Die Kultur-Mythen-Analyse und Ethno-Kybernetik

 

 

 

 

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Dr. Andreas Goppold

Prof. a.D. & Dr. Phil. & Dipl. Inform. & MSc. Ing. UCSB

 

 

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Kurzes Inhaltsverzeichnis

 

Interne Hyperlinks 11

Notizen und Konventionen. 12

Einleitung / Vorwort 18

Die philosophischen Grundlagen der Noologie. 23

Lev Gumilev: The Passionary Theory of Ethnogenesis 87

Jared Diamond: "Collapse" 90

Theoretische Anthropologie: Ethnos und Ethnie. 91

Die Kultur-Mythen-Analyse der Noologie. 101

Die Einzel-Analysen der Thymos- Eros- Phobos- Komplexe. 131

Appendix I: Notizen zu Krieg & Kampf 177

Appendix II: Extrakte aus Noologie I 195

Appendix III: Giordano Bruno. 205

Appendix IV: Spengler: Die Poiaetische Anthropologie. 212

Appendix V: Die Denk-Technologie der Noologie. 222

Appendix VI: Of Phonosemantics and Fuzzy Categorization. 227

Indexing mit Tools und Google. 259

Literatur 259

Endnoten. 260

 


 

Ausführliches Inhaltsverzeichnis

 

Interne Hyperlinks 11

Notizen und Konventionen. 12

Das Leitmotiv der Noologie: Der Maelstroem oder Der Tanzende Stern. 12

Bild: Der Maelstroem oder das Tri-Polare Spannungsfeld der Noologie. 12

Eine kurze Notiz zu den Schreib-Konventionen der Noologie. 12

Abkürzungen. 15

Literatur-Abkürzungen. 16

Die Schreibweise griechischer Worte. 16

Die Denk-Technik der semantischen Spannungsfelder 17

Einleitung / Vorwort 18

Synopsis 18

Was ist die Noologie in der Philosophiegeschichte?. 19

Die Philosophie Euckens 19

Die Noologie als autochthones Denk- und Reflexions-System. 21

Die wesentlichen inhaltlichen Themen der Noologie III 21

Die neuen Aspekte von Noologie III 22

Die Unterschiede zur akademischen Philosophie. 23

Die Hypertext-Navigation. 23

Die philosophischen Grundlagen der Noologie. 23

Die Subjektive und die Objektive Selbst-Reflexion. 24

Was heisst Noologie?. 24

Der Heraklitische Logos 25

Die Analogie von Licht und Geist 26

Die Diamant-Metapher der Noologie. 27

Der Übungsweg: Wie man einen Diamanten schleift 28

Der Diamant- / Blitz- Donnerkeil / Keraunos 29

The Journey into, and Beyond, the Boundaries of Time. 29

In Maementum (Monumentum / Mausoleum) Giordano Bruno. 30

Die Kosmodynamik der Gedächtnisse. 31

Selbst-referenzielle, in-sich geschlossene Mini-Universen. 32

Bild: Ein selbst-referenzielles, multi-hierarchisches Mini-Universum nach M.C. Escher 32

Die Terminologie der Noologie. 34

Die Noologie, Gotthard Günther und Hegel 34

Die Noo-Griechischen Semantik-Rhizome der Noologie. 34

Die semantischen und anderen Spannungsfelder der Noologie. 34

Die Phono-Semantische Logik der Noologie. 34

Heideggers Denkmethode. 34

Die Prinzipien der Noologie. 36

Das Erste Semantische Spannungsfeld der Noologie. 37

Die Strukturthemen und das Bedeutungsfeld der Noologie. 38

Das Design in Spannungsfeldern. 38

Bild: Das Wilbersche Quadranten-System des Nous (aus Wilber IMPR) 39

Der Blick aufs Ganze: Par Aion ap Aion. 39

Die alte vergessene Kunst der Trans-Temporalen Perspektive. 40

Und nun zurück zum Denk-Design in Spannungsfeldern. 42

Die Tensional Integrity der Spannungsfelder 44

Die Noologie, ein Struktur- / Transformations-System des Noos 44

Der Nous/Noos der Noologie und die philosophische Tradition. 44

Das Struktur- / Transformations-System des Noos / Nous, der Noologie. 45

Die semantischen Spannungsfelder der Noologie. 46

Bild: Das Struktogramm von "ais-thaesis" und "phai-no(ps/ae)sis" 48

Vergessen <-> Gedächtnis / Er-Innern. 48

Die Liebe: Agapae <-> Philia <-> Eros 49

En-Ergeia / Eros <-> Orgae / Orgia. 51

Die Triadik der Noologie. 52

Giordano Bruno: Die Dreiheit des Seienden. 53

N-polare Symmetrien in Symbolen. 53

Ein Ansatz, die Logik der Hl. St. Dreifaltigkeit nachzuvollziehen. 54

Gott und das Tertium Datur 55

Gott-Hl.-Geist und das Gedächtnis 55

Die Ökonomie der Ordnungsprinzipien. 57

Die SUB-OBJ-SEM Triade. 59

Mitfühlen  <-> Mit-Leiden. 59

Ein kurzer Exkurs zu Wille und Impulsität 60

Die SEMiosphäre und die Semiotik von Umberto Eco. 61

Die Welt SUB der Empfindungen (der in Sich und an Sich fühlenden Lebewesen) 62

Die Welt OBJ 63

Die Welt SEM.. 63

Die logischen Regionen oder auch Kontexturen. 63

Die Semiosphäre und Hegels Geist 63

Eco über das Sein. 64

Das Sein und das Ge- und Ver-Heissen. 64

Die Triadik und die hermeneutische Fraktale Geometrie der Noologie. 65

Die Mythologie und Magie der Zahlen. 65

Die Triadik und die Selbstähnlichkeit bei Hegel 66

Über den Universalen Schaum. 66

Kugeln in Kugeln, und Räder in Rädern: bei Ezekiel / Hesekiel, und den Cherubim. 66

Die Hermeneutische Selbstähnlichkeit und die Fraktale. 66

Das Fraktal-Prinzip der Koch-Schneeflocke. 67

Die hohe Kunst des Hermeneutischen Denk-Fraktals 67

Hegels fraktale Morphologie des Zeit-Geistes 68

Peirce und die Triade von Firstness, Secondness und Thirdness 69

Die Thirdness ist das Morphologische Gesetz 70

Die phänomenale Welt der Vor-Stellung: Das Phainomenon. 72

Der Imaginär-Bereich der Vor-Stellung. 73

Moderne Vor-Stellungs-Systeme und Science-Fiction. 76

Die Strukturtheorie der SEMiosphäre. 79

Wichtige Kernthemen bei Eco: Kognitive Typen KT, Nuklearer Inhalt NI 80

Der Molare Inhalt: MI 80

Das kleine Problem von Eco's Struktursystem. 82

Nietzsche und das Nuclear-Denken der Semiotik. 82

Umberto Eco als (Mytho-) Logiker 82

Die Themen der Morphologie. 83

Der imaginäre Arbeitskreis der Morphologen. 83

Die Morphologie Sloterdijks 83

Das kulturmorphologische Prinzip der Wellen und Wirbel 83

Die Morphologie der Noologie. 84

Die Macht der Morphologie und der Metaphorologie. 84

Die Probleme der Morphologie und die Buchbinder-Synthese. 84

Die Morphologie Spenglers 86

Lev Gumilev: The Passionary Theory of Ethnogenesis 87

Lev Gumilev im damaligen Sowjetstaat 88

Die diversen Untergangs-Szenarien von Kulturen. 88

Jared Diamond: "Collapse" 90

Theoretische Anthropologie: Ethnos und Ethnie. 91

Habitus, Moral, Ethnos und Ethnie, Ethos und Ethik. 91

Nietzsche: Was ist ein Volk? Etwas, das "sich versteht", ein Volk. 92

Analogien zur Semiotik: Sprachfähigkeit und Kulturfähigkeit 93

Moral, Sitte und intuitive Wahrheit 93

Common-Sense Definitionen von Sitte, Moral und Ethos 93

Ethik. 94

Eine Ethnie und ihr Ethos 94

Ethnie, Ethnos und Super-Ethnos 95

Die Ethnische Typologie. 96

Sapientia: Geruch und Geschmack. 97

Die Kultur-Mythen-Analyse der Noologie. 101

Die Vier Apokalyptischen Reiter 102

Ein kleiner Exkurs zur falsch verstandenen Evolutionstheorie. 102

Der ganz normale Katastrophismus 102

Ein paar Worte über die Evolutive Fitness 103

Die Psychologie der Massen, äh... der Gross-Kollektive. 104

Aufklärung bekommt man nicht ohne Voraussetzungen. 105

Das Wissen im Würgegriff der Political Correctness 106

Das Spannungsfeld der {Thymos- Eros- Phobos-} Kräfte. 107

Das Semantische Feld des Thymos 108

Der Phobos-Komplex als Grundelement aller Religionen. 109

Nietzsches Genealogie der Moral 110

Totem und Tabu. 110

Ethnos und das Feld der {Thymos- Eros- Phobos-} Kräfte. 111

Die Kräfte des kollektiven Unbewussten. 111

Das Ich, das Du, das Wir, das Man: Moral, Ethos und Nomos 112

Die kreative Mythen-Analyse. 113

Ethik, Ethno-Kybernetik und Thymos-Theorie. 114

Die Noologie kennt keine Ethik, sondern nur Ethno-Kybernetik. 114

Das Spannungsfeld von Denken und Handeln. 115

Spenglers Ethno-Kybernetik der Macht 115

Die thymotische Ethno-Kybernetik der Elitenbildung. 118

Das fraktale Weltbild der nach-europäischen Weltmächte. 121

Das Diagramm der {Logos- Thymos- Eros- Phobos-} Kräfte. 121

Das Spektrum der Emotionen, und die Kartographie der Störungen. 122

Thymos meets Eros: Carraci: Achilles und Briseis 123

Die Welt als Impulsität und Repräsentation. 125

Der Noia-(pathische/ -poiaetische) Menschentyp und Umberto Eco. 127

Umberto Eco's vortreffliche Galenische Charakter-Typen Klassifizierung. 128

Nietzsche: Die Nous-Quick-Einmal-Umrühr-Fertig-Methode. 129

Die Einzel-Analysen der Thymos- Eros- Phobos- Komplexe. 131

Der Phobos- Komplex der abrahamitischen Denk-Kollektive. 131

Schopenhauer: Unentbehrlichkeit des Teufels im Theismus und Christentum. 131

Über das Christenthum. 132

Die Gott-Sucher-Banden. 134

Die Selbst-Sterilisation der intellektuellen Eliten. 135

Augustinus, der erste wirklich lateinische Philosoph. 136

Das Tabu der Abrahamisten. 137

Einige besonders absurde Beispiele von theologischen Un-Denke(r)n. 138

Einige Analyse-Beispiele des abrahamitischen (Un-) Denk-Komplexes 139

Der christliche Macht-Ohnmacht-Komplex. 139

Nietzsche, die Drogen, und die Töchter der Wüste. 140

Der islamisch- / islamistische Komplex. 142

Zu den Einzel-Differenzierungen bei dem Thema Islam(ismus) 143

Was ist der Koran, Mythologie-geschichtlich?. 143

Was ist der Koran, abrahamitisch-religionsgeschichtlich?. 143

Was ist der Koran, philologisch und etymologisch?. 143

Islam(ismus) und der Des-Informations-Krieg. 144

Das Auswendig Lernen des Koran. 144

Ancient Aramaic. 145

"Der Islam" als Deckmantel-Begriff 145

Die Redaktion des Koran durch Uthman. 146

Der wahhabitische Islamismus 147

Unterscheidung von Islam als Religion und als Islamismus 147

Gibt es wissenschaftlich fundierte Ansichten zum Islamismus?. 148

Andere Länder, andere Sitten. Islamismus in Frankreich. 148

Die Rolle des Islamismus bei Migranten-Parallelkulturen. 148

Das Gespenst der Religion und die Übungssysteme. 149

Die Theo-Logik des Islam: Die Shahada. 149

Der Islam, der Paradies-Garten und die spirituelle Unterwerfung. 150

Zehntausend Jahre Konflikt zwischen Nomaden und Sesshaften. 153

Der abrahamitisch-jüdische Komplex. 155

Bild: "Der Nachtgesang der Fische" 155

Der ideologische Kapitalismus 156

Der ideologische wissenschaftliche Komplex. 157

Wagner: Aus der Werkstatt der Mythologien-Schmiede-Meister 159

Richard Wagner: Ein Meister des {Thymos- Eros- Phobos-} Komplexes 160

Die Pilger-Reise des Wanderer’s, des Odins oder Wodans zu der Erd-Mutter Erda. 161

Das Lachen der Götter: der ganz schwarze Humor, und die Schaden-Freude. 163

Welches Geschlecht: Der Speer des Schicksals 164

Die un-heimliche Lanze des Wotans/Odins 165

Wagner und Nietzsche: Der schwarze und der weisse Zwilling. 165

Die Grosse A-Mnaesis, die Mnae-Mesis 166

Die triebkräftigen, poiaetisch wirkungsvollen Motive Wagners 166

Die Mythologie heute. 167

Die Mytho-Logie, und die Thymo-Logie. 168

Wodan / Odin, der Ober- Ur- Gott und seine Wal-Küren. 169

Der un-heimliche Bereich der Zukunft 170

Der Krieg der Sterne und die Rückwärts-Erzählung der Nibelungen-Saga. 170

Der absurde Krieg der Sterne. 171

Und nun die Original-Geschichte des Wagners 172

Und dann gibt es Ehe-Stress in den himmlischen Gefilden. 173

Die Kurzfassung des Nibelungen-Rings, bis zu dem un-heimlichen Ende. 173

Noch ein über-phantastisches Universum bei Carl Orff 175

Das Gravitationale Ober- Ur- Monster: Der Tanzende Stern. 175

Eschatologische Perspektiven in der Populär-Kultur 175

Katastrophisches im Thymo- Eroto- Phobo- Kosmos 175

Appendix I: Notizen zu Krieg & Kampf 177

Über den Eschatologischen Krieg. 177

Der Noologische Gottesbeweis 177

Götter: Die wirk-mächtigste Ethno-Technologie. 177

Eine sehr vielseitige Göttin, Innana. 179

Kali, die Göttin der Rache und die Thuggees 180

Die Sexual-Kapital-Akkumulations-Ökonomie. 181

Die Exogamie und die Sexual-Diplomatie. 182

Wenn der Kampfgeist erlahmt... 183

Apokalyptik und der höllische Amazon- Karma- Computer 183

Apokalyptik und Zorn nach Sloterdijk und Spengler 184

Das Wetter als apokalyptische Gewalt-Macht 185

Fraktologie: Unterwegs in eine neue Dimension der Noologie. 186

Der Diamantweg, jen(s/z)eits der Horizonte gegangen. 187

Gate gate: die Prajnaparamita. 187

Das Tibetische Bardo Thodol 188

Weisheit ist.. 188

And the game goes on and on and on and on... 188

Das Ende des Kali Yuga, und das Ende der "letzten Menschen" 189

Der Super- Suprem- Ober- Gott, und dem seinen Himmel 190

Krieg & Kampf bei vor-zivilisierten Völkern. 191

Noch ein paar Kriegs-Gründe. 191

Pferde und Reflex-Bögen: die Gründe für eine gewaltige Expansion. 192

Einige wenige Ausnahmen von friedlichen Völkern. 192

Die Ausnahmen von der Kriegs-Populations-Bombe: Tapfere Krieger-Eliten. 192

Super-Waffen, Krieg in Vergangenheit und Zukunft 193

Appendix II: Extrakte aus Noologie I 195

Par Aion ap Aion. 195

An einem kühlen, grauen Morgen in der Welt-Traum-Zeit 197

Die Siebenfach potenzierten Spiralen. 199

A Day in the Life of Brahma. 200

Das Eiserne Zeitalter und die Schmiede-Mythen. 200

Nietzsche. 203

Der Wanderer unter der Gewitter-Wolke des Schicksals 203

Appendix III: Giordano Bruno. 205

Giordano Bruno: Die Trias 205

Giordano Bruno: Über die Monas, die Zahl und die Figur 209

Sechstes Kapitel: Die Figur der Fünfheit 211

Appendix IV: Spengler: Die Poiaetische Anthropologie. 212

Die Poiaetische Anthropologie Spenglers 212

Spenglers "magische" Geheimformeln. 213

Das pneumatische "Wir" und der ethnotechnische Genius 213

Spenglers semantische Spannungsfelder der poiaetischen Anthropologie. 215

Seele und Welt: 216

Die Einheit der Seele eines Volkes: 217

Wachsein ist Spannung und Ausdehnung: 218

Das Ich ist ein Lichtbegriff: 218

Empfinden und Verstehen: 219

Vernunft und Verstand: 220

Rasse, Zeit und Schicksal gehören zusammen. 220

Vom Sinn der Zahlen. 220

Das Kontrastprogramm bei Heidegger 221

Appendix V: Die Denk-Technologie der Noologie. 222

WWW- Hypertext- Computer- Technik. 222

Die Noologie- Navigations- Hilfen: Die Google-Erinnerung. 222

Die WWW- und Google-Methoden der Noologie. 222

Die Noologie als philosophische Wissensbasis 223

Überschriften. 223

Die Hyper- Text- Aesthetik- Theorie der Noologie. 223

Kursiv-Schrift 223

Die Noologie-Fussnoten. 223

Die Kunst der rekursiven Fuss-Note. 223

Überschriften, Indices und  Bibliographien in den Werken der grossen Philosophen. 224

