer noch ein bisschen überlappend, die Theologie, der verschiedenen Konfessionen und Religionen, dann die Esoterik, und die Mythologie. Und dann, ja und dann, gibt es unendliche Bereiche, bei denen sich jeder alles Beliebige in seinem/ihrem Kopf zusammen-hegeln kann, und es braucht da keinerlei Über-Einstimmung mit irgendwelchen Vor-Stellungen von irgendjemand anders in diesem ganzen, grossen, weiten Universum. In der Philosophie ist dieser riesige, unermessliche Bereich auch als das Feld des Solipsismus bekannt.
In der heutigen Science-Fiction-Welt finden sich einige Beispiele für perfekte Maschinerien, die als technische Installationen des Vor-Stellungs-Systems gesehen werden können: Die Matrix der Gebrüder Wachowski, und das Holodeck aus der Enterprise-Serie, oder die Szenerien aus William Gibsons Neuromancer-Serie. Ebenfalls kann man die Romane von Carlos Castaneda in diese Richtung interpretieren.
Als Vorläufer dieser Entwicklung kann man das Gedächnistheater, die Arbeiten von Raimundus Lullus, Giordano Bruno, Giulio Camillo, ansehen: S.a. Peter Matussek: Computer als Gedächnistheater: [172]
Die Existenz einer
Aussenwelt (OBJ), die irgendwie Realer sein muss, als die Welt der
Gefühle, Wünsche, Gedanken und Imaginationen (SUB), wird durch die Prinzipien
der Vor-Stellung nicht tangiert: Man kann sich die Realität als eine
Priorisierungsfunktion innerhalb der Vor-Stellung vor-stellen. Um es in
einer pseudo-technischen Matrix-Sprechweise auszudrücken: Alle Realitäts-Vor-Stellungen
laufen über rote Leitungen, während Imaginations-Vor-Stellungen
über blaue Leitungen laufen. Eine rote Leitung erzeugt Vital-Vorstellungen
(also von Lebens-Erhaltung oder Lebens‑Gefahr), und diese
hat eben allgemein die Priorität über eine blaue Leitung. Die Position eines
ontologischen Materialismus ist heute sowieso unhaltbar geworden, angesichts
des Offenbarungseides der physikalischen Naturwissenschaft, dass 90% der
Materie und Energie des Universums dunkel sind, also unerkennbar.
In der Matrix-Story ist es die blaue (Illusions-) oder rote (Wirklichkeits-) Pille, die der Protagonist Neo schlucken darf. Diese Trope haben die Gebrüder Wachowski von Lewis Carroll entlehnt, aus Alice's Wunderland, wo sie ebenfalls diese Pillen zur Auswahl bekommt. In ähnlicher Weise wirkt dort auch das Pushing Tonic und Popping Tonic, das Douglas Hofstadter dann in "Gödel, Escher, Bach" verarbeitet hat.
Direkt nachdem Neo, der Protagonist der Matrix, die rote (also Wirklichkeits-) Pille geschluckt hat, tritt das entsprechende Leitungs-System in Aktion und befördert die gesamte Film-Szenerie von der Traum-Welt der Matrix in die Wirklichkeitswelt der "real existierenden" Menschen-Brutkolonien, die die Maschinen angelegt haben. In einem dieser Brut-Kokons findet sich dann der "reale" Körper von Neo.
Die Hintergrund-Story der Matrix, insbesondere Neos Begegnung mit dem Architekten der Matrix in Teil II, behandelt genau die Szenarien, was im Regelkreis-Mechanismus der Matrix passiert, wenn eine Simulation einmal ausser Kontrolle geraten sollte. Dieser Kontroll-Abbruch ist in heutiger Sprechweise etwa ein Fall von individueller Schizophrenie, oder als Massenphänomen, ein religiöser oder faschistischer Kollektivwahn. Dann ist meist der Fortbestand des entsprechenden Subsystems gefährdet, und die Simulation erlebt einen Abort oder Reset. Bzw. die mehrfache Zerstörung und Wiederaufbau der Matrix, und Sintfluten und die Wiederbevölkerung der Erde in der Bibel.