Appendix VI: Of Phonosemantics and Fuzzy Categorization. 227

Phonosemantics: The Semantic Fields, and Sem{e/aio}phonic Rhizomes 227

A Hypothetical Sem{e/aio}phonic Rhizome Network of Aoide Vocabulary. 227

The Archaic Greek Roots / The Rhizome Sound fields 227

Alpha a Aleph. 228

The Sem{e/aio}phonic circle of Chi-Gamma-Xi-Kappa-Rho-Chi 229

The Goni- Gynae- Connection. 233

phos/phaos FAW FWS fws.. 238

The Sem{e/aio}phonic circle of Rho R r. 239

Stoich{a/e}o... 240

theo-gonia. 242

Tropae. 242

W.. 243

An example of epic imagery: The Proimion of Parmenides 243

The Text 243

The Sem{e/aio}phonic Field. 244

The field of eidos EIDW eidw.. 245

The field of phos/phaos FAW FWS fws.. 245

The Deeper meanings of Greek names 248

The Omnipresence of embedded Ontologies 248

The Seven Seals 249

Plato, Kratylos: Onoma homoion to pragmati 249

The Kratylos hypothesis and the autopoiesis of language. 250

The terms used by Plato. 250

The stoicheia as used in Kratylos and Timaios 250

The examples of Kratylos are taken from greek epos 251

Epic  Rhythm, Meter, Association, and the Orality Debate. 252

Neurology, Epics, and the Brain Hemispheres 252

The Categorization System. 253

The Big W's: Where, When, Who, hoW, What, Whatfor, Whatwith, Whatagainst... 254

A phonetic category framework. 254

Reference to ancient memory technologies 256

The order of consonants 256

The nesting of categories 257

Fuzzy Phonetics 258

Fuzzy categories and fuzzy logic. 258

Indexing mit Tools und Google. 259

Literatur 259

Endnoten. 260

 


 


 

Interne Hyperlinks

bruno_monas                 bruno_trias

category_system            diamond_collapse

eco_sein                       eco_cognitive                eco_struktur

eco_mythologik

eucken_noo                  

ethnos_ethnie                ethos_ethik

ethik_def                      ethno_typologie

foam_unversal               fraktal_prinzip               fraktal_schnee

fraktal_denk_prinzip

geruch_geschmack

gumilev_passionary       gumilev_soviet              hermeneut_selbst

hyper_nav1                   hyper_technik

kultur_mythos               kultur_untergang            lotman_semio

morpho_kreis                morpho_sloterdijk         morpho_wirbel

noo_spf1                       noo_spann_feld1

nietzsche_volk              noologie_triade

peirce_triad

phainomenon                 phono_semantics

plato_kratylos               plato_stoicheia              spann_feld_design

spengler_morph             sprach_kultur               

strauss_wildes              

struktur_semiosphere

tertium_datur_gott         triadik_hegel

 


 

Notizen und Konventionen

Das Leitmotiv der Noologie: Der Maelstroem oder Der Tanzende Stern

 

 

 

Bild: Der Maelstroem oder das Tri-Polare Spannungsfeld der Noologie.

Man könnte mit Nietzsche auch sagen: Es ist ein Tanzender Stern.

 

 

Hier ist der Link zu dem Original-Bild:

http://www.noologie.de/noo-pics/vortex.jpg

Weitere interessante Bilder aus der Noologie finden sich hier:

http://www.noologie.de/noo-pic0.htm

Dort finden sich auch ziemlich Schicksals-Hafte Bilder,

von Meinen Traum-Zeit-Pfaden, vor 30-40-50 Jahren.

http://www.noologie.de/noo-pic1.htm

http://www.noologie.de/noo-pic2.htm

http://www.noologie.de/infinity.htm

 

Und auch der Humor kommt nicht zu kurz dabei:

http://www.noologie.de/Witze.htm

http://www.noologie.de/noo06.htm#Heading285

http://www.noologie.de/humor.htm

http://www.noologie.de/quer.htm

 

Eine kurze Notiz zu den Schreib-Konventionen der Noologie

Ich verwende einen etwas ungewöhnlichen Schreibstil, der nicht den normalen deutschen Duden-Konventionen folgt. Dies hat notwendige denktechnische Gründe. Z. B. schreibe ich Worte oft mit Bindestrich, wie etwa: die Vor-Stellung. Das ist eine spezielle Markierung für eine Denktechnik der Noologie, die man als schriftliche Codierung von Husserls epoché bezeichnen kann. Mit dieser Technik soll beim Leser ein semantisches Spannungsfeld erzeugt werden, das ein Innehalten der ansonsten völlig automatischen Denkbewegung, zur weiteren Reflexion bezweckt. Diese Methode wird in dem Kapitel "Die Terminologie der Noologie" noch weiter ausgeführt. Weiterhin schreibe ich Worte mit inneren Klammern, wie: A(h/t)men.[1] Dies ist ebenfalls eine noologische Denktechnik, mit der ich mehrere verschiedene Denk-Wort- und Bedeutungs-Möglichkeiten in ein Wort eincodiere. Man kann es als schriftliche Technik von Implikation (Zusammenfalten) und Explikation (Auseinanderfalten) bezeichnen. Das A(h/t)men kann expandiert werden als: Amen, Amentia, Ahnen und Atmen. Dies ist eine Anwendung der Denktechnik der Semantik-Rhizome, die ebenfalls in dem Kapitel "Die Terminologie der Noologie" weiter erläutert wird. Weiterhin versuche ich so gut wie möglich die unsäglichen deutschen philosophischen Schachtelsätze zu vermeiden, die sich bei Kant und Hegel über ganze Seiten hingezogen haben. Die Verständlichkeit der deutschen Sprache leidet enorm unter solchen Anachronismen. Deshalb verwende ich häufig die englische Konvention der Kommasetzung. Ich orientiere mich an dem Schreibstil von Whitehead, der auch komplizierte Sachverhalte so ausdrücken konnte, dass ein normaler Mensch es noch lesen kann. Das kann man von den deutschen Philosophen absolut nicht behaupten. Dort gilt es immer noch elitenbewusst als standesgemäss, dass man so schreibt, dass nur Philosophie-Doktoren es verstehen können. Man sollte Texte, die an sich schon schwierig genug sind, nicht auch noch mit Philosophen-Deutsch weiter verbarrikadieren. Ebenfalls vermeide ich die unsäglichen deutschen Bandwurm-Worte, und schreibe lieber mehrere Worte mit Bindestrich, anstatt sie zusammenzukleben. Dies dient ebenfalls der besseren Lesbarkeit. Ich betone noch einmal: Die Noologie setzt z.T. völlig andere Konventionen, als es der normale und besonders der philosophische Denk- und Schreibstil vorsieht. Denn: Wenn man einmal etwas grundlegend Neues produzieren will, dann muss man auch bereit sein, sich über Konventionen hinwegzusetzen, bzw. ganz neue Konventionen erfinden. Man kann es mit einem geflügelten Wort (Aphorismus) im Stil von Wilhelm Busch sagen:

Neuigkeit wird als lästig oft empfunden, weil stets sie mit Umdenken verbunden.


 

Abkürzungen

Weitere Abkürzungen gibt es unter:

http://www.noologie.de/noo2.htm#Heading3

http://www.noologie.de/noo01.htm#Heading7

 

 [ ] : In Zitaten bedeutet das eine Einfügung durch AG.

 

A.D.: Advocatus Diaboli. Siehe auch: http://www.noologie.de/noo2.htm#Heading3

 

AG: A. Goppold.

 

A(h/t)men: Das ist eine Denk- Wort-Technik, mit der mehrere Worte in einem angedeutet werden: Amen, Amentia, Ahnen, Atmen.

 

aka: "also known as". Deutsch: "Unter anderem Namen auch bekannt als". (Alias).

 

Allso: Dies ist kein Schreib-Feeler (ala TAZ), sondern wenn ich das so schreibe, dann meine ich das als Kurzform für: "Also sprach Zarathustra" (Nietzsche).

 

CE: Datums-Konvention, Common or Christian Era. Englisches Äquivalent für AD.

BCE: before Common or Christian Era.

 

Geist: Überall, wo das Wort Geist vorkommt, sollte man lesen: Es Geistert.

Einen Geist gibt es nicht, ebenso wie es keine Gespenster gibt. Das sind alles nur Hirn-Gespinste.

Der Geist ist ein typisches Beispiel für Whitehead's "fallacy of misplaced concreteness".

Die Noologie ist das Projekt der Austreibung des Geistes durch den Geist Selber.

 

Glossar: Einführung aller gebrauchten Begriffe [2]

Allgemeine philosophische Begriffe finden sich bei: http://www.textlog.de/

Einige weitere Begriffe gibt es hier:

http://www.noologie.de/noo205.htm#Heading237

 

ie. bzw. i.e.: Englisches Äquivalent für d.h. (dass heisst).

 

IMHO: "In my humble opinion". Netiquette newspeak für: meines Ermessens. Siehe auch:

http://www.noologie.de/noo2.htm#Heading3

 

Nazifaszisch: Dies ist eine Abkürzung für das Faszinum/ Faszinosum, des Faschistischen. Die verkürzte Bezeichnung "Nazi" trifft nicht den Kern der Sache, warum hinter dieser Bewegung ein so ungeheures Faszinosum stand.[3]

 

tbc: To be continued.

Bedeutet: Wenn ich dazu komme, soll dieser Gedanke noch weiter geführt werden, oder auch nicht, und dann fällt das halt alles irgendwann mal wieder weg.


 

Literatur-Abkürzungen

Das komplette Literatur-Verzeichnis ist nun ausgegliedert in:

http://www.noologie.de/denk-bib.htm

 

Einige oft zitierte Schriften werden mit Abkürzungen zitiert. Das ist mnemotechnisch einfacher als nur Name und Jahreszahl zu nennen.

 

Brock, Bazon: (1986) Abk.: AGEU

 

Giordano Bruno: Ed. Samsonow, Reihe Philosophie Jetzt, Diederichs (1995) Abk.: Bruno

 

Goppold, A.: "Design und Zeit: Kultur im Spannungsfeld von Entropie, Transmission, und Gestaltung". Dissertation, Univ. Wuppertal, bei Bazon Brock, 300 S., (1999d).[4]

Abk. D&Z,[5] Design und Zeit

 

Eco, Umberto: "Kant und das Schnabeltier", Eco 2000.[6] Abk. Eco

 

Günther, Gotthard: "Grundzüge einer neuen Theorie des Denkens in Hegels Logik", Meiner, Hamburg, (1978b). abk. GRDZ

 

Heidegger:

"Was heisst Denken?" abk. WHD.

"Sein und Zeit" (1977) abk. S&Z.

 

Rost, F.: Griechisch-Deutsches Wörterbuch, 2 Vols, Westermann, Braunschweig (1862).

Abk. Rost

 

Sloterdijk, Peter: Die für die Noologie wesentlichen Werke Peter Sloterdijk's sind:

Sphären Band I, Blasen, Suhrkamp, Frankfurt (1998), abk. "Blasen".

Sphären Band II, Globen, Suhrkamp, Frankfurt (1999), abk. "Globen".

Sphären Band III, Suhrkamp, Frankfurt (2004), abk. "Schäume".

"Im Welt-Innenraum des Kapitals" (2005), abk. WIKA

"Zorn und Zeit" (2006), abk. Z&Z.

"Gottes Eifer", Verlag der Weltreligionen (2007), abk. "Eifer".

"Du musst Dein Leben ändern" (2009), abk. DMDL

 

Spengler, Oswald: Der Untergang des Abendlandes. C.H.Beck München (1980), abk. Spengler.

Die Schreibweise griechischer Worte

Die Schreibweise für griechische Worte ist wegen Vereinfachung der Hypertext-WWW-Darstellung in latinisierter Transkription, mit ae für aeta und ou für oy oder ou. In neu-europäischen Schriften werden Terme des Altgriechischen oft mit äquivalenten Vokalen geschrieben. So etwa oo und ou und u, bei Noos und Nous oder Nus. Das y ist oft äquivalent mit u wie bei Thymos und Thumos. An den Stellen, wo es auf den Unterschied zwischen Omega Ω und Omikron ο ankommt, steht o für omega. Da das Alpha zusammen mit dem Omega eines der wichtigsten Schlüssel-Zeichen der Hl. Chrl. Philosophie (Cusanus) ist, soll es hier auch noch vorgestellt werden, das Alpha: α --- Es ist ein bedauerlicher Irrtum der frühchristlichen ana-Alpha-Beter, dass sie das Symbol Alpha mit dem Fisch verwechselt haben. Das zog sich dann noch durch die Jahrtausende, und wurde nie korrigiert. Das Alpha ist auch präsent als eminentes Symbol der Alt-Weltlichen Mythologie, als Aleph, der Stier. Denn das Symbol des Alpha, um 90 Grad nach links gedreht, ist eben der Stier. Siehe all die Mythen vom Minotaurus, vom Raub der (phönizischen Prinzessin) Europa durch Zeus, etc. etc.


 

Die Denk-Technik der semantischen Spannungsfelder

Eine wesentliche Denk-Technik der Noologie sind die semantischen Spannungsfelder. Manchmal werden sie auch in einem Spezialfall die phono-semantischen oder onoma-semaio-phonischen Spannungsfelder genannt. Die semantischen Spannungsfelder wurden von Spengler intuitiv gebraucht, aber nicht explizit als Denk-Technik eingeführt. Die Noologie systematisiert dies als eine formale Technik. Es handelt sich hier um Ausdrücke für/von Gefühls-, oder Empfindungs-, oder Thymos-, Eros-, und Phobos- Spannungen unter und zwischen Menschen verschiedener Gruppen, Kohäsionen und Kongregationen, oder Ethnoi (nach Gumilev), wie sie im folgenden Text beschrieben werden.

 

<->

 

Das Symbol <-> bedeutet: Unterschieden, Geschieden, Oppositional, Gegensätzlich. Es besteht eine andauernde Spannung, die nicht im Sinne von Hegel (These-Antithese) aufgehoben oder durch eine Synthese "entspannt" wird.

 

>-<

 

Das Symbol >-< bezeichnet die Inclusion, also die Gemeinsamkeit. Dies gilt im übertragenen Sinne, wie die Sphäre oder die Blase von Sloterdijk (Sphären). Es ist eine geschlossene Kugel, die sich von der Aussenwelt abgrenzt. Formal gesprochen, um das im Druckbild eines Textes darzustellen, wird die einhüllende Sphäre auch durch eine Klammer, also das zusammenhaltende Joch (Yugum)[7] dargestellt:

 

( >-< )

 

( X <-> Y )

 

Bedeutet: X steht im oppositionalen Spannungsfeld zu Y. Aber zusammengehalten werden sie durch einen gemeinsamen Druck, etwa von Aussen (durch Feinde oder einer Out-Group) oder von Innen (etwa eine Religion).

 

Konjugierte (con-jugare := das Zusammen-Jochen)[8] Spannungsfelder werden so dargestellt:

 

(X <-> Y)

^

|

v

(A <->  B)

 

Die Konjugation von zwei Spannungsfeldern wird durch die vertikale Anordnung und die verbindenden Pfeile ^ | v angedeutet, die äquivalent zu <-> sind. Diese müssen wiederum durch eine äussere Klammer zusammengehalten werden, also auf diese Weise:

 

                                                                            (  (X <-> Y)

^

|

v

    (A <->  B)  )

                                                                                          

Wenn es die äussere Klammer (oder Sphäre) nicht gäbe, würde dieser Komplex auseinander fallen oder sich auflösen. Linear geschrieben sieht das so aus. Hier umfasst eine äussere Klammer einer übergeordneten Macht oder Kraft oder eines Glaubens (oder einer Sphäre nach Sloterdijk) von zwei auseinanderstrebenden Komplexen, die in Opposition zueinander stehen:

 

(  (X <-> Y) <-> (A <->  B)  )

 

Die Semantische Spannungsfeld- Äquivalenz-Notation (Relation):

 

(X / Y / Z <-> A / B / C)

 

Die semantische Äquivalenz-Notation in einem Spannungsfeld bedeutet:

 

(X <-> A) ist äquivalent mit (Y <-> B) und (Z <-> C)

 

Diese sind beliebig austauschbar. Hier finden sich in der realen Welt der politischen und kulturellen Konflikte und Koalitionen oft schnelle und überraschende Bündnis-Wechsel. Der historich bedeutsamste Bündnis-Wechsel ist der Aufstieg der Christen-Koalition zur Staatsmacht im alten Rom nach 333 CE.

 

X * Y

 

Diese ist der wichtigste Faktor der Verbindung der menschlichen Geist-Seele. Denn sie beruht auf dem Pneuma, den Korvin-Krasinski behandelt hat. (1986, 12-14, 286-297). Es gibt hier keine zusammen-jochende Klammer, die sie zusammenhält. Es ist die Liebe, aber es ist noch etwas anderes als die bekannten Faktoren (Agapae/Agape,  Philia, und Eros). Korvin-Krasinski ist m.E. der einzige westliche Philosoph, der dies klar dargestellt hat.[9] Denn es handelt sich hier um eine Seelen-Partnerschaft und -Verwandtschaft, die jenseits und jenzeits des Eros wirksam ist. Das X und Y steht "natürlich" auch für die X und Y - Chromosomen. Aber auf viel tiefere (metaphysische) Weise, als es die abendländische Philosophie im Gefolge von Platon sah. Und die Christen im Gefolge von Augustinus haben das natürlich "sorgfältigst" vergessen.


Einleitung / Vorwort

Synopsis

Man kann die drängendsten und gefährlichsten Menschheitsprobleme unserer Zeit mit einem Oberbegriff zusammenfassen: Sie sind, oder sie werden ausgelöst von: Kultur-Mythen. Denn das ideologische System des neoliberalen Turbo-Kapitalismus ist ein Kultur-Mythos, und seine Folge-Erscheinungen sind Massenarbeitslosigkeit und Umweltzerstörung. Ebenfalls Erscheinungsformen oder Folge-Erscheinungen dieses Kultur-Mythos sind: Massen-Armut, Bevölkerungs-Explosion, Religiöse Konflikte, Religions-Verdrossenheit und Religions-Versessenheit, wie etwa Fundamentalismus und Islamismus. Allgemeiner gesprochen, lassen sich alle Erscheinungsformen von Ideologien, Religionen und Fundamentalismen, Esoterik und Aberglauben, als Kultur-Mythen behandeln und analysieren. Der Begriff Kultur-Mythen bedeutet Kultur-formende und Kultur-prägende Mythen, also die wirk- und triebkräftigsten Imaginations­Systeme, die die Kulturen bzw. die Ethnoi antreiben. Dies ist der Komplex des Ethos der Ethnien. Die Ethno-Kybernetik ist die Beschreibung der Wirkmechanismen dieser Kultur-Mythen. Und die "dunkle oder schwarze Seite" der Ethno-Kybernetik tritt dann in Wirkung, wenn diese Kultur-Mythen mit Manipulations- und Herrschafts- Absicht in weiten Bevölkerungs-Kreisen und -Schichten, oder ganzen Nationen oder Völker-Gruppen verbreitet werden. Insbesondere wenn dann unter diesen Leitmotiven Denk-Konformität, und Gehorsam und Denk-Vergessenheit, sowie Denk-Versessenheit eingefordert wird. Dafür gibt es viele Begriffe: Political Correctness, Ideologie, Demagogie, Propaganda, Volksverdummung, Totalitarismus, Faschismus, Fundamentalismus, oder ganz allgemein gesprochen: Die schwarze Ethnotechnik. Mythologisch ausgedrückt, ist es das Gesetz des "Herrn der Ringe": "Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden". (Nach John R. R. Tolkien).

https://de.wikipedia.org/wiki/J._R._R._Tolkien

 

Das vorliegende Buch stellt eine neue allgemeine Analyse-Methode für Kultur-Mythen vor: Die Noologie. Sie beruht auf Arbeitsprinzipien der Kulturmorphologie, ähnlich wie sie von Sloterdijk in der "Sphären"-Trilogie formuliert worden sind. Ein älterer, fast vergessener Ansatz der Kulturmorphologie ist der von Oswald Spengler, von dem einige Anregungen mit einbezogen werden. Die theoretischen Ansätze der Noologie basieren auf der Kultur-Anthropologie und Semiotik, und ihr morphologischer Formbegriff ist die selbstreflexive Triade bzw. die Tripolarität des Denkens, der Tetraeder des Diamanten, das hermeneutische Gedanken-Fraktal, die Gedanken-Quanten-Verschränkung, und die Semiosphäre. Diese Denktechniken werden methodisch auf die {Logos- / Thymos- / Eros- / Phobos-} Komplexe von kulturellen Konglomeraten, also Ethnien oder Völker, oder Subkulturen, angewendet. Logos heisst: Verstand. Noos/Nous heisst: Vernunft. Thymos heisst: Stolz, Ehrgeiz, Machtstreben und Selbstbehauptung. Eros umfasst alles, was mit Liebe und Hass und Sex zu tun hat. Phobos ist das Bedeutungsfeld von Furcht, Angst, Schrecken und Terror. Die {Logos- / Thymos- / Eros- / Phobos-} Komplexe sind, in anderer Sprechweise, die psycho-emotionalen Determinanten von Kulturen oder Ethnien. Ein ähnlicher, aber veralteter Begriff in diesem Bereich ist die Ethnopsychoanalyse. Die Noologie führt mit der Kultur-Mythen-Analyse gewisse Ansätze der alten Freud'schen Methode weiter, aber mit einer anderen Theorie und Systematik.

Was ist die Noologie in der Philosophiegeschichte?

Das Wort Noologie ist in der deutschen Philosophie vor allem mit dem Werk von Rudolf Eucken bekannt worden.[10]

Kant verwendet Noologie als Abgrenzungsbegriff zu empiristischen Theorien. Er bezeichnete die Philosophien Platons, Leibniz’ und Berkeleys als noologisch, da für sie die Vernunfterkenntnisse nicht – wie z.B. bei Locke – der Erfahrung, sondern dem Verstand selbst entstammen. Insbesondere die neuidealistische Lehre von Eucken wird Noologie genannt. Sein Programm besteht darin, die Geistesgeschichte des Menschen, seinen kulturellen und wissenschaftlichen Werdegang, aus seiner geistigen Potenz zu entwickeln. Er unterscheidet dazu die Bewegung des Geistes hin zur Welt und die Bewegung des Geistes zu sich selbst, auf sein individuelles Selbst.

Online-Wörterbuch Philosophie: Das Philosophielexikon im Internet[11]

Die Philosophie Euckens

Das folgende ist ein treffendes Zitat zur Philosophie Euckens, von jemanden der ihn noch persönlich kannte, und der die Wichtigkeit seiner Philosophie erkannte:

The Problem of Human Life as viewed by the Great Thinkers from Plato to the Present Time... It is the form in which Eucken has written his History of Philosophy, but it is at the same time illustrative of Eucken’s own constructive convictions. For in this book Eucken aims at enforcing, through a vital treatment of the varied ways in which philosophers have dealt with fundamental life-problems, that essential and intrinsic intimacy between philosophy and life which it is the primary aim of his constructive philosophy to interpret and enforce.

...

Eucken has ennobled the significance and the mission of philosophy. He aims at developing, not a new category, but a new culture, and holds that it is the privilege of philosophy, by penetrating to what is most inward in human nature, to bring a religious inspiration to bear upon the problems of the world of human labour. Eucken’s philosophy is a philosophy of life. It is a philosophy of reality as well. It treats of the sources of man’s strength, and the meaning and purpose of his Spiritual endeavour. And can there be anything more real than the activity of a life that has consciously realized the true sources of its power and  the goal of its ultimate aspiration? Perhaps the most impressive feature of Eucken’s philosophy is the broad- Spirited way in which it admits a limitation and seeks to press beyond it. I have discussed the lacunae we already noticed with Professor Eucken himself. He readily admits their existence. He pointed out to me that nicety in the manipulation of concepts was a bias of happy exercise to which the German disposition was particularly prone, and that in guarding against this national proclivity towards hair- splitting it was possible to go too far in an Opposite direction. He also remarked that German thought, having had to bear the brunt of Hegel’s intellectualism, had suffered more in the way of reaction than that of any other country and he admitted that, in his opinion, Hegel had been studied and developed more fruitfully in England and America than in Germany itself.

W. R . BOYCE GIBSON, M.A., D.sc. (OXON), London, 1915, p. 10-11

 

Hier noch ein anderes Zitat zu Euckens Hauptwerk "Mensch und Welt":

Rudolf Eucken ging in seinem philosophischen Konzept davon aus, daß das Geistesleben nicht nur ein eigenständiges, sondern das eigentliche Leben sei, das eine neue Stufe der Wirklichkeit schaffe. Man wertet ihn daher als den Begründer eines Neu-Idealismus, obwohl sich Eucken gegen diesen Begriff gewehrt hätte. Ihm ging es um eine neuartige Verbindung von Natur, Geist und All in einem Prozeß, den er das „Beisichselbstsein des Lebens” nannte. In seiner Schrift Der Sinn und Wert des Lebens charakterisierte er die drei Schichten des Lebens folgendermaßen: „Über der Nützlichkeit und Zweckmäßigkeit der natürlichen und gesellschaftlichen Selbsterhaltung erhebt sich weltbauendes Schaffen und entwickelt Kraft wie Schönheit, über ihm aber liegt ein Reich weltüberlegener Innerlichkeit und weltüberwindender Liebe; der Weltanschauung nach neigt die erste Stufe, wenn nicht zum Materialismus, so doch zum Positivismus und Agnostizismus, die zweite zu einer pantheistischen Denkart und einer unpersönlichen Fassung des Geisteslebens, die dritte vertritt einen Theismus und gibt dem Geistesleben eine mehr persönliche Färbung. Nun kann das Ganze des Lebens nur gelingen, wenn diese verschiedenen Stufen in lebendiger Beziehung und Wechselwirkung bleiben und einander ergänzen, wenn die niederen zu den höheren weiterstreben und diese sich auf sie zurückbeziehen.”

...

Das Buch Mensch und Welt nannte Eucken sein systematisches Hauptwerk. Er schrieb diese „Philosophie des Lebens”, wie der Untertitel lautete, vor allem während des Ersten Weltkrieges.

...

Allerdings beginnt das Buch mit einem Paukenschlag. Die ersten Sätze lauten: „Die folgenden Untersuchungen gehen von der Überzeugung aus, daß wir uns heute in einer geistigen Krise befinden, wie sie in solcher Tiefe und Weite die Menschheit noch niemals erlebt hat ...

Die Menschheit - nicht alle einzelnen, wohl aber der Hauptzug des gemeinsamen Lebens - hat zuerst den Glauben an Gott verloren, dann den an eine der Welt innewohnende Vernunft, sie beginnt nun auch den an sich selbst und damit den letzten Halt zu verlieren; im Gesamtergebnis wäre damit das Leben einer völligen Leere und Sinnlosigkeit ausgeliefert.”

...

Eucken diagnostiziert also eine tiefgreifende Krise... vielmehr als eine übergreifende geistige Situation der modernen Menschheit. Bereits 1896 hatte er in Der Kampf um einen geistigen Lebensinhalt auf die wachsende Leere des Lebens hingewiesen. Und 1908 ging es ihm in Der Sinn und der Wert des Lebens um das gleiche Problem: um die Suche nach einer Sinngebung in einem deutlich entleerten Leben. In seinem Hauptwerk überprüft er nun die Geschichte der Menschheit nach bestimmten Lebensstufen, wobei er sich besonders mit der Antike, mit dem Christentum und der Neuzeit - hier vor allem mit der Aufklärung - befaßt. Er begreift diese Lebensstufen als widersprüchliche Entwicklungen vom mehr Materiellen zum mehr Ideellen, weist aber auch auf Rückschläge und gegensätzliche Trends hin. Geschichte ist so für ihn kein wirres Chaos, auch kein Tummelplatz „bloßmenschlicher Kräfte”; vielmehr ist sie „ihrem Lebensgehalt nach ... weniger Menschengeschichte als Geistesgeschichte, eine Geschichte der Eröffnung selbständigen Lebens auf dem Boden der Menschheit”.