In der mystisch-religiösen Vorstellungswelt existieren solche Ideen schon seit Ur-Zeiten: Die Trope der Welt als Traum-Schöpfung eine{r/s} göttlichen Agen{z/ten} findet sich etwa in hindustisch-vedischen Vorstellungen vom Traum Brahmas, oder mystischen / sufischen Systemen des Islam (Gott zerstört und re-kreiert die Welt vollständig in jedem Augenblick), dem Popol Vuh der Maya,[173] oder bei den australischen Aborigines (die Traumzeit). Ich habe diese Themen in Teil II von Noologie I, p. 211-273 unter diesem Titel ausgearbeitet: "An einem kühlen, grauen Morgen in der Welt-Traum-Zeit". Die Formulierung der Welt als (Alp-) Traum Gottes bietet einen besonderen Vorzug: Die Theodizee. Denn auch ein durch & durch guter Gott kann Alpträume bekommen, und durch das geträumte Übel in der Welt wird seine moralische Integrität nicht befleckt, genauso wie wir ungestraft und ohne schlechtes Gewissen die schlimmsten Dinge träumen dürfen, ohne uns hinterher vor einem Gericht verantworten zu müssen. Siehe dazu auch die entsprechenden Passagen bei Liessmann (2000).
Ich kehre jetzt wieder zu Eco zurück, und nehme das Thema der
Strukturtheorie der SEMiosphäre wieder auf.
Auf p. 49 erwähnt Eco en passant ein sehr merkwürdiges Wort, das ich (mangels Index) nirgendwo
anders mehr in dem Buch gefunden habe. Die Stoicheia.[174]
Hier ist mir Plato wirklich der liebste...
Gast-Dozent von einem erloschenen Stern (Sloterdijk Z&Z 72).
Denn ich habe einmal ein paar sehr lange Aufsätze zu den Stoicheia bei Platon,
im Timaios, geschrieben. Hier ein wesentliches Zitat dazu:
Eingangs hat uns Plato den Timaios als den Sternkundigsten (27a) eingeführt. Und die Sternkunde lernte man damals eben am besten in Babylon, bei den Chaldäern.
http://www.noologie.de/plato08.htm#Heading63
Was ich da bei Plato zu der stoichea gefunden habe, klingt nicht nur,
sondern ist es, ganz genau: Der Vortrag eines Gast-Dozenten von einem erloschenen Stern.
Denn im Timaios kommt etwas vor, das sehr merk-würdig an die Erzählung des Odysseus,
von seinen Reisen er-innert. Denn Plato lässt eigentlich den Timaios sprechen,
und nicht, wie sonst üblich, den Sokrates. Der hält sich still im Hintergrund, und hält den Mund.[175]
Und so bespricht Plato eine sehr sehr merk-würdige Kosmologie.
Die genaueren Texte dazu sind in der Fussnote, und brauchen hier nicht
weiter referiert zu werden.
Denn es ist eine Ur-alte, Vor-Weltliche Kosmologie, die eben von einem schon längst
erloschenen Stern stammt.
Dies ist die Kosmologie-Gedanken-Welt der Babylonier und Sumerer und Chaldäer. [176]
Es steht dazu zwar viel auf dem WWW, wie die Google-Suche ergibt,
aber ich glaube kaum, dass es heute noch jemanden giebt, der/die/das auch nur
An-, geschweige denn Aus-Zu-Denken versteht. Denn seit dem Tode von Hertha v. Dechend
und Joseph Campbell ist diese Menschen-Rasse, die das noch konnte, ausgestorben.
Ich habe ein paar Reste davon irgendwo noch auf-gehoben.
Aber, das zu Ver-Stehen, würde ich mir nicht an-massen, zu Be-haupten.
Naja, und wenn man lange genug auf dem Google sucht,
findet man vielleicht auch noch brauchbares Material dazu.
Das Problem ist dabei, dass das aller-meiste dort findbare für die anerkannten Wissenschaften
überhaupt nicht exisitert.
A(h/t)men.
Und ich glaube, dass sogar für Plato das, was der da in Timaios schrieb,
nur noch Botschaften von einem schon für ihn ausgebrannten Stern waren.
So etwa wie die Legende von Atlantis. Er verstand sich da wohl als Historiograph,
der noch etwas bewahren wollte, was längst aus der Denk-Welt der Griechen
seiner Zeit verschwunden war. Bei Anaximandros, ein paar 100 Jahre früher,
da stand noch etwas davon. Aber nicht mehr bei Platon.
Für die augenblicklichen