Bereits der Titel des Buches weist auf die zentrale Achse aller Überlegungen hin: Es geht um die Suche nach einer inneren Verbindung des Menschen mit der Welt. Dabei begreift Eucken den Menschen zwar durchaus als Teil der Natur, lehnt jedoch eine Reduzierung auf das Naturwesen Mensch ab und setzt sich kritisch mit jeder Form von Naturalismus auseinander. Ebenso distanziert steht er aber auch einer Idealkultur gegenüber, in der der Mensch nur in seiner Subjektrolle gesehen wird. Eucken unterscheidet vielmehr zwischen niederen und höheren Formen des Lebens; er wendet sich gegen ein Verbleiben des Menschen in der Außenwelt, in einem bloßen Dasein und fordert ein Vordringen in die Innenwelt. Das aber setzt Tätigsein voraus. „Nicht grübelnde Reflexion, sondern nur Tat und Erfahrung kann das Leben weitertreiben, kann neue Kräfte erwecken, kann Weiterbildungen auch seines Gesamtstandes bewirken. Aus Feuer und Sturm des Lebenskampfes, nicht aus Entwerfung bloßer Bilder, geht echter Fortschritt hervor”, heißt es bei ihm.

Die zentrale Idee der Philosophie Euckens und damit auch seines Buches besteht darin, dem Leben eine ganz neue Dimension zu geben. "Das Leben ist das Urphänomen, in dem und von dem aus uns alles zugeht, was wir an Wirklichkeit kennen."

...

Dieses Lebensganze, dieses schaffende Leben - Eucken nennt es auch Urleben - stellt den Kern der Wirklichkeit dar. Es existiert im Menschen, geht aber über den Menschen hinaus. Dieses Leben gilt es durch geistige Arbeit zu erkennen, in seinem Wesen zu bestimmen und daraus die Forderungen an die Menschheit, an die Moral der Gegenwart abzuleiten.

http://www.luise-berlin.de/lesezei/blz00_04/text06.htm

 

Hier noch ein passendes Zitat zur 100-jährigen Wiederkehr der Prophesie Euckens aus der FAZ.net: [12]

Die nachdenkliche Stimmung, welche die Festtage und die Jahreswende mit sich bringen, treibt zu einem Blick in das eigene Innere und zu einer Erwägung, wie sich die vorhandene Kraft zu den Aufgaben stellt, welche die Zeitlage uns zwingend auferlegt.  Eine ungeheure Spannung ist dabei unverkennbar; es gab wohl kaum eine Zeit, die dem Menschen so schwere Aufgaben stellte.

Zunächst gilt es, den gewaltigen Weltkrieg befriedigend abzuschließen, dann aber, was fast noch schwieriger scheint, das Friedensleben wiederherzustellen und dabei seine großen Forderungen, im besonderen die nach mehr sozialer Ausgleichung und nach mehr Verwandlung unseres Staates in einen Staat des gesamtes Volks zu erfüllen, mit allem zusammen gilt es, ein neues Leben aufzubauen. Es ist das für uns um so schwieriger, weil wir uns auch abgesehen vom Kriege in einer großen Krise der Kultur befanden, in einer Krise, wie sie in dieser Ausdehnung kaum irgend welche andere Zeit kannte.

Denn die Bewegung des gemeinsamen Lebens hatte alte Formen bis zum Grund erschüttert, neue aber noch nicht zur Genüge herausgebildet und befestigt; so fehlte uns ein sicherer Halt, ein gemeinsames Lebensziel, zugleich aber auch ein innerer Zusammenhang miteinander. Wir konnten das zeitweilig immer zurückstellen, ja vergessen über den glänzenden Erfolgen und unaufhörlichen Fortschritten einer großartigen Arbeitskultur; aber mit allen Erfolgen bot diese Kultur dem Menschen als einen Ganzen wenig, sie ließ geistiges Schaffen großen Stils nicht gedeihen und genügte dem Menschen bei weitem nicht. Nun hat der Krieg mit all den Aufgaben, die aus ihm erwachsen, uns aus allem trägen Behagen und aller Selbstzufriedenheit aufgerüttelt und er hat uns die Schranken der bisherigen Art deutlich erkennen lassen. Zugleich treibt er uns zu mehr Befassung mit dem Ganzen unseres Lebens und Wesens, er treibt uns, unsere Kraft zu verstärken, um in den Stürmen der Zeit bestehen zu können. Es kann dabei kein Zweifel sein, daß in solcher Verwirklichung eine Hilfe uns nicht von draußen her, sondern nur aus uns selber kommen kann; so müssen wir mehr aus uns machen, das aber können wir nicht anders, als durch eine seelische Vertiefung, als durch ein Ergreifen und Beleben der Zusammenhänge, in denen unser Leben wurzelt.

Es gilt, dieses Leben mehr auf sich selbst zu stellen, es ursprünglicher zu gestalten, es von innen heraus zu einer Welt zu erweitern und ihm damit einen wesentlichen Inhalt zu geben. Untrennbar damit verbunden ist das Verlangen nach mehr Freiheit, Freiheit nicht bloß im verneinenden Sinne, als Unabhängigkeit nach außen hin, sondern auch im bejahenden, als Selbstständigkeit von innen heraus, als eigenes Mitwirken an schaffendem Leben; eine derartige Freiheit haben wir ebensowohl auf politischem und nationalem, als auch auf geistigem Gebiet zu erstreben. Auf dem letzteren bedeutet sie, daß unser Wirken und Schaffen nicht um fremder Zwecke willen und nicht an erster Stelle wegen des Erfolges und Beifalls bei den Menschen, sondern aus innerer Notwendigkeit und wegen der Hebung und Erweiterung unseres eigenen Wesens erfolge. Darin bieten uns eben die Helden des deutschen Geisteslebens leuchte Vorbilder dar. So wollte ein Luther in der Religion nicht eine bloße Rettung vor drohenden Strafen, sondern eine innere Gemeinschaft der Seele mit dem höchsten Wesen erreichen, das aber erstrebte er mit solcher Glut und Wucht der ganzen Seele, daß er eine Freiheit vor aller menschlichen Bindung gewann und einen Kampf gegen die ganze Welt getrosten Muts aufnehmen konnte.

 

Und nun meine Kontrast-Analyse dazu. Eucken und Spengler veröffentlichten ihre Werke etwa zur selben Zeit. Während Spengler hauptsächlich für seine Untergangs-Szenarien des Abendlandes bekannt ist, suchte Eucken einen Ansatz zur Re-Vitalisierung des Geistigen, und daher galt er auch als (Versuch zur) Begründung eines Neu-Idealismus. D.h. er versuchte, dem Geistigen wieder eine Priorität gegenüber dem Materialismus einzuräumen. Da er dies hauptsächlich im Bereich der christlichen Religion suchte, ist sein Ansatz aus der ent-göttlichten Geschichte der Philosophie ausgeschieden. Er hatte den Faktor des Pneuma (nach Korvin-Krasinski) nicht verstanden. Und leider enthält sein Werk keinerlei Versuch einer Systematik, und fällt damit deutlich hinter seinem Vorgänger Hegel zurück. Auch in dem Vergleich mit der sprachlichen und konzeptuellen Brillianz Spenglers, wirkt Euckens Werk eher uninspirierend, es fehlt ihm völlig der Esprit, (Espiritu Sanctu) der poiaetische Grundgedanke, der das Eigentliche der Selbst-Überwindung (nach Sloterdijk DMDL) ist. Sein Kapitel "Die Grösse und Probleme der christlichen Lebensordnung" könnte interessanterweise gegen Sloterdijks "Eifer" kontrast-gelesen werden.

Die Noologie als autochthones Denk- und Reflexions-System

In der hier definierten Form ist die Noologie aber ein eigenständiges (autochthones)[13] Denk- und Reflexions-System.[14] Es gibt einige Unterschiede, wie die Noologie bestimmte Schlüsselbegriffe der akademischen Schul-Philosophie definiert und gebraucht.

1) Erstens ist da die andersartige Ontologie, die in der Noologie triadisch ist.

2) Zweitens ist es der andersartige Logos, der in der Noologie thymotisch und feuerartig ist (nach Heraklit).

3) Drittens folgt die Noologie etwas anderen Denk-Konventionen als die akademische Philosophie.

 

Als "Was" kann man die Noologie dann bezeichnen? Wir können sie eine XYZ-Anthropologie nennen, und für XYZ wahlweise oder zusammen einsetzen: philosophisch (angehauchte), morphologische, (selbst-) reflexionstheoretische, poiaetische Anthropologie. Das Hauptthema der Noologie ist die conditio humana, und die Überwindung der dualistischen Spaltung von Geist (Logos) und Seele (Psychae).

Die wesentlichen inhaltlichen Themen der Noologie III

Das sehr ausführliche Inhaltsverzeichnis listet die einzelnen Unterthemen in einem hohen Detailgrad. Die einzelnen Abschnitte, die unter den Einträgen des Inhaltsverzeichnisses stehen, sind meist relativ kurz, und können auch als Abstracts gelesen werden, bzw. sie haben einen Abstract unter dem Haupt-Titel des Abschnitts. Daher können wir die Einleitung kurz halten, und nur stichwortartig erwähnen, worum es in diesem Buch geht. Die wesentlichen Teilbereiche der Noologie sind den verschiedenen Kapiteln zugeordnet.

 

Kapitel 1 ist kein richtiges Kapitel, sondern enthält nur die Einleitungen.

 

Kapitel 2: Die philosophischen Denk-Struktur-Systeme der Noologie

Hier finden sich alle wichtigen Begriffe und Methoden der Noologie. Teilweise werden hier die Texte aus Noologie I und II wiederholt, um sie komplett in den neuen Kontext einzufügen. Ein wesentlicher neuer Faktor ist die Diamant-Metapher, die den besonderen Aspekt der Reflexions-Theorie der Noologie darstellt. Die Diamant-Metapher besagt, dass Gedankensysteme sich in sich brechen können, wie Licht sich in einem Diamant bricht. Das Brechungs-Phänomen der Gedanken wird weitergeführt in der hermeneutischen Fraktal-Metapher. Denn in sich gebrochene Gedankensysteme haben eine Selbstähnlichkeit, die den mathematischen Fraktalen ähnelt. Dies ist auch das Thema von Implikation (Zusammenfalten) und Explikation (Auseinanderfalten). Ein Gedanke wird durch seine Unter-Gedanken expliziert (auseinander gefaltet), und durch seine Über-Gedanken impliziert (zusammen gefaltet). Das Funkeln eines Diamanten ist eine metaphorische Darstellung für das Funkeln eines gut geschliffenen und gut gebrochenen Gedankenkomplexes. Ein weiteres, etwas spekulativeres Thema der Noologie wird mit den Stichworten "Gedanken-Quanten-Verschränkung" und "Stoichea" umrissen. Weiterhin behandelt das Kapitel einige philosophie-theoretische Erörterungen zur strukturellen Begründung und zur Abgrenzung der Noologie von der konventionellen akademischen Philosophie und den positiven Wissenschaften. Dies sind insbesondere die Unterkapitel: "Die Terminologie der Noologie", "Die Triadik der Noologie", "Die SEMiosphäre und die Semiotik", und "Die Strukturtheorie der SEMiosphäre". Das wesentliche Material in diesen Abschnitten ist eine Re-Formulierung von Noologie II.[15]

 

Kapitel 3: Die Ausarbeitung der Kultur-Mythen-Analyse der Noologie.

Der eigentliche Begriff ist: Die Ethno- {Thymos- Eros- Phobos- Logos-} Analyse der Noologie. Zur Abkürzung wird dies auch unter den Begriffen Ethno-Mythos-Analyse und Mythologie-Analyse geführt. Hier wird mit Hilfe des Thymos-Begriffs von Sloterdijk eine Neuformulierung der menschlichen kollektiven Psychosphäre unternommen. Die Mythologie ist ein sehr weit gefasster und dehnbarer Begriff, der alles umfasst, was sich nicht direkt unter dem wissenschaftlichen und philosophischen Konzept der positiv(istisch)en Wahrheit (Alaetheia) unterordnen lassen kann. Unter anderem ist dies: Desinformation, Ideologie, Religion, Political Correctness, Prophesie, Märchen, Aberglaube, Esoterik und noch vieles mehr. Die Mythologie ist sozusagen die dunkle Schwester der Wahrheit. Die Ethno- {Thymo- Eroto- Phobo- Logo‑} Analyse ist sozusagen der Nutzlast-Teil der Noologie. Hier gehe ich in die "Dirty Details".

 

Spoiler Alert! Allerdings, ich muss hier eine ernsthafte Warnung aussprechen: Da werden auch ziemlich knallharte "politically incorrecte" Sachen behandelt, die nichts für empfindliche (oder leicht beleidigte) Gemüter sind! Jedes Weiterlesen dort ist strikt auf eigene Verantwortung! Ich übernehme keinerlei Haftung für: Entgleiste Selbstwert-, Nichtsnutzwert-, Moral-, Intoleranz-, und sonstwie Unpassend- Gefühle!

 

In Kapitel 4 werden einige Beispiele der Methode der Ethno- {Thymo- Eroto- Phobo-} Analyse der Noologie dargestellt. Das Inhaltsverzeichnis listet die verschiedenen behandelten Themenbereiche.

 

Appendix I. Hier gibt es noch ein paar Exkurse zu Diskussionen aus dem Hauptteil, die den Kontext der dortigen Diskussionen zu sehr aufblähen würden, und die deshalb in die Appendices verlegt wurden. Dies sind insbesondere die Aspekte der gewaltigen kultur-technologischen Kräfte von Agon, dem Kampf der Elemente und der Völker, der Ethnoi. Das war ein Zentralthema von Spenglers Dissertation.

 

Appendix II. Einige Exzerpte aus früheren Schriften der Noologie.

 

Appendix III. Dies behandelt die Computer- und Hypertext- Denk-Technologie, bzw. das Wissens-Management der Noologie. Da das ein eher technischer Teil ist, der nicht in den Kontext der obigen Themen passt, ist er in den Appendix ausgegliedert.

 

Appendix IV. Enthält eine Ausarbeitung der Semaiophonischen Rhizome des Archaischen Griechisch, von Hesiodos, Parmenides, und Platon's Kratylos.

Die neuen Aspekte von Noologie III

Das vorliegende Buch ist Band III der Noologie-Serie. Die Noologie hat seit ihrer Erstfassung in den 1990er Jahren immer wieder neue Facetten hinzubekomen, im Sinne der Diamantschliff-Metapher und der permanenten selbst-reflexiven Veränderung. Dies lässt sich auch in den verschiedenen Bänden nachvollziehen, die jeweils verschiedene Themenschwerpunkte haben. Der vorliegende Band III setzt auf die vorhergehenden Bände I und II auf, ergänzt diese, und führt neue Punkte ein, die in den früheren Bänden noch nicht entwickelt worden sind. Insofern ist die Noologie eine Fortsetzungs- und Entwicklungs-Geschichte. (Etwa im Sinne des alt-deutschen Bildungs-Romans). Die wichtigsten neu entwickelten Konzepte in dem vorliegenden Band sind: In Kapitel 2, die Diamant-Metapher und das fraktale hermeneutische Denksystem. In Kapitel 3, die Neuentwicklung der {Thymos – Eros – Phobos – Logos‑} Analyse.

Die Unterschiede zur akademischen Philosophie

In der akademischen Philosophie ist es unüblich, etwas aus der Wikipedia oder aus anderen WWW-Quellen zu zitieren, denn das würde dem Ewigkeits-Anspruch der Philosophie widersprechen. Denn viele WWW-Links sind schon nach ein paar Jahren wieder verschwunden. Weiterhin ist es bei Philosophen unüblich, andere Philosophen wörtlich, in längeren Passagen zu zitieren. Da es im akademischen Philosophie-Geschäft um "Originalität um jeden Preis" geht, muss ein "ordentlicher" Philosoph ein Zitat immer in umschreibenden und zusammenfassenden Worten machen. Das alles macht die Noologie auf ihre eigene Weise. Man soll die Original-Worte der Philosophen lesen können, so wie sie gedacht und geschrieben wurden. Denn wir üben[16] uns hier in der dialogischen Methode der Noologie: Es entsteht ein virtueller Dialog der Noologie mit den schon lange verstorbenen Vorgängern und Vordenkern, den aussergewöhnlichen Menschen, die vor 50, 100, 500, oder 2500 oder 5000 Jahren etwas besonderes gewusst und gedacht haben.[17] Die Noologie bezieht sich daher auch nicht auf philosophische Wurzeln, sondern kennt lediglich geistesgeschichtlich verwandte Denkansätze, mit denen "Wir" in Dialog treten. Diese sind in der Philosophie: Heraklitos und Anaximandros, Giordano Bruno, Spinoza, Schopenhauer, Nietzsche, Spengler, Gotthard Günther, Heidegger und Peter Sloterdijk. In der Semiotik sind Peirce und Umberto Eco zu nennen. In der Kultur-Anthropologie und der Mythen-Forschung sind das Adolf Bastian, Leo Frobenius, Joseph Campbell, und Hertha v. Dechend.

Die Hypertext-Navigation

Das Buch ist gleichzeitig als Druckversion (diadenk.pdf) wie auch als WWW-Hypertext (diadenk.htm) konzipiert. Deshalb ist es empfehlenswert, sowohl die Druckversion als auch die WWW-Version gleichzeitig zu benutzen. Man kann die einzelnen Teile des Buches auch für sich lesen, und man kann nach Belieben irgendwo einsteigen, und sich dann über den Hypertext in andere Bereiche leiten lassen. Dazu lässt sich im Browser entweder die Text-Suchfunktion benutzen, oder die Google-Suche. Man kann über Google in der Noologie jedes beliebige Schlüsselwort auffinden lassen, das ich in allen Schriften der Noologie gebraucht habe. Ein Beispiel:

"Inter-Ligenz" site:http://www.noologie.de

Google wird Sie dann auf alle Stellen bringen, wo das Wort vorkommt. U.a.:

http://www.noologie.de/noob01.htm#Heading11

 

Das Hypertext-System der Noologie ist auch etwas anders strukturiert als ein konventionelles Buch. Die beste Navigationsmöglichkeit ist immer noch das Inhaltsverzeichnis, das in der WWW-Hypertext-Version direkte Einsprungmöglichkeiten in die entsprechenden Text-Segmente (ehemals Kapitel) bietet. Das Hypertext-System der Noologie ist so ähnlich konzipiert wie der jüdische Talmud. Es ist ein dialogisches / dialektisches System von Fussnoten zu Fussnoten, und der oberflächlich vorliegende Text ist nur eine Art Abstract. Anderswo wird dieses Konzept auch als "pyramidales Buch" bezeichnet. Daher, wer etwas über die tieferen Zusammenhänge wissen will, kann in den Fussnoten bzw. Hyperlinks nachsehen.[18] In der Noologie wird die unendliche in-sich-selbst- Brechung der Gedanken mit dem technischen Mittel des Hypertext realisiert. Indem nämlich jeder Gedanke durch einen Hypertext-Link repräsentiert wird, verweisen die darunter folgenden weiteren Hypertext-Links in das Gesamt-Universum des menschlichen Denkens, das heute auf dem WWW sozusagen "aufgehoben" ist. Die WWW-Version liegt unter:

http://www.noologie.de/diadenk.htm

 

Die philosophischen Grundlagen der Noologie

Die Noo-Logie, wie ich sie verstehe, bedeutet das selbst-reflexive Denken über das Denken, und das Denken über die Existenz als Ganzes, das Dasein, und das Sein.[19] Der Logos ist hier der Aspekt der Stringenten, Systematischen Logik, der Nous ist Aspekt der Imaginativen Vernunft, die so ähnlich auch bei Spengler gebraucht wurde: "Die Morphologie des Organischen, der Geschichte und des Lebens, alles dessen, was Richtung und Schicksal in sich trägt, heisst Physiognomik." (Spengler 1980, 135). Diese Programmatik folgt der Anweisung, die auf dem Tor-Bogen[20] des Apollon- Tempels von Delphi stand: Gnothi se auton.[21] Manchmal wird dies auch Reflexionstheorie genannt. Dazu erinnern wir an Hegels Darstellung in der Enzyklopädie (Hegel 1969, p. 311):

"Die Erkenntnis des Geistes ist die konkreteste, darum höchste und schwerste. Erkenne dich selbst, dies absolute Gebot hat... die Bedeutung der Erkenntnis des Wahrhaften des Menschen, wie des Wahrhaften an und für sich, - des Wesens selbst als Geistes."

Die Subjektive und die Objektive Selbst-Reflexion

Gotthard Günther beschreibt uns in GRDZ (31-32),[22] dass Hegel die Subjektive und die Objektive Selbst-Reflexion unterschieden hat, aber auf ungewöhnliche Weise:

"... und nennen konsequent das Äußerliche und das aufs Äußerliche gerichtete Moment des Denkens 'objektiv'. "Subjektiv" hingegen ist für uns immer das Innerliche selbst und außerdem diejenigen Momente des Denkens, die Innerliches meinen. Niemals aber, vor allen Dingen, gebrauchen wir den Begriff 'objektiv' im Sinne von "allgemeingültig", und "subjektiv" im Sinne von "nicht-allgemeingültig". Sprechen wir von subjektivistischem und objektivistischem Denken, so heißt das, dass das Denken einmal das, was es denkt, als Sinn, das zweite Mal aber als außer ihm Existierendes denkt. Jeder Denkinhalt kann somit sowohl subjektivistisch als auch objektivistisch gedacht werden. Um das an einem Beispiel zu erläutern: Der Denkinhalt «Sein» bedeutet objektivistisch gedacht: Seiendes, das außerhalb des Denkens existiert. Subjektivistisch gedacht bedeutet aber derselbe Denkinhalt: Sinn des Seins. Richtet sich aber das Denken auf etwas, was (seiner eigenen Meinung nach) außerhalb von ihm selber liegt, so nennen wir es objektivistisch. Richtet sich das Denken aber auf den Sinn seiner eigenen Denkinhalte, so nennen wir es subjektivistisches Denken. ... so haben wir alles Nötige vorausgeschickt und können an unsere Untersuchung selbst gehen, und den Ansatz zu einem neuen Begriff des Denkens, wie er der Logik Hegels zugrunde liegt, selbst analysieren. Die endgültige Frucht dieser Analyse soll sein: zu zeigen, dass die tiefste und universalste Theorie des Denkens, die in der Geschichte der abendländischen Logik zu finden ist, auf einer genialen Erweiterung des traditionellen logischen Formbegriffes des Denkens durch die Philosophie Hegels beruht."

 

In der Noologie ergibt sich ebenfalls eine Subjektive und eine Objektive Selbst-Reflexion. Die Subjektive Selbst-Reflexion aber verändert das Denken des Denkers fortdauernd und permanent. [23] Und deshalb ist die Noologie auch eine Reise in die Grenz- und Rand-Bereiche des Denkens. Denn wie in der Odyssee, kommt man meist nicht da an, wo man eigentlich hin wollte, sondern man landet an allerhand unbekannten und un-geahnten Gestaden, bevölkert von seltsamen Wesen, von denen wir noch gar nichts geahnt hatten. Nietzsche hat das wie so oft, treffend ausgedrückt. (Aus Götzen-Dämmerung - Moral als Widernatur):[24]

 

"Erwägen wir endlich noch, welche Naivetät es überhaupt ist, zu sagen "so und so sollte der Mensch sein!" Die Wirklichkeit zeigt uns einen entzückenden Reichthum der Typen, die Üppigkeit eines verschwenderischen Formenspiels und -Wechsels: und irgend ein armseliger Eckensteher von Moralist sagt dazu: "nein! der Mensch sollte anders sein"? ... Er weiss es sogar, wie er sein sollte, dieser Schlucker und Mucker, er malt sich an die Wand und sagt dazu ecce homo!" ... Aber selbst wenn der Moralist sich bloss an den Einzelnen wendet und zu ihm sagt: "so und so solltest du sein!" hört er nicht auf, sich lächerlich zu machen. Der Einzelne ist ein Stück fatum, von Vorne und von Hinten, ein Gesetz mehr, eine Nothwendigkeit mehr für Alles, was kommt und sein wird. Zu ihm sagen "ändere dich" heisst verlangen, dass Alles sich ändert, sogar rückwärts noch" ...

Wenn sich die Selbst- Reflexive- Gedanken- Verschränkung einmal in Bewegung gesetzt hat, dann ändert sich Alles, sogar rückwärts noch, und zwar in jedem Augen-Blick.

Was heisst Noologie?

Nietzsche: "Das Wiederfinden dessen, was der Mensch in die Dinge gesteckt hat,
heißt sich Wissenschaft."[25]

 

Das heissen der Noologie folgt den Denk-Spuren von Heidegger in seinem Spät-Werk "Was heisst Denken?" (WHD),[26] es ist ein spezieller Gebrauch des Wortes "heissen", den er dort er-örtert. Das "Heissen" be-inhaltet nämlich eine triadische sprachliche Vexier-Logik: [27] Denn es kann heissen:

1) Sich so & so Be-Nennen (lassen).

2) Etwas Ver-Heissen, im Sinne von Prophezeihen oder An- / Ver-Kündigen

3) Etwas Ge-Heissen, im Sinne von Befehlen (z.B. auf Geheiss vom Meister selber).

 

Das Wort Noologie wird im konventionellen philosophischen Sprachgebrauch recht selten gebraucht.[28] Deshalb erlaubt es eine relativ grosse gestalterische Freiheit, seine Bedeutung entsprechend den hier dargelegten Intentionen formen, ohne viele Diskussionen der Abgrenzung zu anderen, philosophisch schon stärker ab- ge- griffenen Termen zu führen (wie Sinn, Sein, Geist, Form, Inhalt, Wesen, Idee, Begriff, Denken, etc.). Ich folge hierin der Denk-Programmatik von Hegel (1986, p. 72-73, Einleitung):

Hegel (1986, p. 72-73) "... der ernsthafte Eifer um Wahrheit und Wissenschaft ...

nämlich mit dem Vorsatze, in der Wissenschaft auf die Autorität sich den Gedanken anderer nicht zu ergeben, sondern alles selbst zu prüfen und nur der eigenen Überzeugung zu folgen, oder besser noch, alles selbst zu produzieren und nur die eigne Tat für das Wahre zu halten. "

Der Heraklitische Logos

Ich habe eine ganz bestimmte Vor-Stellung von dem Logos, nämlich den Heraklitischen Logos, welcher ein ganz anderer ist, als der konventionelle westlich-philosophische akademische platonisch-inspirierte schul-philosophische Logos.[29] Denn dieser Logos ist der Herrscher über die ewige, starre, tote Platonische Welt der Idea, und der ist wiederum in der christlichen Nach-Dichtung des Panto-Krator's[30] der Herrscher über das ewige, starre, tote theologische Himmelreich des Yahwe. Man kann sagen, der Heraklitische Logos ist ein dynamischer, feuriger, thymotischer Logos.[31] Da die Begriffe (Noos/Nous und Logos) zwar ähnlich, aber nicht (ganz) gleich sind, so sind sie homoio-ousia, aber nicht homo-ousia. Es ist der Sinn im Sinne von Sinnend, der Sehenden Sinnenden, die Sind.[32] Siehe dazu, Wagners Lied der Erda (der Erde oder der Gaia oder der Mnaemo-Synae), das in einem späteren Kapitel wieder angesprochen wird.

Siehe: Richard Wagner: Ein Meister des {Thymos- Eros- Phobos-} Komplexes

 

Mein Schlaf ist Träumen.

mein Träumen Sinnen,

mein Sinnen Walten des Wissens.

Doch wenn ich schlafe,

wachen Nornen:

sie weben das Seil

und spinnen fromm, was ich weiß.

 

Die Wahl der Begriffe Noos und Logos basiert auf der Überlieferung der Schrift des Parmenides (Frag. VI), und der Interpretation, die Heidegger dazu gegeben hat. Hier die wichtigen Zitate:

Heidegger, WHD, 105: "chrae to légein te noein t' eon emmenai.

Nötig ist zu sagen und zu denken, dass das Seiende ist."

Heidegger, WHD, 128: "Das Gefüge von légein und noeín ist der Grundzug des Denkens, das sich hier ins Wesen regt. Das Denken ist demnach kein Greifen, weder ein Zugriff auf das Vorliegende, noch ein Angriff dagegen... Das Denken ist kein Be-greifen. In der hohen Frühe seiner Wesens-entfaltung kennt das Denken noch nicht den Begriff."

Heidegger: WHD, 127: Die Verkoppelung von légein und noeín als Aussagen und als Vernunft schlägt sich in dem nieder, was die Römer die ratio nennen. Das Denken erscheint als das Rationale. [AG: Der Logos ist die Ratio]. Ratio stammt vom Zeitwort reor. Reor besagt: etwas für etwas nehmen: noeín; dies ist zugleich: etwas als etwas darlegen: légein. Die Ratio wird zur Vernunft. Über sie handelt die Logik. ...

[AG: Es wäre hier besser zu sagen, der Verstand.]

In der ratio verschwindet jedoch das ursprüngliche Wesen von légein und noeín. Mit dem Aufkommen der Herrschaft der ratio kehren sich alle Verhältnisse um. Denn jetzt erklären die mittelalterliche und die neuzeitliche Philosophie das griechische Wesen von légein und noeín, von logos und nous aus ihrem Begriff der ratio her. Diese Erklärung klärt jedoch nicht mehr auf, sondern sie verdunkelt. Die Aufklärung verfinstert die Wesensherkunft des Denkens. Sie sperrt überhaupt jeden Weg in das Denken der Griechen ab. ...

[Die] Frage: Was heisst Denken? ...

Von dieser verborgenen Frage entfernt sich die Philosophie am meisten, wenn sie auf den Gedanken gebracht wird, das Denken müsse mit dem Zweifeln beginnen.

 

"Das Denken müsse mit dem Zweifeln beginnen" bezieht sich auf Descartes (cogito ergo sum), und so sind es m.E. diese beiden, Augustinus und Descartes, die grossen Denker, die das abendländische Denken auf seine Ab- und Holz-Wege gebracht haben.[33]

 

CARTESIAN, adj.

Relating to Descartes, a famous philosopher, author of the celebrated dictum, Cogito ergo sum -- whereby he was pleased to suppose he demonstrated the reality of human existence. The dictum might be improved, however, thus: Cogito cogito ergo cogito sum -- "I think that I think, therefore I think that I am;" as close an approach to certainty as any philosopher has yet made.

                                                                                                      (Ambrose Bierce)

 

Descartes: Cogito Ergo sum.

 

AD: Coito Ergo sum.[34]

 

I drink, therefore I am

                                                                                                                              (Monty Python.)[35]

Every Sperm is Sacred

                                                                                                                            (Monty Python.)[36]

 

Der Begriff Noo-Logie kann auch ausgedrückt werden, im Sinne einer selbst-referentiellen, rekursiven Program­mier-Methodik. Das bedeutet ungefähr: Inhalts-leere[37] Selbst-Reflexion von Noos auf sich selber, unter den Bedingungen des Logos.[38] Das ist keine Primitiv-Rekursion, wie sie etwa entsteht, wenn man einen Fernseh-Monitor mit einer Kamera abfilmt und dann das Phänomen des unendlichen Regress erhält.[39] / [40] In der Informatik ist Rekursion ein gängiges Instrument der Programmier-Praxis, und bedeutet, dass eine Funktion sich selbst aufruft. Damit das auch funktioniert, muss der Programmierer eine Abbruch-Bedingung für die Rekursion definieren, da auf einem Computer Nichts Unendlich ist.[41]

Die Analogie von Licht und Geist

Ich wiederhole zur Vorsicht wieder meinen Aphorismus über den Geist: Überall, wo das Wort Geist vorkommt, sollte man lesen: Es Geistert. Einen Geist gibt es nicht, ebenso wie es keine Gespenster gibt. Das sind alles nur Hirn-Gespinste. Der Geist ist ein typisches Beispiel für Whitehead's "fallacy of misplaced concreteness". Die Noologie ist das Projekt der Austreibung des Geistes durch den Geist Selber.[42]

 

In der Ideen- Theologie- und Mythologie- Geschichte der Menschheit finden sich viele Analogien und Metaphern von Geist und Licht, z.B. bei Platon.[43] Viele Gottesvorstellungen der Antike bezogen sich auf das Licht: Der ägyptische Echnaton- Aton-Kult, die parsische Feuer-Religion, sowie die Mithras-Religion des "Sol Invictus". Besonders der abrahamitische Kulturkreis hat das "Göttliche des Lichts" zum Zentralthema gemacht. Dies wird auch unter dem Begriff Licht-Metaphysik behandelt.[44] Im Islam ist das vielleicht noch am stärksten ausgeprägt. Denn Noor, oder Nuur, ist ein Zentralbegriff des Göttlichen.[45] In Sloterdijk's "Sphären" finden sich dazu ebenfalls ausführliche Diskussionen, etwa in "Globen": "Deus sive sphaera", Kap. 5.[46] Ich nehme hier für die Noologie ebenfalls einige Anleihen bei Licht- und Augen-Metaphern. Die bio/technischen Erfordernisse zur Orientierung mit Hilfe von Licht erfordern bei allen Organismen eine prinzipiell ähnliche Ausstattung mit funktional äquivalenten Licht-durchlässigen, Licht-brechenden, und Licht-rezeptiven Organ-Teilen, die in allen Tier-Augen notwendigerweise vorhanden sein müssen.[47] Diese Analogie lässt sich ohne weiteres auch auf die Brechungsformen des Geistes in der Entwicklung der Selbst-reflexiven Reflexion übertragen. So wird es das Ensemble von Geist-durchlässigen, Geist-brechenden, und Geist-rezeptiven Anteilen, des Geistes selber. Wenn (en archae / ex archaes) nichts da ist ausser Geist selber, muss er sich diese seine Komponenten aus sich selbst erschaffen. Das ist die Genese des Geistes in all (ihren/seinen) Erscheinungen.[48] Hegel formuliert dieses Prinzip in immer neuen Variationen in der Phänomenologie, so in der Vorrede und dem Absatz über die offenbare Religion. Hegel 1986, p. 28-29:

 

"Dies An-und-für-sich-sein aber ist es erst für uns oder an sich, oder es ist die geistige Substanz. Es muß dies auch für sich selbst - muß das Wissen von dem Geistigen und das Wissen von sich als dem Geiste sein; das heißt, es muß sich als Gegenstand sein, aber ebenso unmittelbar als vermittelter, das heißt aufgehobener,[49] in sich reflektierter Gegenstand. Er ist für sich nur für uns, insofern sein geistiger Inhalt durch ihn selbst erzeugt ist; insofern er aber auch für sich selbst für sich ist, so ist dieses Selbsterzeugen, der reine Begriff, ihm zugleich das gegenständliche Element, worin er sein Dasein hat; und er ist auf diese Weise in seinem Dasein für sich selbst in sich reflektierter Gegenstand. - Der Geist, der sich so als Geist weiß, ist die Wissenschaft. Sie ist seine Wirklichkeit und das Reich, das er sich in seinem eigenen Elemente erbaut."

 

Ebenso bei Hegel (1986, p. 552, die offenbare Religion):

"Denn der Geist ist das Wesen seiner selbst in seiner Entäusserung; das Wesen, das die Bewegung ist, in seinem Anderssein die Gleichheit mit sich selbst zu behalten. Dies aber ist die Substanz, insofern sie in ihrer Akzidentalität ebenso in sich reflektiert, nicht dagegen als gegen ein Unwesentliches und somit in einem Fremden sich Befindendes gleichgültig, sondern darin in sich, d.h. insofern sie Subjekt oder Selbst ist. - In dieser Religion ist deswegen das göttliche Wesen geoffenbart. Sein Offenbarsein besteht offenbar darin, dass gewusst wird, was es ist."

 

Getreu der oben zitierten Denk-Programmatik Hegels zitiere ich andere Philosophen lediglich, um strukturelle Ähnlichkeiten oder Analogien zu markieren. Wie ich weiter unten ausführe, ist das auch eine Thematik der Reflexion von Sich auf Andere (Gotthard Günther)[50]. Im Sinne (des Sinnens) einer Genealogie des Denkens soll das nicht auf eine Abstammung hinweisen, sondern auf eine Form-Ähnlichkeit, die sich aufgrund einer inneren Eigen-Dynamik und Eigen-Gesetzlichkeit (zwingend) ergibt. Bei einer Selbstbetrachtung / Selbst-Spiegelung des Denkens kommt man um gewisse strukturelle Ähnlichkeiten mit Hegel nicht herum, aber das sagt nichts aus über eine Verwandtschaft im Sinne von Abstammung.

Die Diamant-Metapher der Noologie

Die Analogie von Licht und Geist kann man noch einen Schritt weitertragen, zu der Diamant-Metapher der Noologie. Diese wurde aus folgenden Gründen gewählt. Erstens, weil der Diamant ein optisch so aussergewöhnliches Material ist.[51] Zweitens, weil er das härteste ist. Der Diamant-Weg der Noologie ist somit auch der härteste Übungsweg im Sinne von Sloterdijks DMDL. Ein weiteres, eher zufälliges Thema der Diamant-Metapher ist der Kontrapunkt zu Sloterdijks "Sphären". Wenn die Sphären das rundeste Denk-Ding im menschlichen Gedanken-Kόsmos[52] sind, so sind Diamanten das eckigste. Denn die hohe Kunst des Diamanten-Schleifens[53] besteht darin, dem Stein so viele Ecken und Kanten wie möglich zuzufügen. Die besondere optische Eigenschaft des Diamanten basiert darauf, dass er (fast) nicht mit Licht interagiert (also seine extrem hohe Transparenz) und der extrem hohe Refraktionsindex, der bei 2.419 liegt.[54] Diese Kombination ist eine Ausnahme gegenüber aller sonst noch bekannten Materie. Wasser und Glas sind zwar auch transparent, aber haben einen wesentlich geringeren Refraktionsindex, zwischen 1,3 und 1,5. Betrachten wir nun einen absolut klaren, lupenreinen, geschliffenen Diamanten, einen Brillianten. In seinen Tausenden von Facetten bricht und spiegelt sich das Licht in unzähligen unendlich bunten Reflexen. Das Phänomen dahinter ist die Reflexion / Refraktion und Interferenz des Lichts. Der Diamant selber ist völlig klar, durchsichtig, transparent, und völlig unbeeinflusst von dem ihn durchfliessenden Licht. Für den Diamanten ist das Licht Nichts, er ist völlig Licht-leer. Er ist ein absolut reines Kristallgitter. Und für das Licht scheint völlig er Materie-leer zu sein, beinahe ein absolutes Nichts. In normaler Materie würde sich das Licht irgendwo absorbieren, und damit sich verlieren, und den entsprechenden Materiepunkt entweder erwärmen oder zu einem Farbpunkt werden lassen.

 

Nehmen wir nun einen grossen Opal. Auch hier sehen wir Lichtbrechungen in unzähligen unendlich bunten Reflexen. Aber der Opal ist praktisch undurchsichtig, milchig, und das Prinzip der Erzeugung der Farben ist ein etwas anderes: Es ist die Interferenz des Lichts in Nano-Schichten. Einen ähnlichen Effekt sehen wir bei bestimmten Schmetterlingsflügeln der Gattung Schillerfalter oder Morpho. Auch hier ist es die Interferenz, oder Wellenbrechung des Lichtes, die die schillernden Farben erzeugt.

 

Neben seinen optischen Eigenschaften ist der Diamant das härteste Mineral des Universums,[55] aufgrund seiner perfekten Tetraeder-Kristallstruktur mit dreiecksförmigen Seiten. Der Tetraeder ist der erste und der einfachste der Platonischen Körper, d.h. es ist die erste mögliche 3-d Struktur. Deshalb stand er auch in der Heiligen Geomtrie und im Timaios an erster Stelle.[56] Kepler hat in "Mysterium Cosmographicum" sogar ein Modell der Planetenbahnen aus den in­einander­geschachtelten Platonischen Körpern konstruiert.[57] Kant verwendete in seinen mathematischen Betrachtungen ebenfalls das Bild des Diamanten als Metapher.[58] Dreiecke sind, wie wir aus der Geometrie wissen, un-ver-rückbare Figuren, und Tetraeder sind das un-ver-rückbare 3-D Körper- Pendant dazu.[59] Die Un-ver-Rückbarkeit übersetzt sich physikalisch in Unvergänglichkeit. So ist der Diamant auch die im physikalischen Universum perfekteste Manifestation der Ewigkeit. D.h. ein Diamant, der heute existiert, wird bis ans Ende des Universums weiter bestehen bleiben.[60] Im Alt-Griechischen heisst das: A-Tropos,[61] im Gegen-Satz zu En-Tropos, oder En-Tropie.[62]

 

Die Diamant-Metapher ist hilfreich, damit wir uns vorstellen können, dass Gedankensysteme sich genauso brechen können wie das Licht. Das Kristallgitter des Diamanten ist metaphorisch der Logos-Anteil der Brechung, nämlich die Ausrichtung an einem un-verwindbaren (a-tropos) harten Gitter. Die Kunst der Diamantenschleifer ist es, die Schliffe so am Kristallgitter auszurichten, dass sie die höchst mögliche Kombinatorik von Brechungs-Komplexen erzeugen. Die völlige Leere ist das Thema der Shunyata-Philosophie des Nagarjuna und der Kenogrammatik (Keno-Grammatik) von Gotthard Günther.[63] Shunyata (skr.) und Keno(ma/s) (griech.) heissen beide: (völlige) Leere. Nun sind beide Philosophie-Systeme nicht einfach "Nichts" sondern Struktursysteme von Nichts. Gotthard Günther nennt sein System auch Reflexionstheorie, weil es sich um die Brechung des Bewusstseins in verschiedenen Ich- und Nicht-Ich Facetten handelt. Also: Gedankensysteme können sich umso besser und einfacher brechen, wenn sie sich in "Nichts" brechen können. Diese Brechung ist besser als in irgendwelchen schon vorhandenen Bedeutungen und Inhalten oder Lehrmeinungen und Dogmen.[64] Denn dann Verbiegen sich die Gedanken eher, und so etwas nennt man Tropistik, Sophistik, Eel Wriggling, etc. So ist die höchst mögliche Kombinatorik von Begriffs-Brechungs-Komplexen ebenso die Kunst der Begriffs-Systeme-Schleifer wie analog die Licht-Brechungs-Komplexe der Diaman­ten- Schleifer. Das beste Beispiel dafür bietet Spinoza.

 

Baruch Spinoza[65] der Linsenschleifer hatte profunde, und weit über seine Zeit hinausreichende optische Kenntnisse, die sicher nicht unabhängig von seinem Zeitgenossen Leeuwenhoek gewesen sind.[66] Beide wurden im selben Jahr 1632 geboren, Leeuwenhoek am 24. Oktober, Spinoza am 24. November. Leeuwenhoek setzte die Fachwelt in Erstaunen, weil er als erster mit selbst-konstruierten Mikroskopen Dinge erkennen konnte, die kein anderer Mensch je gesehen hatte.[67] Spinoza übertrug seine optischen Kenntnisse auf die geistige Welt, und er schuf ein System einer Klarheit, die vielleicht bis heute unerreicht in der Geschichte der Philosophie ist. Seine Ethik ist streng deduktiv in geometrischer Ordnung dargestellt. Auch wenn man seine theistische Grundannahme nicht teilt, so ist sein Gedankengebäude doch so beeindruckend, dass man sich der absolut reinen, klaren Logik nicht entziehen kann. Es spricht in jeder Hinsicht für die Qualität seines Schaffens, dass er für seine Erkenntnisse sowohl von seiner jüdischen Gemeinde ausgestossen wurde, als auch von der katholischen Kirche auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt wurde. Mit ein bisschen kreativer Umformung (also mit der morphologischen Methode) lässt sich der theistische Tenor seiner Schrift auch umkehren: Denn das Göttliche kann allen Menschen innewohnen, ob sie das merken oder nicht. Der pantheistische Weltgeist residiert als kleiner Gottesfunke in allen bewussten Lebewesen. Siehe dazu auch Sloterdijks Begriff des Gottes der Morphologen. Das sei eine kleine Seelen-Tröstung für alle jene, denen der abrahamitische Pantokrator-Gott zu bedrückend ist,[68] und die nicht an eine völlig geistleere materialistische Welt glauben mögen.

 

Das folgende Zitat ist aus dem deutschen Wikipedia-Artikel.[69]

"Da nach Spinoza „die Substanz“ als solche weder Intelligenz noch Willen besitzt, gibt es keine Vorsehung, keinen Heilsplan; da sie Ursache ihrer selbst ist, gibt es auch kein blindes Verhängnis. Die Ethik geht zurück auf die „Ontologie“ Gottes, die Spinoza entwirft. Der Mensch kann Anteil an der göttlichen Natur haben, das Ziel ist eine Entwicklung der Welt gemäß dem Willen Gottes. Die Ethik Spinozas verlangt, die Dinge so zu schauen, wie Gott sie schaut: ganzheitlich. Das bedeutet unter dem Gesichtspunkt der Ewigkeit (sub specie aeternitatis), jede Einzelheit (Idee, Gegenstand oder Vorgang) als Bestandteil eines einheitlichen Weltganzen zu sehen. Eine klare Abkehr von aristotelischen Vorstellungen ist Spinozas Behauptung, es gebe keine Zweckursachen, sondern lediglich wertneutrale, „wirkende“ Ursachen, die nur „notwendig“ seien. Alle Ursachen haben eine Dynamik zu Lebenserhaltung und zum Nutzen (was hier aber nicht mit dem Utilitarismus verwechselt werden sollte)."

 

Spinozas intellektuelle Klarheit hat vielleicht auch etwas mit seiner völligen Unberührtheit von den Niederungen des menschlichen Daseins zu tun. Zitat aus dem folgenden Artikel: "He appears to have had no sexual life". Siehe:

http://www.nytimes.com/2006/06/16/arts/16iht-idside17.1986759.html?_r=0&pagewanted=all

"But he was greatly cold, and coldly great; personally admirable and one of philosophy's rare saints. Read his "Ethics": It will illuminate you, but through light without heat."

Der Übungsweg: Wie man einen Diamanten schleift

A.D.: "Gut ge-schliffen, das ist noch lange nicht be-griffen."

 

Nietzsche: "Ein Aphorismus, rechtschaffen geprägt und ausgegossen, ist damit, dass er abgelesen ist, noch nicht "entziffert"..."[70]

 

Hiermit komme ich zu dem Übungsweg der Noologie: Wie man einen Diamanten schleift. Der Diamant ist das härteste Material des Universums. Man kann ihn nur mit ebenso hartem Material bearbeiten, nämlich mit anderen Diamanten. Wenn man keine hochtourige Schleifscheibe und sonstige Apparaturen hat, ist das ein noch mühsamerer Weg als das im nächsten Absatz genante Spiegelbild im Holz. Aber die Analogie ist sehr brauchbar. Die anderen Diamanten der Noologie sind die anderen Ur-Gebirge der Philosophie, an denen man sich beständig reiben, auf-reiben, und verschwenden muss, um seinen eigenen Stein zu polieren. Metaphorisch betrachtet, ist dieses ewige an- / aus- / mit- / zu- einand(er/a)- Reiben auch ein System der Reflexion von Sich auf Andere (Gotthard Günther). Denn nur in diesem Reiben entsteht dann die Reflexion, in deren Facetten sich die Denk-Blitze der Vorgänger-Generationen widerspiegeln.

 

So ist die Diamant-Metapher der Noologie ein harter Übungsweg in dem Sinne, wie Peter Sloterdijk es in "Du musst Dein Leben ändern" (DMDL) beschrieben hat.[71] In diesem Zusammenhang interessant sind die spirituellen Übungssysteme der Menschheit, aber auch die vielen Wege der Virtuosität oder Meisterschaft, die alle Kulturen hervorgebracht haben (Siehe Richard Sennett)[72]. In den Traditionen des Ostens war es auch üblich, dass ein spiritueller Meister einen regulären Beruf ausübte, insbesondere bei den Sufis. Auch viele Zen- und Chan-Meister hatten einen Beruf. Eine Anekdote erzählt sogar von einem Chan-Meister, der Schlachter war. Das Zentral-Motiv dieser Heran­gehensweise war: Bewusstseinserweiterung durch konkrete Arbeit. In der Terminologie der Noologie gibt es dazu den Begriff LhWissen: Lebens- und Handlungs­praktisches Wissen. Ohne konkrete Arbeit und immer­währendes Üben bleibt Bewusstseins-Erweiterung nur hohler Schall und Rauch. Eine besonders dafür bekannte Tradition ist der japanische Zen.[73] Und eine der effektivsten Methoden damals war: Man gab dem Schüler ein roh zugesägtes Holzbrett, und einen Lederlappen. Damit sollte er das Holzbrett so lange reiben und polieren, bis er sein eigenes Spiegelbild in dem Holz sehen konnte. Das brauchte ca. 7 bis 10 Jahre. Und damit hatte er dann sein Satori. Er brauchte keine Einweihung mehr in weitere esoterische Le(e/h)ren und Sutras. Alle Übungssysteme der Menschheit brauchen ca. 7 bis 10 Jahre bis zur Meisterschaft / Virtuosität. Kürzer geht es nicht. Früher war die Reflexion von Sich auf die Kreation, eigentlich nur Gott vorbehalten, aber heute, im Zeitalter der Computer, hat sich halt alles ziemlich grundlegend geändert. Siehe auch Eco, p. 70: "Sogar Gott setzt sich selber Grenzen". Der Diamantweg der Noologie heisst deshalb auch: [74]

 

Es gibt Nur die Arbeit, und Nichts als die Arbeit, und es gibt Nichts ausserhalb der Arbeit.

Der Diamant- / Blitz- Donnerkeil / Keraunos

Die Diamant-Metapher führt auch noch in tiefere mythologische Schichten. Wir berühren hier auch ein sehr ver-botenes[75] Gefilde der Super-Wunder-Waffen und auch allen Super-Panzerungen[76] aller Zeiten,[77] und Menschheits-Sagen, und Menschheits-Mythen, und die haben meistens etwas mit Diamant- / Blitz- Donnerkeil, Super-Schwertern,[78] alles-zerschmetternden Hämmern,[79] etc, zu tun. Ich komme damit zu dem Budhhistischen Diamantweg oder Vajrayana,[80] und seinem Wahr-Zeichen, dem Vajra. Hertha v. Dechend gibt uns eine Spur:[81] Der / Die / oder Das Vajra ist ein Keraunos. Es ist ein Griff, mit zwei Tetraedern an den Enden. Nun ist ein Tetraeder das Kristallbild des Diamanten. Der Vajra oder Keraunos kommt in vielen Menscheitskulturen auch als Donnerkeil und Xango-Axt vor, und die Labrys passt ebenfalls dazu. In alten europäischen Bildern des Zeus hat der ebenso ein Ding in seiner Hand: Ein Doppelblitz, seltsamerweise auch mit den Tetraedern an beiden Enden.[82] Näheres findet sich bei: H. v. Dechend: Bemerkungen zum Donnerkeil", in: Festschrift Willy Hartner (1977).[83] Im folgenden Absatz findet sich eine sehr verdichtete Betrachtung des verlorenen Denker- / Dichter- und Deuter- Kόsmos der Ur-Menschheit, der bei H. v. Dechend (1993), Hamlets Mühle, noch zu finden ist.

The Journey into, and Beyond, the Boundaries of Time

Please allow me to introduce myself, I am a man of mnaemae and phrenae, Mnaemo is my name, and peirasis is my game.

Pe(i)rasis means: the going through, the going beyond, the transcending; mnaemae: memory; phrenae: brain. The word mnaemo- connects us to Maemosynae, the ancient Greek "Mother of the Muses", the numinous personification of memory, and of poetic inspi­ration of the Aoidoi, the bards, epic singers, and prophets, of antiquity. It also reminds us of the captain Nemo in Jules Verne's novel. Nemo in Greek means: outis, maedeis, oudeis, and this is the name that Odysseus called himself in the land of the Kyklops. (Od. 9,366). From the word sounds, we can get an interesting "pattern that connects" oudeis and Odysseus. As the captain, and seafarer, he is a gubernator or kybernaetaes. In his fragment B 64, Heraklit alludes to this: ta de panta oiakizei Keraunos: The Kόsmos is steered by the Keraunos, the thunderbolt, or the Vajra. Odysseus had to endure seven years of captivity, on the island of Ogygia, the Omphalos of the Thalassaean sea (Od. 1,50; Dechend 1993: 183-185, 193, 269, 324). There is a deep cave, the hiding place of the God of Time: Kronos, in Plutarch's account (Dechend 1993: 121). Kronos is the original owner of the Keraunos, before his son Zeus, or Jupiter, had wrenched it from his fist, to govern the universe himself as usurpator. This island is guarded by the nymph Kalypso, whose name means "the Veiled One" (kalyptron, Od. 5.232), she is the personified numinous power of veiling, obscuring, and occulting, in the ancient Greek Homeric Mythology. Her name also connects to the flower- kalyx, and the seed husk, thus symbolizing the encapsulation of future poten­tial. She shares her occulting power with Laethae, the numinous force of death-forget­ting. (Illich (1988: 13); Hesiodos (1978: verse 211 ff.)). When Odysseus was finally allowed to leave his place of banishment, Kalypso gave him two special tools to cut the trees and fashion his raft: two double axes, the pelekys megas, and the skeparnon, both being variants of the original Keraunos. (Od. 5.234-237; Dechend 1977). Now, as Dechend tells us, the Keraunos is the tool of the time, belonging to the god of the time: Kronos. (One could say: nomen est omen, because Kronos - Chronos and Keraunos are deeply related through their sound). And by its use, Time, the present, the past, and the future, is initially created, en archae, as is related in the mythic account of Hesiodos (1978). Its most common symbol in many cultures world wide is the double axe, the Pelekys, Thor's Hammer, or the Labrys, as it was called in Minoan Crete. (Marija Gimbutas sees a butterfly image in its symbolism, which has its own reasoning, via the temporal stages of Metamorphosis, and their initiatic associations: caterpillar / chrysa­lis / butterfly (Gimbutas 1974: 185-190)). The Keraunos cuts both ways: into the past, and into the future. Its axis / axle / hub is the Kairos, the present, the decisive moment, the instant of creation, the Now. In the grand gory finale of the Odyssey, Homer descri­bes down to the minutest detail the feat how Odysseus shoots his arrow through the hubs of twelve aligned double axes, the abovementioned pelekon. (Od. 21.75-21.421). Let is be said that the Omphalos is a navel as well as a hub (gomphos, Parmenides 1974: B1,17-20), and how else could the Keraunos steer the Universe than through the hub? (German: Nabe -> Nabel). In Roman mythology, the threshold of the past and the future is guarded by the god Janus, the Double-Faced One, who looks into the past, as well as into the future. He ist the guardian of the limen, the threshold, called peras, in Greek. (See also, the liminal, in Gennep 1960). His name re-appears in the month January. A lesser known aspect of the mythological chronology of January was that after the winter solstice on Dec. 21 (and the official end of the year), the following week was considered "outside of the time", that is, in the liminal, or limbo, and also in the hub of the time, until the new year began. Not without good reason, the celebration of the birth of the Christ was placed right in the middle of this period, to Dec. 24. The captain Nemo in Jules Verne's Novel makes his journeys in the Nautilus, or nao-telos, the naos, a submerged, or sub-liminal, ship. According to Vedic mythology, the Vajra was hidden on the ground of the ocean. (Dechend 1977: 99). But naos also evokes our association to noos, and nous, the thoughts, the stuff out of which our memories, ima­ginations, and anticipations, are fashioned. The connection of nous and telos (aim, goal, finish, completion, success, death, limit -> peras) leads us into the association field of anticipation, and planning, in the ancient mythologies personified by Pro-metheus, the before-thinker.[84] This was also a characteristic of Odysseus the poly-maechanaes, the crafty, cunning, ruseful. Our mental imagery consists of things per­ceived as phai-nomena, as impressions derived from sensory inputs, and as nou-mena, the impressions derived from mental, noetic, or noietic, sources. The Mnaemo-synae is the ancient numinous personification of those forces, patterns, and processes which do their work under the surface of the visible and intelligible, in the mae-phainon, the realm below, and before they turn into the phai-nomena, and the nou-mena. These are, in scientific terminology, the workings of neuronal activation patterns, of oscillation fields and logical relation structures of neuronal assemblies, of the coupled dynamic systems of neuronal attractors, of our brains: the phrenae. The mnaemo-synae reminds us of this still quite mysterious working of the neuronal sym-plexis, and syn-apsis, by which our sym-ballein, the concept formation is effected. When the subliminal wor­kings of the neuronal webworks of our phrenae then weave (histon, historia) together into the appearances of the intellegible and discernible, they become ho phainon, that which finds its appearance through phos, the light, and phonae, the sound, as ap­pearance, and apparition, phaino-menon (in German: Auf-Scheinendes), with form: mor-phae, and Gestalt. This, Ho Phainon, the Brilliant, the Shining One (in German: Er-scheinung), is also the name of the god Hae-phaistos, he who works the bril­liant and shining metals, while they are red and glowing: phoibos, and phoinos, phos-phoros (lucifer). With his hammer and anvil, and with his mighty blows, he forges them into their forms, the mor-phae. And with his hammering, the metallic sounds of phonae and phthongos ring out to make themselves heard awide and afar.

In Maementum (Monumentum / Mausoleum) Giordano Bruno

Hier können wir auch gut diesen berühmten, aber später kaum noch verstandenen Dichter, Deuter, und Dunkel-Denker (so ungefähr wie Heraklitos) der Imaginativen Philosophischen Tradition der Menschheit unterbringen: Giordano Bruno, dem ich so Einiges verdanke. Der hätte das, was ich im letzten Absatz geschrieben habe, sicher sehr gut verstanden, wenn ich es denn, für ihn persönlich, übersetzt hätte. Denn er mochte das Englische überhaupt nicht, und er weigerte sich, diese Sprache zu lernen. Denn dieses Englische Denken, das behagte ihm überhaupt nicht. Das ist verständlich, denn das war einfach zu primitiv. Aber: in England hätte wohl er wohl seine Thesen und Theorien erfolgreicher in die Welt gebracht, auch mit einem guten Fianziellen Auskommen.[85] Und es wäre vielleicht eine völlig andere Welt geworden, als wie wir sie heute haben. Denn: Wenn er seine Eroici Furori dort unter die Leute gebracht hätte, dann wäre die Newton'sche Theorie der Schwerkraft vielleicht heute als die Theorie des kosmogonischen Eros bekannt.[86] Und der kosmogonische Eros ist die Kraft, die dafür sorgt, dass alle (zwie- hetero- geschlechtlichen, manchmal auch die homo-geschlechtlichen, und sogar die un-geschlechtlichen) Körper, sich für- einander (und nicht gegen-einander) anziehen. Aber, Bruno hat alles auf seine Weise (also sehr weise), so gut verschlüsselt, dass man einige Menschen-Lebens-Zeiten damit verbringen könnte, dahinter zu kommen, was er wohl gemeint hat. Es ist schon schwer zu erklären, warum die Inquisition ihn verbrannt hat, da es doch eigentlich offensichtlich war, dass sowieso niemand seine Schriften verstehen konnte. Es war wohl eher seine Magische Kunst der Mnaemosynae, hinter die Ober-Katholiken im Vatikan her waren. Hier ist ein Zitat der Vorbemerkung aus dem Buch "Giordano Bruno" von E. Samsonow. Natürlich geschrieben, von meinem sehr verehrten Gross-Meister des Über-Hinaus-Jen(s/z)eits (peri, peiras, peiraseos)- Denkens, dem Herrn Peter Sloterdijk höchst-persönlichen-Selbst.

 

Vorbemerkung von Peter Sloterdijk

Aus der glanzvollen Reihe der Renaissance-Philosophen, die das neuere europäische Denken aus der Vorherrschaft der allmächtigen christlichen Scholastik herauszuführen begannen, ragt die verkohlte Silhouette Giordano Brunos eindrucksvoll hervor. Seit seinem römischen Feuertod im Februar des Jahres 16oo steht sein Name, umwoben von Gerüchten pantheistischer Ruchlosigkeit und kosmologischer Kühnheit, in den Märtyrerakten des neuzeitlichen Freien Geistes. Seine posthumen Schicksale haben etwas von dem irrlichternden Glanz und von der üblen Fortuna seiner Lebensgeschichte behalten. Sie erwecken den Eindruck, als hätten seine Anhänger und Interpreten mehr in seiner Asche gestochert als in seinen Schriften gelesen. Tatsächlich kennt die Geistesgeschichte wenige Autoren, deren Nachleben in solchem Ausmaß von Projektionen und von Vereinnahmungen für die Interessen träumerischer Sympathisanten bestimmt ist. So ist die Geschichte der Bruno-Rezeption mit wenigen Ausnahmen die einer gutgesinnten Leseschwäche; so mancher anlehnungsbedürftige Nachfahre hat Bruno in den Mund gelegt, was dieser gesagt hätte, wäre er der gewesen, für den man ihn gerne halten wollte. So haben ihn Bündnissucher aller Couleurs für ihre Sache eingespannt, Freidenkergruppen, Antiklerikale und Pantheisten an erster Stelle [AG: Damit meint er, politically incorrect, wohl die Giordano Bruno Gesellschaft]; jüngst hat sogar gewisser katholischer Pietismus nach ihm gegriffen. Man drängt sich danach, neben ihm verbrannt zu scheinen, um von seinem Opfer-Nimbus zu profitieren. Solche Zudringlichkeiten mögen ein für die Geschichte dissidenter Philosophen typischer Mechanismus sein. Sie erklären sich, soweit sie auf einem Mangel an besserem Wissen beruhen, zu einem gut Teil aus dem Umstand, daß seit dem 19. Jahrhundert das Lateinische bei den Gebildeten Europas zur Totensprache verfallen ist, so daß die entscheidenden lateinisch verfaßten Schriften Brunos lange Zeit wie in einer Gruft versunken lagen. Wer sich der Kraft und Größe von Brunos Denken in seinen eindrucksvollsten Manifestationen aussetzen will, muß [Seitenwechsel]

sich zunächst darum bemühen, den »Magier« Bruno, den Gedächtnis-Künstler, den Materiosophen, den Bilder-Ontologen und den Lehrer der allwendigen Verwandlungen aus seiner lateinischen Krypta zu befreien, um seine Anregungen im Licht der modernen Sprachen zu überdenken.

Es ist Elisabeth von Samsonows Verdienst, daß sie - nicht zuletzt angeregt durch die Arbeiten der großen alten Dame der Renaissance-Forschung Frances A. Yates - damit begonnen hat, deutschen Lesern den Zugang zu einigen der am längsten vergessenen lateinischen Schriften Brunos zu eröffnen. Die beiden Schlüsselwerke »Über die Magie« und »Über die fesselnden Kräfte im Allgemeinen« liegen hier zum ersten Mal in deutschen Übersetzungen vor. Ihr Erscheinen in dieser Edition ist - man kann den pathetischen Ausdruck nicht umgehen - ein geistesgeschichtliches Ereignis. Mit ihrer Publikation lüftet sich der sprachliche Schleier, der einen zentralen Ausschnitt aus dem Oeuvre Brunos bisher verhüllte. Man kann sich nun davon überzeugen, daß gerade der hermetische, der magische Bruno - dessen sich seine aufklärerischen Liebhaber bis zur Stunde eher zu schämen pflegten, sofern sie diese Züge in seinem Profil überhaupt zur Kenntnis nahmen - der provozierend-zeitgenössische ist. Sein Werk bezeugt einen verkannten Aspekt im Mythos der Neuzeit: Es illustriert die Geburt der Modernität aus dem Geist einer Imaginations-Philosophie [Kursiv, AG]. Nach der Wiederentdeckung der Brunischen Lehren von den weltkonstituierenden Leistungen der »Phantasie« wird die träge Neigung der Ideenhistoriker, das neuzeitliche Denken ganz von Descartes her zu konstruieren, fragwürdiger denn je. Man muß auf das Universum Brunos, Shakespeares und Bacons zurückgehen, um die Schlüssel zu weithin unbekannten Schatzhäusern der beginnenden Modernität zu finden. Wie kaum ein Denker vor ihm hat sich Bruno in die Kosmodynamik der Gedächtnisse versenkt. Mit seinen Einsichten in die Natur und Funktion der memoria kann Giordano Bruno zum Zeitgenossen derer werden, die sich heute über das menschliche Gehirn beugen als wäre es der Hort der Welträtsel. Weil er den ars-charakters[87] von Erinnerung und Gedächtnis betonte, ist Bruno der erste »Kunst«-Philosoph der Neuzeit. Es ist an der Zeit, die Asche über Brunos Manuskripten wegzublasen, um freizusetzen, was einen Denker, der ein Meister italienischer und lateinischer Prosa war, alleine ehrt: die leuchtende Buchstäblichkeit seiner wirklichen Gedanken.

Die Kosmodynamik der Gedächtnisse

Mit Der Kosmodynamik der Gedächtnisse hat Peter Sloterdijk wohl genau den Satz gesagt, der eines der wichtigsten Zentral-Themen der Noologie ist. Das Gedächtnis und die Er-Innerung des Ur-Ahnens sind die wohl am meisten vernachlässigten Themen der heutigen Geistes-Wissenschaft. Und die positivistischen Natur-Wissenschaften abhorreszieren dieses Thema natürlich ganz besonders. Das Unter-Nehmen der Noologie ist es genau, diese Lacuna irgendwie ein bisschen auszufüllen. Denn es ist eine Überlebens-Thematik der heutigen Menschheit, wie wir diese Tiefen-Erinnerung, über die vorgegangenen 50.000 bis 500.000 bis 5.000.000 Jahre wieder gewinnen können.

 


Selbst-referenzielle, in-sich geschlossene Mini-Universen

 

 

 

Bild: Ein selbst-referenzielles, multi-hierarchisches Mini-Universum nach M.C. Escher

 

Dieses Bild von M.C. Escher hat es sozusagen In Sich (oder auch Hegelianisch: An- und Für Sich): Es ist das Symbol des Diamanten, der Tetraeder, aber in-sich verdoppelt, bzw. auf sich selbst gespiegelt. Der eine Tetraeder sieht aus wie eine Festung, mit Mauern und Türmen, der andere wie ein bewaldeter Berg. Es erscheint ziemlich klar, dass der eine Tetraeder die Natur symbolisiert, und der andere die Technik. Wenn man dieses Bild der gegenseitigen Durchdringung wieder auf die 2-d Fläche zurückprojiziert, erhält man einen David-Stern. So bietet dieses Bild noch mehr Interpretations-Möglichkeiten, denn dahinter findet sich auch der Geist in seiner Interaktion / Inter-Ferenz / Inter-Relation / Inter-Re-Fraktion der gegenseitigen Durch-Dringung mit der Mater-ie, Mater-ia, oder Hylae, der sich hier mani- festiert. Aber diese Reflexion des Geistes in die Natur ist keine so ganz unschuldige Reflexion, denn:[88]

A.D.: "Der Geist baut sich seine Festungen für die Ewigkeit, indem er der Natur ihre Substanz entreisst." [89]

Dazu von Richard Wagner (Ring des Nibelungen):

"Nicht ihn fürcht' ich mehr, fallen nun muss er mit allen, Des Ewigen Macht, wer erbte sie? Ich und Du, wir erben die Welt."

 

Wir können das System der Wissenschaft von Hegel und das Gesamtwerk von Wagner in einen gemeinsamen Kontext setzen, wenn wir sie als gewaltige, in sich geschlossene, selbst-referenzielle Struktursysteme verstehen. Sie bilden quasi Mini-Universen für sich, das eine in Begriff­lichkeiten, das andere in Tonalitäten und Mythologien. Sie schöpfen sozusagen aus sich selbst, sie sind auto-poiaetisch (Maturana). Zwar bedient sich Wagner hemmungslos bei allen verfügbaren nordischen Mythen (Odin, Wodan, die Ode, die Oudae, und die Audae thespin nach Homeros und Hesiodos), aber in seinem System verschmelzen sie zu etwas sehr Eigenem. Was das ist, darüber streiten die Musik- und Kultur- Wissenschaftler heute noch genauso wie zu den Zeiten des Nietzsche’s. Ich werde den Denk-Faden von Wagners mythologischer Epen-Dichtung wieder aufnehmen. Siehe das spätere Kapitel:

Aus der Werkstatt der Ober-Mythologien-Schmiede

 

Heute gibt es gute Beispiele für eine Neubelebung dieses Themas der Mini-Universen: in der Sci-Fi mit dem Film Matrix und in der Virtual Reality, etwa in dem WWW-Spiel Second Life. Hegel ist den Weg zu einem in sich geschlossenen, selbst-referenziellen Struktursystem wohl am weitesten gegangen. Z.b. vermeidet er es geradezu zwanghaft, auch nur den Namen eines einzigen seiner Philosophen-Vorgänger zu nennen, oder etwas zu zitieren. Er will damit klarmachen, dass seine Philosophie völlig eigenständig ist, und keiner externen Referenzen bedarf, geschweige denn, Autoritäten, auf die man sich berufen müsste. Seine Begrifflichkeit ist ebenso völlig selbst-referenziell, und daher kann man ihn nur lesen, wenn man den Eingeweihten-Schlüssel dafür besitzt.


 

Die Terminologie der Noologie

Die Noologie, Gotthard Günther und Hegel

Gotthard Günther bezeichnet sein Projekt als direktes Weiterdenken von Hegels System. Und so muss die Noologie sich auch damit auseinandersetzen. Ähnlich wie bei Hegels System ist die Begrifflichkeit der Noologie völlig selbst-referenziell. Sie geht noch einen (sehr grossen) Denk-Schritt weiter, um zu vermeiden, was bei Hegel sehr verlockend, aber sehr Fallen-trächtig ist: Dass man seine Begriffe so versteht, wie sie im Duden stehen, und nicht, wie er sie intendiert (aber nirgendwo definiert) hat. Eine ausführliche Diskussion dazu ist bei Gotthard Günther: GRDZ.

Die Noo-Griechischen Semantik-Rhizome der Noologie

Die Begrifflichkeit der Noologie wurde deshalb in ihren entscheidenden Termini vom Deutschen ausgekoppelt, und ins Archaische Altgriechische verlegt (en archae, ex archaes, pro t' eonta).[90] Die Terminologie der Noologie beruht auf den Semantik-Rhizomen des Altgriechischen zwischen Homer, Hesiodos,[91] Anaximandros und Heraklitos. Natürlich habe ich hier und da noch einige kreative Einbauten vorgenommen, und auch Über-Querungen[92] in andere Alt-Arische Sprachen gemacht. Und deshalb würde ich das Prinzip eher Noo-Griechisch nennen, und nicht Altgriechisch, damit ich den Philologen & Etymologen & Graecisten nicht allzusehr in die Quere komme.

Die semantischen und anderen Spannungsfelder der Noologie

Soweit deutsche Terme verwendet werden, werden die Worte oft mit einem Binde-/ Trenn- Strich auseinander-gehalten, wie etwa bei dem Schlüsselbegriff der Vor-Stellung, den ich von Schopenhauer entlehnt habe. Die Methodik ist ungefähr mit Husserls epoché zu vergleichen, einem Innehalten der ansonsten völlig automatischen Denkbewegung, zur weiteren Reflexion. Dieses Auseinder-Halten von Worten erzeugt im kognitiven System ein Spannungsfeld, und Spannungsfelder sind eine der grundlegendsten Methoden der Noologie.[93] Die bekanntesten Spannungsfelder sind die physikalischen Elektro- und Magnetfelder, und in der Architektur[94] spricht man geläufig von Material-Spannungen unter Druck und Zug, und ihrer optimalen Verteilung. Das berühmteste Beispiel für menschheitsgeschichtlich epochale Neuerungen auf diesem Gebiet ist der Kathedralenbau. Buckminster Fuller hat in diesem Zusammenhang den Begriff Tensegrity geprägt. Eines der markantesten zeitgenössischen Beispiele für das architek­tonische Spiel mit den Spannungs­feldern von Material und Schwerkraft ist das Zeltdach des Münchener Olympiastations, das von Frei Otto entworfen wurde. Philosophisch führt sich das Konzept auf die Dissertation von Oswald Spengler über Heraklit zurück.[95]

Die Phono-Semantische Logik der Noologie

Für die Phono-Semantische Logik der Noologie muss ich auf die entsprechenden Kapitel der Noologie verweisen, weil sie zu schwer in das vorliegende Kontext-System einzupassen ist. Es betrifft die o.g. Semantik-Rhizome des Archaischen Altgriechischen, aber auch die kaum von irgendeiner Etymologie je er-gründel'ten[96] Über-Kreuzungen mit den Semantik-Rhizomen der alt-nordischen und alt-iranischen sowie alt-indischen / vedischen Sprachen, die ja alle zu der sog. Arischen Sprach-Familie gehören. Da heute der Term Arische Sprach-Familie politically incorrect und mega-Out ist, konnte dazu auch nicht mehr viel Vernünftiges produziert worden sein. Einer, der davon noch etwas mehr wusste, war ein gewisser Herr Dr. Otto Günther von Wesendonck der sich auch als Politiker im (oder gegen das) Great Game der Britishers[97] in Indien beteiligt hatte.[98] Hier sind weitere Verweise auf die entsprechenden Kapitel der Noologie zur Phono-Semantischen Logik.[99]

Heideggers Denkmethode

Das Warum der speziellen Terminologie der Noologie folgt der thematischen Vorgabe von Heideggers Programm, das er in "Was heisst Denken" (WHD) mehr oder weniger implizit dargestellt hat. Dort legt er dar, dass wir heute nicht mehr Denken, und wenn wir das Denken wieder lernen wollen, müssen wir zurück jen(s/z)eits der Ur-Sprünge (den Archai) gehen. Deshalb ist die Noologie ein Ansatz, nach Heideggers Programmatik, eine andere, vielleicht ältere (also das Archaische, Vor-Platonische Griechisch), und damit auch eine neuere Art des Denkens zu erlernen, eben in den o.g. Noo-Griechischen Semantik-Rhizomen.[100] Besonders Be-Denklich ist dabei die Anrufung der Mnemosynae, bei Hesiodos. Die beste Grundlage für das Studium des Archaischen Griechischen Aoide-Idioms und seiner Semantik-Rhizome sind die Werke von Hesiodos: "Theogonie" und "Werke und Tage".[101]

 

ex archaes, hoti proton genet auton,

eirousai ta t' eonta ta t' essomena pro t' eonta

 

Ich habe damit die Noologie wahrscheinlich noch viel stärker aus den gängigen Kontext-Systemen ausgekoppelt, als Hegel sein System. Das hat den entscheidenden Nachteil, dass fast kein Mensch in der Lage ist, zu verstehen, was ich sage, im Sinne(nd) von Sagen (also den Mythologien und das Ur-Ahnen). Aber dasselbe gilt für Hegel, und der hat nur deutsche Terminologie verwendet. Und es gibt einige zwingende Notwendigkeiten für eine eigene Terminologie. Jeder bekannte Begriff ist schon mit Bedeutungen (be-/über‑) laden. Philosophische Begriffe sind berüchtigt dafür, dass jede Denkschule sie in anderer Be- Deutung verwendet. Wenn man ein System von Leerstellen-Strukturen schaffen möchte, sind unbekannte Begriffe ideal. Man kann sich NICHTS darunter vor- stellen, und damit auch nichts Miss-Ver-Stehen.[102]


 

Die Prinzipien der Noologie

 

Antes que se la coman los gusanos, que la aprovechen los humanos.

(Bibiana)

 

Je danse, donc je suis.

(Leopold Senghor)

 

If I could tell you what it meant there would be no point in dancing it.

(Isadora Duncan)

 

Wer will was Lebendigs erkennen und beschreiben, / Sucht erst den Geist heraus zu treiben,